Immler, W.: Ein Universaldiagramm zur Lösung des Winddreiecks 8377
zu wählenden Vorhaltewinkel ziehen. Das einzige, was sich tun läßt, ist
eine Schätzung des die Abtrift erzeugenden Windes und die Angabe der Grenzen,
innerhalb welcher der Luvwinkel voraussichtlich zu liegen haben wird. Ist eine
Abtrift bekannt, so läßt sich für die Windgeschwindigkeit wenigstens eine
untere Grenze angeben, die man erhält, wenn man das Lot Fie. 7
auf die Linie gleicher Abtrift fällt, oder den Kreis aufsucht, He
welcher die Linie gleicher Abtrift berührt. Die ihn dar-
stellende Windgeschwindigkeit ist die geringste. Aber von
dieser Größe an können alle Windgeschwindigkeiten bis zur
Relativzahl 1 (und mehr) auftreten. Will man also die zu
einem Abtriftwinkel x gehörigen Vorhaltewinkel bestimmen, so
müßte man zu AO durch sämtliche Punkte zwischen A und €
ziehen, das würde aber Vorhaltewinkel zwischen 0° und 2a er-
geben. Bis zur Grenze 1 werden aber die Winde mib so ge-
ringer Wahrscheinlichkeit anwachsen, so daß die Grenzen
wesentlich enger gezogen werden dürften. Läßt man bei einer
Eigengeschwindigkeit von 100 km/st als Maximum der wahr-
scheinlichen Windstärke 17 m/s gelten, so entspräche dies der
relativen Windgeschwindigkeit 0.6. Der Kreis mit dem Radius 0.6
uam O schneidet die Linie gleicher Abtrift AC in den Punkten D
und E. Dann liegen die möglichen Windrichtungen zwischen
OE und OD, und die ins Auge zu fassenden Vorhaltewinke!
liegen zwischen den Parallelen durch D und E zu AO,
bzw. zwischen den Zahlen D’ und E’, wo diese Parallelen den Kreis 1 schneiden.
Zur strengeren Auswahl der möglichen Winde müssen selbstverständlich noch
andere meteorologische Tatsachen und Kennzeichen herangezogen werden wie die
Annahme, daß mit größerer Höhe der Wind sich rechts dreht und zunimmt, oder
die Windänderungen aus Verlagerungen von Luftdruckdepressionen u.a. m. Je
mehr sich die maximale wahrscheinliche Windgeschwindigkeit dem Lot zur Abtrift-
linie nähert, desto geringer werden die Grenzen für den zu wählenden Luvwinkel.
Derartige für die Praxis nicht unwichtige Schlüsse lassen sich unter Anwendung
des Diagramms mit größerer oder geringerer Genauigkeit ziehen, ohne daß im
Flugzeug irgendein anderer Bleistiftstrich zu zeichnen wäre als der Steuer- (oder
Karten-) Kurs und die Windrichtung in der Karte. Der Beobachter kann also
ohne zeitraubende Konstruktion von Winddreiecken die für ihn wesentlichen Zahlen
ohne weiteres aus dem Diagramm ablesen, wodurch es ihm auch leichter wird,
die notwendigen Änderungen des Weges durch die Windbeeinflussungen zu ermitteln,
als wenn er erst aus angenommenen Werten sich jeweils durch eine Sonderzeichnung
ein Bild von der Sache zu machen hat. Freilich wird Übung im Gebrauch des
Diagramms seine Handhabung erleichtern und die Sicherheit in der Entnahme
der Resultate wesentlich befestigen.
af
Die
Methode der Sextantenprüfung durch Winkelmessung
nach Kollimatoren.
Von RB, Winters,
Zur Bestimmung des nicht immer gänzlich zu beseitigenden Exzentrizitäts-
fehlers und anderer Fehler eines Sextanten kommen verschiedene Methoden zur
Anwendung.
Es sind dies die Methoden:
i. Winkelmessung von einem Punkt aus nach umliegenden entfernten
Objekten.
Vollständige Rundmressung von einem Punkt aus nach bekannten
Winkeln,
Nach Fixsternen.
Ann, d. Hydr. usw. 1918, Heft XI/XIT.