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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

362 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1918, 
punkt der Wendetangente erhielt ich auf etwa 80° Breite in 86° 11’ Länge. Gegen 
den Pol zu werden die Längen kleiner, und es scheint die loxodromische Fuß- 
punktskurve auch als Spitze mit dem Grundmeridian als Tangente in den Pol 
zu münden. Da die orthodromische Fußpunktskurve auf der Länge 90° in den 
Pol einläuft, muß die loxodromische Fußpunktskurve die orthodromische schneiden 
und in Polnähe innerhalb derselben verlaufen. Für Breiten unterhalb % 
werden die Kurswinkel @ imaginär. Sie treten in das Reelle erst wieder ein bei 
Breiten zwischen — 15° und — 16° mit unendlicher Länge. Mit weiter gegen den 
Gegenpol zunehmender Breite nehmen die zugehörigen Meridiane stark ab, und 
die Fußpunktskurve mündet wieder als Spitze in den Gegenpol. Umgekehrt 
von diesem Pole beginnend, wendet sie sich immer mehr von ihm ab und umzieht 
die Kugel in immer enger werdenden Spiralen, die sich schließlich in einem 
asymptotischen Breitenparallel g’ zwischen — 15° und —16° Breite aufschießen. 
Jeder Meridian wird zwischen diesem Breitenparallel, der eine Funktion g’ = (go) 
sein muß, und dem Gegenpol von der loxodromischen Fußpunktskurve unendlich 
oft geschnitten, und diese Schnittpunkte sind Punkte maximaler loxodromischer 
Distanz vom Grundpunkt, 
Herr Maurer spricht von vier und mehr Minimis und Maximis der 
Distanz zwischen Grundpunkt und Meridian, Ich kann dieser Behauptung in 
dieser Form nicht beipflichten, Liegt der Grundpunkt auf dem Aquator, so ist 
die loxodromische Fußpunktskurve der Aquator selber, weil die beiden Breiten- 
hälften doch symmetrische Verhältnisse aufweisen müssen. Es wird hier w% (0) = 0. 
Hier auf dem Äquator hat dann die Kurve gleicher loxodromischer Distanz 
einen dritten Berührungspunkt mit der Begleitkurve. Ich habe auch die Kurve 
d = 90° = 5400 Sm für 9 = 5° untersucht und wohl einen Berührungspunkt 
mit einem Meridian 91° 40’ auf der gleichnamigen Breite 35° 47’ gefunden, aber 
keinen solchen auf der entgegengesetzten Halbkugel, 
Aus den Untersuchungen habe ich nun folgendes Bild gewonnen: 
Auf jedem Meridian gibt es keinen oder nur einen Punkt, der 
von einem Grundpunkt kleinste loxodromische Entfernung hat. 
Dieser Punkt liegt dem benachbarten Pol näher als der Grundpunkt. 
Ist die Distanz größer als die Distanz des Grundpunktes vom 
benachbarten Pol, so kann dazu in der Nähe dieses Pols ein Maximum 
der loxodromischen Distanz auftreten. Minimum und Maximum treten 
dann paarweise auf, oder es gibt keines von beiden auf der gleichen Seite vom 
Äquator. 
Ist die Distanz größer als die Distanz des Grundpunktes vom 
entfernten Pol, so treten auf jedem Meridian unendlich viele Maxima 
der loxodromischen Distanz auf, deren Breiten sich auf jedem Meridian 
vom Pole ausgehend einem bestimmten Grenzwert = ıw(%) nähern. 
Zwischen % und (g) gibt es auf keinem Meridian weder Maxima 
noch Minima loxodromischer Distanz. I 
Für den Aquator = 0 wird v(%) = 0; der Äquator selbst ist 
Linie kleinster loxodromischer (und orthodromischer) Distanz. 
Damit sind die Eigenschaften der betrachteten Kurven noch keineswegs 
erschöpft. Für die Praxis kommt lediglich die loxodromische Fußpunktskurve 
als Linie kleinster loxodromischer Distanz in Betracht. Von Interesse dürfte 
noch die Frage des Unterschiedes zwischen orthodromischer und loxodromischer 
Distanz zweier Punkte der Erdoberfläche sein. 
August 1918.
	        
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