accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

Wegemann: Auchters „Selbstschreiber‘“ für lange Dauer, 
381 
ein solcher von Monats-, Jahres- oder mehrjähriger Dauer eine beträchtliche 
Förderung der Meteorologie und verwandten Wissenschaften zur Folge haben 
können. 
Das Verdienst, einen solchen Apparat erfunden und hergestellt zu haben, 
gebührt Herrn Rektor Auchter in Bad Segeberg in Holstein, der einen Luft- 
druckselbstschreiber (Barographen) gebaut hat, der neben anderen Vorzügen 
diese Eigenschaft besitzt, nämlich ein Jahr oder länger ohne Bedienung den 
Gang des Luftdrucks aufzuzeichnen, Gelegentlich meiner seenforschenden Tätigkeit 
lernte ich Herrn Rektor Auchter kennen und sah diesen selbstgebauten Baro- 
graphen, der schon weit über ein Jahr in Tätigkeit ist und sich praktisch be- 
währt hat. Da es sich hier um eine Erfindung von weittragendster Bedeutung 
handelt, so habe ich den Erfinder gebeten, durch die Veröffentlichung der Be- 
schreibung des Apparates die Fachkreise darauf hinzuweisen. Vielleicht bietet 
sich auch später Gelegenheit, Stationen mit Auchterschen Selbstschreibern ein- 
zurichten. Der Erfinder ist bereit, die Herstellung der Apparate, deren Schutz 
beim Patentamt beantragt ist, einer geeigneten Fabrik abzutreten. Der Preis 
würde je nach der Ausführung wenig höher sich stellen als bei den bisherigen 
Autographen, 
Die Vorzüge dieser Selbstschreiber lassen sich in kurzen Worten dahin 
zusammenfassen: 1. Unabhängigkeit von einem geschulten Beobachter, 2. lange 
Dauer der ununterbrochenen Aufzeichnung, über ein Jahr und mehr, 3. größt- 
möglichste Vermeidung von Reibung und anderen Widerständen, 4, große 
Empfindlichkeit, 5. größte Feinheit und Sauberkeit der Aufzeichnung, 6. geringe 
Wahrscheinlichkeit von Störungen. Bezüglich der Einzelheiten glaube ich auf 
die weiter unten folgende Beschreibung des Erfinders verweisen zu können, 
Was nun die Verwendung des „Auchterschen Selbstschreibers“ angeht, 
so kann man sie natürlich überall da mit Vorteil anwenden, wo man Apparate 
von achttägiger Laufzeit hatte, deren Streifen nicht sofort bearbeitet werden 
sollen. Unentbehrlich sind sie aber da, wo kein ständiger Beobachter zur Ver- 
fügung steht, also auf Stationen, die in menschenleeren Gebieten anzulegen wären, 
also auf unbewohnten Inseln, im Polargebiet, auf hohen Gipfeln und auf dem 
Meeres- bzw. Seegrund. Es wäre nur nötig, alle Jahre einmal oder alle zwei 
Jahre einmal, je nach der Lebensdauer des Elements, solche Stationen zu be- 
suchen, die Streifen auszuwechseln und das galvanische Element zu ‚erneuern, 
Es wäre damit die Möglichkeit gegeben, unser Netz meteorologischer Stationen 
so auszugestalten, daß man in die Lage käme, tägliche Wetterkarten für die 
ganze Erde zu zeichnen in der Art, wie die Seewarte zusammen mit dem 
Dänischen meteorol. Institut sie für den Nordatlantischen Ozean herstellt, Dabei 
wären die Kosten solcher Stationen verschwindend im Vergleich zu denen wissen- 
schaftlicher Forschungsreisen. Die Ausführbarkeit wird allerdings abhängig sein 
von der Wiederaufnahme der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit 
und der Bereitstellung von Mitteln für wissenschaftliche Zwecke. Bis dahin 
ließen sich die Apparate aber für Beobachtungen auf Gipfeln verwenden oder 
auf dem Grund von Gewässern, wofür in erster Linie der Dauerthermograph in 
Frage käme, über den später ausführlicher berichtet werden soll. 
Beschreibung. 
Die Hauptmerkmale des Autographen für lange Dauer bestehen darin, daß 
i. ein für die lange Aufzeichnungsdauer genügend langer Registrierstreifen 
langsam und gleichmäßig weiterbewegt wird und 2., daß die Spitze einer mit 
dem Hebelwerk eines thermo-, hygro-, barometrischen oder sonstigen Körpers 
verbundenen, durch Hebelübertragung von einem Uhrwerk aus betätigten Nadel 
in regelmäßigen Zeitabständen in diesen Streifen hineingedrückt wird. Die dicht 
beieinanderstehenden Nadeleindrücke reihen sich so mit der Zeit zu einer sauber 
gestochenen Kurve aneinander, 
Die für diese Tätigkeiten erforderlichen Einrichtungen des Apparates sollen 
im folgenden näher beschrieben werden. Die beigedruckten Zeichnungen stellen 
den Apparat in Verbindung mit einem barometrischen Körper, also einen Baro-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.