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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

338 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1918,

die richtigen Werte in der Form finden läßt, daß es heißt: „läuft der. Gegner
jene Fahrt oder Kurs oder ist sein Abstand so groß, müssen die fehlenden Werte
von Kurs, Fahrt und Abstand diese sein“.
Bedingung zum Gelingen der Bestimmung ist, daß beide Schiffe während
der Beobachtungszeit Änderungen in Kurs und Fahrt nicht vornehmen. .
Die Grundlage für diese Bestimmung sind drei aufeinander {folgende
Peilungen mit ihren Zwischenzeiten und die Folgerung, daß sich die in den
Zwischenzeiten durchlaufenen Strecken wie die Zwischenzeiten selbst verhalten
müssen, Die Lösung der Aufgabe besteht darin, durch die drei Peilungslinien
eine vierte gerade Linie zu legen, deren Abschnitte sich wie die Zwischenzeiten
verhalten. . .
Die Lage der drei Peilungslinien zueinander kann natürlich unendlich verschieden
 sein, doch lassen sich einige Sätze herausschälen; ;
. a) bei Gegenkursen schneiden sich die Linien zwischen beiden Schiffen in
drei Punkten. Diese drei Punkte rücken zu einem Punkt zusammen, wenn die
Kurse parallel sind; ;
b) bei mitlaufenden Kursen schneiden sich die Linien in’ drei Punkten
außerhalb der beiden Schiffe, Bei parallelen Kursen rücken diese drei Punkte
zu einem Punkt zusammen; bei parallelen Kursen und gleicher Fahrt liegt
dieser Punkt unendlich fern, d. h. die Peilungslinien laufen ‚parallel. . 8
Das anzuwendende Verfahren zum Finden der gesuchten Werte ist am
einfachsten, und soll darum hier zunächst beschrieben werden, wenn der Beobachter
 mit seinem Schiffe keine Fahrt läuft oder an Land sitzt und ein
passierendes Schiff beobachtet. (Fig. 1.) Er nimmt nach dem Schiffe, z. B. dem
Schornstein, drei Peilungen: I, II, III, unter Aufnotierung
Fig. 7 der Zwischenzeiten t, und t,, z. B. Peilung I—1I = 508,
Peilung II—III =— 75%, Die Peilungslinien werden mit
Winkeltransporteur auf Papier übertragen, wenn sie nicht
direkt auf den Peilapparat gelegtes Papier gezeichnet
werden. Ohne Zweifel müssen sich die vom Schiff zwischen
den Peilungslinien durchlaufenen Strecken wie die Zwischenzeiten,
 also wie 50:75 verhalten. Zum Finden des Kurses,
welcher dieser Bedingung entspricht, wird in einem beliebigen
 Punkte B der Peilungslinie I eine Senkrechte
errichtet. und auf ihr werden in ganz beliebigem Maßstabe
z. B. 25° = 1 cm die Zwischenzeiten = BC und CD abgetragen.
 Parallelen in C und D zur Peilungslinie I treffen die Peilungslinien II
und III in C, und D,. Die Linie D, C, und ihre Verlängerung nach B,; ist in
der Richtung EB; D, der gesuchte Kurs des beobachteten Schiffes.
Zum Beweise wird die Linie BC,D, | B, D, gezogen, wodurch die ähnlichen
 Dreiecke BCC, und BDD, entstehen. Aus ihnen folgt A = Cr. = Et
Das gleiche Verhältnis besteht bei At als Seiten in den Parallelogrammen
BB,C,C, und C„C,D,D,. Bei parallelen Linien zu BD, behalten die Abschnitte
zwischen den Peilungslinien infolge der entstehenden ähnlichen Dreiecke das
Verhältnis t, it.
Ist die Fahrt des Schiffes bekannt, kann die in den Zeiten t, und t
durchlaufene Strecke in einem Maßstabe z. B. 1000 m = 1 cm abgetragen werden.
Die so gefundene Linie B,D, gibt dann nicht eine Parallele zum Schiffskurse,
sondern den Schiffskurs selbst in seinem Abstande von A gemessen in dem zum
Abtragen der durchlaufenen Strecke gewählten Maßstabe.
Bei bewegtem Beobachter ändert sich das Bild insoweit, als die drei
Peilungslinien nicht von einem Punkte, sondern von drei Punkten ABC auf der
Kurslinie im Abstande der in den Zwischenzeiten in irgend einem Maßstabe aufgetragenen
 Strecke ausgehen. (Fig. 2 und 3.) Es bleibt auch hier die Aufgabe,
 die drei Peilungslinien durch eine vierte Linie derart zu kreuzen, daß die
Abschnitte zwischen den Linien in dem Verhältnis der Zwischenzeiten zwischen
den Peilungen stehen. Zur Durchführung dieser Aufgabe wird wieder in einem

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