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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1911.
Flußmündung liegt schätzungsweise 1 Sm weiter südwärts. Der Strand ist flach,
die Brandung selbst bei ruhigem Wetter hoch. Ankerplatz 1.5 Sm vom Lande auf
4.5 Faden,
Kikshik. Nach der Karte ist die Mündung des Kikshik gabelförmig. Der
nördliche Arm hat sich jedoch seit etwa 20 Jahren geschlossen und zu einem
See erweitert. Der Abfluß des Wassers erfolgt nur noch durch den südlichen
Arm, der auf seiner letzten Strecke etwa 2 Sm längs der Küste von Süd nach
Nord läuft und in 53° 25’ N mündet. (14 Sm südlicher als in der Karte
verzeichnet.) Am rechten Ufer ist nahe der Mündung eine 7 m hohe Stangen-
bake errichtet, auf welcher zuweilen eine Laterne brennt, um der einer russischen
Gesellschaft gehörenden Dampfbarkasse die Einfahrt zu bezeichnen. Das Fluß-
wasser ist bis nahe an die Mündung noch als Trinkwasser brauchbar. Auf dem
Ankerplatz in 0.5 Sm Abstand von der Küste, auf 4,5 Faden, wurden folgende
Gezeitenbeobachtungen ausgeführt: Am 20. August bei Vollmond war um 5 N
Hochwasser, die Hubhöhe betrug 8 Fuß. Der größte Strom wurde etwa drei
Stunden vor Hochwasser zu 2 bis 3 Sm bestimmt. An diesem Tage trat nur
ein Hochwasser auf, daß auch während 4 Tage um die Zeit des Vollmondes nur
einmal des Tages stattfindet, In der übrigen Zeit wechseln die Gezeiten ziem-
lich regelmäßig alle 6 Stunden, das Wasser steigt dann aber nur etwa 4 Fuß.
Die Barre der Flußmündung konnte mit der 3 Fuß tief gehenden Dampfpinasse
von 38 Stunden vor bis 3 Stunden nach Hochwasser passiert werden. Bei der
russischen Fischerei, die auf der zwischen Flußmündung und dem Meere vor-
springenden Landzunge liegt, wurde ein hölzernes Gebäude errichtet, das als
gute Landmarke in Betracht kommt. Eine weitere vorzügliche Landmarke ist
ein schätzungsweise 18 Sm von der Küste entfernt liegender Berg, dessen Spitze
zwei sattelförmige Einbuchtungen hat. Vermutlich ist es der auf der Karte
von Kamtschatka mit Muchina bezeichnete Berg. Vom Ankerplatz peilten wir
die höchste Spitze rw. O0. Die Landungsverhältnisse lagen hier etwas günstiger,
die Brandung war nicht so hoch als an den anderen Orten.
Kola. Auf der Fahrt von Kikshik nach Kola sichteten wir in etwa 53°
44’ N am Strande eine Bake in Form einer Pyramide, welche wahrscheinlich die
Mündung des Pymta-Flusses bezeichnet. Eine Lotung in etwa 2 Sm von der
Küste ergab 11.5 Faden,
Die Mündung des Kola liegt nach den Beobachtungen aus mehreren
Mittagsbreiten auf 53° 49.4’ N, 16 Sm südlicher als auf der Karte angegeben.
Ankerplatz etwa 0.4 Sm vom Strande auf 4,5 Faden. Die Ladung wurde größten-
teils im Fluß gelöscht, dessen einzelne Arme sich kurz vor der nur etwa 15 m
breiten Mündung vereinigen. Einer dieser Arme zweigt sich kurz vor der
Mündung nach Nord hin ab und ist vom Meere nur durch eine schmale Kies-
bank getrennt; der Arm fällt bei Niedrigwasser fast trocken. Nach Angabe der
Einwohner soll der Kolafluß 3 Mündungen haben, von denen die hier beschriebene
die mittlere ist. Baken oder sonstige Landmarken sind nicht vorhanden. In
der Gegend am Kolaflusse gibt es viele Bären; die bis an den Strand kamen und
von Bord aus beobachtet werden konnten, Das Flußwasser ist bis nahe an die
Mündung noch trinkbar, der Fischreichtum ist groß, Ungefähr 5 Sm landeinwärts
liegt der Ort Kolovskoje.
Woroffski. Am südlichen Ufer, nahe der Mündung des Flusses, steht auf
einer Anhöhe eine etwa 4 m hohe Bake in 54° 11’N. Ein baldiger Verfall des
aus Treibholz gebauten Seezeichens ist wahrscheinlich; das im Jahre 1908 noch
gesehene Toppzeichen, ein Rhombus, fehlte bereits. Von Süd kommend, ist die
Bake gut auszumachen; sie erscheint als eine niedrige, an der Grundlinie sehr
breite Pyramide. Etwa 2 Sm nördlich der Bake stehen mehrere Gebäude, welche
zu einer russischen Fischerei gehören. Weitere 3 Sm nördlich steht ein einzelner
Wellblechschuppen der »Kamtschatka - Trading - Kompagnie«, bei welchem die
Dampfer der Freiwilligen Flotte in der Regel löschen,
Der Woroffskoje-Fluß fließt in seinem Unterlauf etwa 10 Sm nahe der
Küste nach Süden und hat sich hier zu einem etwa !/, Meile breiten Haff
erweitert. In der Karte ist dasselbe als »Golf of Chkanigitsch« bezeichnet,