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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

Winters, R.:- Die Methode der Sextantenprüfung durch Winkelmessung nach Kollimatoren. 379

Bei dem Bau einer gleichen Einrichtung in dem Gebäude der Verificatie
van’s Rijks Zee-Instrumenten in Leiden wandte Adviseur-Verificateur Cosijn
eine andere Art an, um einen möglichst unveränderlichen Stand der Kollimatoren
 zu erreichen. Hier wurde nicht ein Sektor, sondern der ganze Zylinder
benutzt. Ein zylindrisches bottichförmiges Bauwerk aus Eisenbeton von 2.40 m
äußerem Durchmesser und einer Wandstärke von 0.25 m, in dessen Mitte sich
ein Pfeiler befindet, wurde mit einem abgedrehten, schweren eisernen Ring in
einer Breite von 20 cm und einer Höhe von 5 cm abgedeckt. Hierauf sind zwölf
Kollimatoren mit ihren optischen Achsen horizontal, vier einzeln und acht paarweise,
 mit großer Sorgfalt befestigt worden (Fig.1 und 2). Die Kollimatoren,
die sehr gute Objektive von 4 cm Durchmesser und 32 cm Brennweite besitzen,
Fig. 1.

AT
zz
a.

a;
Qz
\

\
; N
Ge
gı
hz
h;
4

sind auf den in der Mitte befindlichen Pfeiler, auf dem ein kleiner drehbarer
und in der Höhe verstellbarer Tisch zum horizontalen Aufstellen des Sextanten
angebracht ist, gerichtet. Da die auf Glas photographierten Fadenkreuze, die
von hinten beleuchtet werden, in den Brennebenen der Kollimatorobjektive angebracht
 sind, ist es bei der Prüfung des Sextanten nicht durchaus nötig, daß
dieser genau in der Mitte des Zylinders aufgestellt ist. Ein großer Vorteil
dieser Methode,
Durch ein auf Unendlich eingestelltes Fernrohr, welches derart auf den
Kollimator gerichtet ist, daß die Achsen parallel laufen, läßt sich feststellen, ob
ein Fadenkreuz genau in der Brennebene steht. Falls das Fadenkreuz etwas
außerhalb der Brennebene steht, so zeigen Fadenkreuz im Fernrohr und dasjenige
 im Kollimator gegeneinander eine Parallaxe. Diese Untersuchung läßt
sich genauer ausführen, wenn man zwischen Fernrohr und Kollimatorobjektiv
ein Diaphragma anbringt und dann nur den linken oder rechten Rand des
Objektivs benutzt. Hierzu bedarf es eines Fernrohrs, das auf einen unendlich
fern gelegenen Gegenstand eingestellt ist, was durch eine Autokollimation auf
folgende Weise geschehen kann. Ein Fernrohr (A) enthält ein Fadennetz (Fig. 3a),
das durch einen kleinen Spiegel in dem Okular von einer neben dem Fernrohr
aufgestellten Glühlampe Licht empfängt (Okular von Gauß). Steht das Fadennetz
 in der Brennebene, so treten die Strahlen parallel heraus. Diese werden
durch einen senkrecht zur Achse des Fernrohrs aufgestellten
 ebenen Spiegel in entgegengesetzter Richtung
durch das Objektiv zurückgeworfen und in der Brennebene
 zu einem umgekehrten Bild vereinigt, so daß in
dem Bild der Faden p! rechts und der Doppelfaden q*
links zu liegen kommt. Das Fadennetz muß nun durch
sein Bild ausgefüllt erscheinen, wobei p! zwischen qg,
und p zwischen q! liegt, was sich sehr scharf beobachten
läßt (Fig. 3b). ,
Von den 12 Kollimatoren enthalten 8 zwei einfache, 0.04 mm starke Fäden,
die senkrecht aufeinander stehen, also ein einfaches Fadenkreuz, Die übrigen
4 Kollimatoren haben zwei horizontale und zwei vertikale Fäden von derselben
            
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