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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

342 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1918, 
zogen, woraus A,C, = FC. Wird CB = C,B, gemacht, sind in den beiden Drei- 
ecken FCB und A, C, B, zwei Seiten und die Winkel bei C gleich, und damit ist der 
Winkel bei A, gleich dem Winkel bei F= 90°. Es läßt sich also mit Hilfe des 
Bewegungsdreiecks die Peilung des Objektes B von jedem Punkte der Linie AC 
auf den Kurs von A übertragen, indem von diesem Punkt A, die Parallele A, A, 
zu BC in A, den Standort von A in dem gewünschten Augenblick bezeichnet. 
A,B ist die Peilung von B; die Parallele zu dieser Peilungslinie A,B, gibt den 
Standpunkt von B an, wenn A in A, ist, . 
Der Beweis für die Richtigkeit wird in gleicher Weise geführt wie er oben 
für die kürzeste Passierentfernung geliefert wurde. 
Aus der bekannten Fahrt von A läßt sich zeitlich der Moment des An- 
kommens in A, und hieraus auch der Augenblick der Peilung A,B, wie auch 
bei bekannter Entfernung AB die Entfernung A,B, oder bei geschätztem Ab- 
stande AB der Entfernungsunterschied zwischen AB und A,B, im voraus be- 
Fig. 9 stimmen. Diese einfache Konstruktion gibt also ein völliges 
a Bild über Zeit, Raum und alle Einzelheiten des Manövers 
im voraus. 
Es tritt bei Antreffen von Segelschiffen oder Fischer- 
flotten auf schnellen Dampfern häufig die Frage auf, bis 
zu welcher Peilung die Segler gesichtet werden können, 
ohne daß der Dampfer seinen Kurs zum Herumgehen 
hinter ihrem Heck zu ändern gezwungen ist. Hierbei ist 
der Abstand der Segler, wenn sie vollständig über dem 
Horizont erscheinen, aus der Sehhöhe des Dampfers be- 
kannt, ihre Maximalgeschwindigkeit folgt mit guter Ge- 
nauigkeit aus der Windstärke, Zur zeichnerischen Lösung 
werden die beiden Kurse rechtwinklig zueinander ge- 
zeichnet (Fig. 9), Von dem Kursschnittpunkt aus wird 
mit vy und v, in D, A, C, das Bewegungsdreieck gezeichnet. 
Um den Schiffsort von A wird mit der aus der Augeshöhe resultierenden 
Entfernung bis zum Horizont ein Kreisbogen geschlagen, nach welchem von A 
‚aus eine Parallele zu A, C, gezogen wird. Im Abstand der Vorhaltestrecke BC 
wird mit dem rechtwinklig angesetzten Kurse von C der gesuchte Sichtungs- 
punkt B im Horizontkreisbogen gefunden, DAB ist die gesuchte Peilung, welche 
noch ein Passieren vor dem Bug von B gestattet, wenn die angenommene Ge- 
schwindigkeit vy nicht überschritten wird, 
Auf ähnliche Weise läßt sich zeichnerisch feststellen, wieviel Platz ein 
Schiff zum Passieren vor. dem Bug eines in Fahrt befindlichen Schiffes be- 
ansprucht, oder mit anderen Worten, in welcher Mindestentfernung das passierende 
Schiff mit seinem Bug in die Kiellinie vor dem Bug 
Fig. 10. des fahrenden Schiffes eintreten muß, um diese Linie 
mit dem Heck vor dem Bug des Schiffes passiert zu 
haben. (Fig. 10.) 
Auf dem Kurse von B wird mit vp und dem 
Kurse und der Geschwindigkeit von A = v, das Be- 
wegungsdreieck CDE gebildet, Die Strecke ED wird 
gleich der Schiffslänge von A gemacht und vom Heck 
von A die Parallele zu EC gezogen, welche unmittelbar 
vor dem Bug von B die Kurslinie schneidet. DB ist die 
gesuchte Entfernung. Diese ist, wie aus der Zeichnung hervorgeht, abhängig 
von dem Fahrtverhältnis va: v». Je größer die Fahrt von A, also va, gegen vYı 
wird, desto geringer wird die Raumbeanspruchung; kurz, es gilt das Verhältnis 
Ya Schiffslänge 1vb . x n x x z 
ST oder x = Die Kurswinkel zwischen beiden Schiffen sind 
völlig gleichgültig für den Raumbedarf, und ebenso ist eine Kursänuderung zur 
Raumersparnis völlig unnütz. Nur eine Fahrterhöhung von A oder eine Fahrt- 
verminderung von B kann den zu beanspruchenden Raum verkleinern. 
;fc AB
	        
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