380 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1918,
Stärke und mit einem Abstand von 0.23 mm. Diese Größe des Abstandes wurde
gewählt, damit bei Benutzung der Sextantenfernrohre mit vier- bis zwölffacher
Vergrößerung und des zur Bestimmung der Winkel zwischen den Kollimatoren
zu gebrauchenden Universalinstruments von Repsold, dessen Fernrohr 50fache
Vergrößerung hat, noch gute Bilder entstehen,
Da man beim Prüfen des Sextanten die Kollimatoren mit einem Doppel-
fadenkreuz direkt beobachtet und die Kollimatoren mit dem einfachen Faden-
kreuz das. gespiegelte Bild geben, so wird stets ein Faden zwischen die Doppel-
fäden zu bringen sein, wodurch eine genauere Einstellung erreicht wird, als
wenn zwei Fäden zur Deckung kommen,
Die paarweise aufgestellten Kollimatoren (a? al usw. in Fig. 2) dienen zum
Parallelstellen der Sextantenspiegel; infolgedessen müssen die Kollimatoren zu-
einander parallel stehen. Dieses wird wie folgt erreicht: Vor
al (Fig. 4) wird auf einen horizontalen Tisch ein Pentaprisma
mit seinen Kanten vertikal gestellt. Dann läßt man in dem
Fernrohr A das Fadenkreuz mit dem Bild der Kollimatorfäden
zusammenfallen, Hierauf wird das Pentaprisma auf dem Tisch
vor a? geschoben. Sind a? und a! parallel, so muß jetzt das
Fadenkreuz in dem Fernrohr A auf das Bild der Doppelfäden a?
eingestellt sein. Eine Abweichung kann durch Korrektions-
schrauben an a? aufgehoben werden. Die Parallelstellung der
Kollimatoren würde auf einfachere Weise zu erreichen sein, indem man das
Fernrohr direkt auf a? und a! richtet und die Fäden von a? und al gleichzeitig
beobachtet. Da hierbei aber die Fäden zu sehr am Rande des Fernrohrobjektivs
erscheinen, werden die Bilder undeutlich, falls nicht das Fernrohr ein sehr
großes Objektiv besitzt.
Die Bestimmung des Exzentrizitätsfehlers geschieht nun auf folgende Weise:
Außer Sextanten usw. lassen sich auch Prismenkreise mit dieser Ein-
richtung prüfen, indem das Nachmessen der Winkel von 0° bis 360° in
Zwischenräumen von 15° erfolgt, z. B. a?bl = + 15°, b’e = + 30°, a?e = + 105°,
g2ec = -+ 240°, h?g’ = + 345°. Die Fernrohre mit den Doppelfäden sind also die
Anfangspunkte der Messung. Die Winkel zwischen den Kollimatoren sind mit
einem Universalinstrument von Repsold mit großer Sorgfalt bestimmt worden,
so daß die Winkel mit einer Genauigkeit von etwa zwei Bogensekunden
bekannt sind,
Der auf den Mittelpfeiler gestellte Sextant wird mit einer Dosenlibelle
horizontiert und das Fernrohr durch Richten auf den Kollimator b? diesem
parallel gestellt. Schiebt man nun die Alhidade um etwa 130°, dann erscheint
durch einfache Spiegelung in dem kleinen Spiegel ein Bild von g*. Hiermit
wird der kleine Spiegel senkrecht zur Sextantenebene gestellt und danach der
zroße Spiegel mit Hilfe der Kollimatoren b! und b% Nacheinander werden nun
die Winkel a*b% b2e, a2c, b2%2d. ald. bie, a%le, b?f. a2f gemessen und die Fehler
errechnet.
Eine Vorrichtung zur Untersuchung von farbigen Gläsern vervollständigt
den yanzen Prüfungsapparat.
Me
Auchters „Selbstschreiber‘“ für lange Dauer.
Ihre Vorzüge und Verwendung nach Angaben des Erfinders,
Miteeteilt von Prof. Dr. Weremann- Kiel.
Die gebräuchlichen „Witterungsselbstschreiber“ (Autographen meteoro-
logischer Elemente) sind in der Regel für die Dauer einer Woche eingerichtet.
Nach einer Woche muß also das mit dem Autogramm beschriebene Papier gegen
ein neues unbeschriebenes ausgewechselt werden. Stellt sehon ein Selbstschreiber
von Wochendauer einen gewaltigen Fortschritt dar gegenüber der ein- oder
mehrmaligen täglichen Ablesung eines Instruments, so würde anderseits wieder