344 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1918.
dreieck im Sehkreise A ausdrücken... läßt. Der Kurs von A und die Richtung
dieses Sichtstreifens hängen zusammen; man kann ihm durch die Wahl des
Kurses von A jede beliebige Richtung geben. Aber nur mit der Richtung
quer zum Fahrwasser läßt sich die vollständige Beobachtung durch Anreihen
eines - Beobachtungsstreifens, z. B. I, II, an den andern durchführen. Mit
dieser Linie quer zum Fahrwasser, welche dem von A einzuschlagenden Kurse
entspricht, wenn die zu beobachtenden Schiffe sich nicht bewegen, der Geschwindigkeit
vy = der Maximalgeschwindigkeit der erwarteten Schiffe und der Geschwindigkeit
va als Bogen von A nach der Senkrechten zur Fahrtrichtung ist
das Bewegungsdreieck gebildet. Für irgend einen beliebig gewählten Punkt a
in dem senkrechten Sehstreifen läßt sich durch die Zeichnung des Bewegungsdreiecks
feststellen, daß er in den Sehkreis von A auf dem Wege nach A, hineingeraten
muß, Mit dem Ankommen von A in A, befinden sich die Schiffe, welche
ursprünglich in dem senkrechten Sehstreifen I von A waren, in einem solchen
von A, ausgehenden. Mit einer Konstruktion des neuen Kurses wie A würden
bei dem Überqueren wieder die gleichen Schiffe gesichtet werden, die schon
einmal gesichtet wurden, was ja nicht dem Zwecke entsprechen würde. Zu dem
Zwecke steuert A um den Betrag seines Sehkreisdurchmessers auf der Grenzlinie
des Fahrwassers mit Gegenkurs gegen die zu beobachtenden Schiffe nach
A,, ehe zur Kursänderung zur Überquerung nach A, mit der Bildung des Bewegungsdreiecks
in A, geschritten wird. Für dieses Aufdampfen in den Sehkreisdurchmesser
von A, nach A, gilt nun nicht allein die Geschwindigkeit von A,
sondern zu ihr ist die Geschwindigkeit der entgegenkommenden Schiffe hinzu
zu addieren. Zum Beispiel betrage der Sehkreisradius 5 Sm, die Fahrt von A
12 Sm, von B 8 Sm; A muß 2X 5Sm = 10Sm mit der Fahrt 12 + 8 = 20 Sm,
— 0.5 Stunden aufdampfen. Durch dieses Aufdampfen mit nachfolgender Kursänderung
und Überquerung des Fahrwassers legt A einen zweiten Sehstreifen II
von der Breite des Sehkreisdurchmessers an den ersten Sehstreifen, Und so gibt
jede Überquerung einen neuen Sehstreifen, so daß nach drei Überquerungen eine
Strecke von 30 Sm Tiefe bei 5 Sm Sehkreisradius einwandfrei beoachtet ist.
Sämtliche Schiffe mit der angenommenen Maximalfahrt müssen den Sehkreis
von A passiert haben, wenn sie innerhalb der 30 Sm-Zone bei Beginn der Beobachtung
standen. Ebenso werden alle Schiffe mit geringerer Geschwindigkeit
gesichtet, welche entsprechend ihrer Geschwindigkeit in einer Zone von geringer
Tiefe, z. B. nur I und II, standen. ;
Diese Art der Beobachtung setzt für den Beobachter einen Fahrtüberschuß
über die Maximalfahrt der erwarteten Schiffe voraus, setzt damit aber an die
Stelle des zufälligen Sichtens die Gewißheit der Erfüllung des angestrebten
Zweckes. Je größer der Fahrtüberschuß v, über vv ist, um so tiefer kann in
gleichen Zeiträumen die beobachtete Zone werden. Es ist nicht nötig, bei dem
Aufdampfen um den Sehkreisdurchmesser die Fahrt beizubehalten, nur muß die
veränderte, also wohl vermehrte Fahrt für das Ablaufen der Strecke in Anrechnung
gebracht werden, Gotzhein, Fregattenkapitän z. D.
Gradnetze zenitaler Karten großen Maßstabes.
Von A, Wedemeyer,
(Schluß.)
Netz für stereographische Karten.
Bezeichnungen wie S. 263. Das Halbmessergesetz des stereographischen Entwurfs
lautet o= 2M tang z) mithin
x = M?2 tang -5- cos A
y = M2tang Sein A
+
zZ
Lt — 4 M? tang? -5-.