Wegemann: Auchters „Selbstschreiber‘“ für lange Dauer,
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ein solcher von Monats-, Jahres- oder mehrjähriger Dauer eine beträchtliche
Förderung der Meteorologie und verwandten Wissenschaften zur Folge haben
können.
Das Verdienst, einen solchen Apparat erfunden und hergestellt zu haben,
gebührt Herrn Rektor Auchter in Bad Segeberg in Holstein, der einen Luft-
druckselbstschreiber (Barographen) gebaut hat, der neben anderen Vorzügen
diese Eigenschaft besitzt, nämlich ein Jahr oder länger ohne Bedienung den
Gang des Luftdrucks aufzuzeichnen, Gelegentlich meiner seenforschenden Tätigkeit
lernte ich Herrn Rektor Auchter kennen und sah diesen selbstgebauten Baro-
graphen, der schon weit über ein Jahr in Tätigkeit ist und sich praktisch be-
währt hat. Da es sich hier um eine Erfindung von weittragendster Bedeutung
handelt, so habe ich den Erfinder gebeten, durch die Veröffentlichung der Be-
schreibung des Apparates die Fachkreise darauf hinzuweisen. Vielleicht bietet
sich auch später Gelegenheit, Stationen mit Auchterschen Selbstschreibern ein-
zurichten. Der Erfinder ist bereit, die Herstellung der Apparate, deren Schutz
beim Patentamt beantragt ist, einer geeigneten Fabrik abzutreten. Der Preis
würde je nach der Ausführung wenig höher sich stellen als bei den bisherigen
Autographen,
Die Vorzüge dieser Selbstschreiber lassen sich in kurzen Worten dahin
zusammenfassen: 1. Unabhängigkeit von einem geschulten Beobachter, 2. lange
Dauer der ununterbrochenen Aufzeichnung, über ein Jahr und mehr, 3. größt-
möglichste Vermeidung von Reibung und anderen Widerständen, 4, große
Empfindlichkeit, 5. größte Feinheit und Sauberkeit der Aufzeichnung, 6. geringe
Wahrscheinlichkeit von Störungen. Bezüglich der Einzelheiten glaube ich auf
die weiter unten folgende Beschreibung des Erfinders verweisen zu können,
Was nun die Verwendung des „Auchterschen Selbstschreibers“ angeht,
so kann man sie natürlich überall da mit Vorteil anwenden, wo man Apparate
von achttägiger Laufzeit hatte, deren Streifen nicht sofort bearbeitet werden
sollen. Unentbehrlich sind sie aber da, wo kein ständiger Beobachter zur Ver-
fügung steht, also auf Stationen, die in menschenleeren Gebieten anzulegen wären,
also auf unbewohnten Inseln, im Polargebiet, auf hohen Gipfeln und auf dem
Meeres- bzw. Seegrund. Es wäre nur nötig, alle Jahre einmal oder alle zwei
Jahre einmal, je nach der Lebensdauer des Elements, solche Stationen zu be-
suchen, die Streifen auszuwechseln und das galvanische Element zu ‚erneuern,
Es wäre damit die Möglichkeit gegeben, unser Netz meteorologischer Stationen
so auszugestalten, daß man in die Lage käme, tägliche Wetterkarten für die
ganze Erde zu zeichnen in der Art, wie die Seewarte zusammen mit dem
Dänischen meteorol. Institut sie für den Nordatlantischen Ozean herstellt, Dabei
wären die Kosten solcher Stationen verschwindend im Vergleich zu denen wissen-
schaftlicher Forschungsreisen. Die Ausführbarkeit wird allerdings abhängig sein
von der Wiederaufnahme der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit
und der Bereitstellung von Mitteln für wissenschaftliche Zwecke. Bis dahin
ließen sich die Apparate aber für Beobachtungen auf Gipfeln verwenden oder
auf dem Grund von Gewässern, wofür in erster Linie der Dauerthermograph in
Frage käme, über den später ausführlicher berichtet werden soll.
Beschreibung.
Die Hauptmerkmale des Autographen für lange Dauer bestehen darin, daß
i. ein für die lange Aufzeichnungsdauer genügend langer Registrierstreifen
langsam und gleichmäßig weiterbewegt wird und 2., daß die Spitze einer mit
dem Hebelwerk eines thermo-, hygro-, barometrischen oder sonstigen Körpers
verbundenen, durch Hebelübertragung von einem Uhrwerk aus betätigten Nadel
in regelmäßigen Zeitabständen in diesen Streifen hineingedrückt wird. Die dicht
beieinanderstehenden Nadeleindrücke reihen sich so mit der Zeit zu einer sauber
gestochenen Kurve aneinander,
Die für diese Tätigkeiten erforderlichen Einrichtungen des Apparates sollen
im folgenden näher beschrieben werden. Die beigedruckten Zeichnungen stellen
den Apparat in Verbindung mit einem barometrischen Körper, also einen Baro-