accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

Schulz, B.: Die Frage der Permanenz der Ozeane und Kontinente.“ 8335 
Nach. den: aus jenen geologischen Zeiten erhaltenen Gesteinen‘ ist ‘dies aber 
durchaus ‚unwahrscheinlich.‘ SM Sehe 
” Die historische Geologie und Paläontologie liefert weitere allgemein gültige 
Gründe für die Permanenz auch der- Tiefenregion- Da'wir-än der durch vielfache 
Tatsachen gestützten Entwicklungstheorie hicht zweifeln können, müssen sich die 
Lebewesen-- irgend eines geologischen Zeitalters‘ aus denen des vorhergehenden 
entwickelt haben. . Die gefundenen Fossilien Tassen dies aber nicht erkennen, ‚ viel- 
mehr” unterscheiden‘ sich die neu auftretenden. Formen ‚einer Periode scharf‘ von 
denen der vorhergehenden. Die nach der Entwicklungstheorie zu fordernden Über- 
gangsformen werden nicht gefunden. Demnach kann sich die fortlaufende‘ Ent- 
wicklung der marinen Lebewelt nicht in den epikontinentalen Meeren, sondern nur im 
Gebiet der heutigen Ozeane vollzogen‘ haben: Große Teile der Tiefenregion müssen 
mindestens seit jener. geologischen Epoche, aus der die ersten Lebewesen be- 
kannt sind, also dem Präkaämbrium; ozeanische Räume und die Kontinente’ als 
Hochgebiete zu ihnen im Gegensatz gewesen sein. —' Außer diesem allgemein 
gültigen Grunde sind aus dem- Gebiet. der Paläontologie: noch einige nur für ‘ber 
schränkte Zeitalter gültige Beweise für‘ die Permanenz beigebracht worden. Für 
das Kambrium. ist anzunehmen, daß im Gebiet‘des Pazifik und Atlantik Ozeane 
bestanden haben müssen,‘ desgleichen ist der Pazifik für die Zeit des Mesozoikum 
erwiesen. : Für die Trias hat.Diener kürzlich gezeigt, daß die Verbreitung von 
Faünd:und Flora und auch der Charakter-der aus jener Zeit stammenden‘ Ge- 
stein& durchaus erklärbar $ind bei nur ganz unwesentlichen Veränderungen der 
Begrenzung der ‘heutigen Hochgebiete;” +5) "4 a 
' Die‘ von «den. Gegnern‘ der Permanenz‘ angeführten . zahlreichen Gründe 
gegen die Permaänenz der Ozeane ‚und Kontinente beruhen im wesentlichen auf 
der. Verbreitung der -Tier- und. Pflanzenwelt von‘ Land: und Meer, einem, nach 
Soergel-sehr .vieldeutigen Material. Die‘: Verbreitung ‘mariner‘, Organismen 
liefert nur „sehr unsichere: Anhaltspunkte,‘ da‘ deren Ausbreitung über,’ weite 
Meeresgebiete nicht allein vom Küstenverlauf sondern auch von den jeweiligen 
Meeresströmungen, Wassertemperaturverhältnissen usw; abhängt‘ und ungünstiges 
Zusammenwirken derartiger Faktoren: ebenso trennend‘ wirken. kann‘ wie “ein 
Kontinent. Die Verbreitung der Landflora- bietet infolge der leichten. Verbreit- 
barkeit von Samen ‚durch Wind, Strömungen; Vögel‘ ebenfalls ‘keine -einwand- 
freien: Beweise für das‘ Bestehen- von Landbrücken, ‚ebenso. wenig ‚wie jene. der 
Schnecken und Insekten- für .die gleichfalls transmarine: Verbreitung "eine große 
Rolle spielt. Von. den. Wirbeltieren‘ der geologischen Vorzeit, die :bei‘ der Ver: 
breitung. fast ausschließlich‘ auf das Festland beschränkt waren und die Somit 
am besten Aufschluß über den früheren Zusammenhang der Kontinente‘ geben 
könnten, haben wir zu wenig Funde, um mit einiger Sicherheit Schlüsse ’machen 
zu‘ können. ; N | 
Trotz seiner kritischen Betrachtungsweise muß Soergel gewisse Änderungen 
der großen Züge der Erdoberfläche im Verlaufe der Erdgeschichte zugeben, 
Für das Bestehen eines südatlantischen. und eines südpazifischen‘ Kontinents so- 
wie‘ der östlichen ‘Hälfte des Gondwanalandes gibt es keine einwandfreien 
Gründe. ‘Eine Landbrücke von Afrika über Madagaskar, die Seychellen, 
Maskarenen,- Malediven nach Ceylon und Vorderindien im frühen Mesozoikum 
muß angenommen werden, außerdem die Existenz der Nordatlantis, deren Süd- 
grenze etwa in der Gegend der heutigen 1000- und 2000: m-Linie gelegen hat, 
Für. Australien ist‘ eine frühere - Landverbindung über den: hinterindischen 
Archipel.mit Hinterindien wahrscheinlich; auch-ist eine ausgedehntere Verbindung 
als.die heutige zwischen Süd- und Nordamerika anzunehmen, Die. ostasiatischen 
Inselkränze: von den Aleuten bis zu‘ den Philippinen, haben, einst, einen’ Teil des 
Kontinentalblocks gebildet. ‘Im 'Atlantischen Ozean‘ haben wahrscheinlich‘ die 
Kapverden und Kanaren mit dem Festlande zusammengehangen, ‘Eine  wesent- 
lichere Veränderung des heutigen Kartenbildes bildet eine aus tiergeographischen 
Gründen wahrscheinliche von Südamerika über die Falklandsinseln, Süd-Georgien, 
Süd-Orkney-Inseln nach‘ der. “Antarktis und von dort‘ über Neu-Seeland nach 
Australien reichende Landbrüeke. »-
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.