368 Annalen der Hydrographie und Maritimen ‚Meteorologie, November/Dezember 1918,
Wert II sucht man’ in der Tafel III in der Azimutspalte auf und entnimmt die
Höhe der zugehörigen Höhenspalte. ; .
; Zur Erläuterung mögen folgende Beispiele dienen, denen die Ergebnisse
der logarithmischen Berechnung in Klammern beigefügt sind,
1. = 555° N; $Wega = 39.0° N; t = 2b 56m, ;3. g=43.7°N; 6 Mizar — 55.4°N; t = 16h 50m,
A = —151 I1= 4183 C A = 0.30 1 = — 0.44
B= +117 . lN=—029 A B = +1,53 I — + 127
C = — 034 1IlNn=+154 % C= +1,88 N = +083
also a — S79.1°W h — 56.,5°(56°31’). also a = N36.9°0 h — 26,5°(26° 27).
2, g=48.0°8; da Crucis = 62,5°S; t= 7höm, }. g=23,2°8; OO =10.6°N; t = 21h 5m,
A = +034 I = — 0.46 Ä = —0.45 I = +1.13
B = 42.01 Il = +1,75 B = —0.27 I = —0.28
C = +2,35 IN = +129 C = —0.72 II = +0,85
also a = S32.5°W h = 34.7°(34°40). ! also a = N56.8°0 h = 35.4°(35°28').
Man erhält die Höhe mit der gleichen Genauigkeit, wie das mit denselben
Tafeln bestimmte Azimut, also auf zehntel, meist auf viertel oder halbe Grade
genau. Diese Genauigkeit ist ja auch für den diesen Ausführungen zugrunde
gelegten Zweck vollkommen. ausreichend, da mit dem Sextanten, ohne ihn zu
verstellen, ein etwa 3° hohes Feld abgesucht werden kann. Das Gestirn wird
daher sicher im Gesichtsfeld sein, auch wenn man nur auf halbe oder ganze
Grade abgerundete Werte für t, 9, 6 und a als Eingänge in die Tafeln benutzt
und dadurch zeitraubendes Interpolieren vermeidet.
In der angegebenen Weise können Höhen bis zu 63° für jedes Azimut
entnommen werden. Damit wird man in der Praxis wohl auch immer auskommen,
da Höhen über 63° anders als zu Meridianbeobachtungen kaum genommen
werden. Immerhin können auch noch Höhen von 64° bis 89° mit Hilfe der
ABC-Tafeln bestimmt werden, allerdings nicht für die Azimute zwischen 0° und
26°. Es ist nämlich:
C = tang (90° — a) » cosee (90° — g),
IIL = tangh - cosec a.
Also kann auch die Tafel C als Tafel III gebraucht werden, wenn man am Fuße
derselben unter die Spalten des Azimuts (und unter die Stundenwinkelangaben
der Tafel I) die zugehörigen Grade des Komplements setzt, welche die Höhe er-
geben, und an der rechten Seite in die Spalten der Breite die zugehörigen
Grade des Komplements als Eingänge für das Azimut. Die rechte untere Ecke
der C-Tafel wäre dann zweckmäßig noch mit III zu bezeichnen. Aus dem bereits
genannten Grunde wird aber die Tafel C in der Praxis nur ausnahmsweise als
Tafel IX gebraucht werden müssen.
Da von t und a in der TafelI (C) und II (A) die cotg zur Berechnung
der Tafelwerte benutzt ist, müssen bei der Höhenberechnung größere Ungenauig-
keiten erwartet werden, wenn t nahe 0h oder a nahe 0° ist. Dann handelt es
sich aber um Meridianhöhen.
Leckys ABC-Tafeln ergeben bei sorgfältigem Interpolieren Azimut und
Höhe auf 3’ bis 4’ genau. Und dieselben Tafeln etwa mit 5-zifferigen Tafel-
werten würden sicher Azimut und Höhe auf 2’ genau ergeben, würden also auch
zur Ortsbestimmung nach der Höhenmethode verwendbar sein. Doch würden
sie infolge des dann erforderlichen genauen Einschaltens in drei verschiedenen
Tafeln keinen praktischen Gewinn gegenüber der logarithmischen Berechnung
der Höhe darstellen, es sei denn, daß man dieses zeitraubende und zu Fehlern
neigende Interpolieren durch eine entsprechende Erweiterung der Tafeln be-
seitigen würde, Dieselben würden dann wohl Azimut und Höhe für alle in
Frage kommenden Breiten und Deklinationen ergeben, aber derart umfangreich
und unhandlich werden, daß ihrem Gebrauch die Beibehaltung der gewohnten
logarithmischen Höhenberechnung vorzuziehen wäre.