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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

330 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Noveniber/Dezember 1918. 
8 ist hier die potentielle Temperatur; wir können an ihrer Stelle die geläufige 
gewöhnliche Temperatur u einführen, die mit jener, soweit keine Kondensation 
vorhanden ist, genügend genau durch die Beziehung verknüpft ist: s=u-+10-*z, 
Es wird 
; ds _ du _ dis du 
az 5 da 107% aa = Am 
somit gelten die oben angeführten Formeln auch, wenn man an Stelle des s die 
gewöhnliche Temperatur einsetzt. Es ist also der Arbeitsverbrauch in der 
2 
Volumeinheit AR der Arbeitsverbrauch zwischen den Höhen z, und z,: 
. du du | 
AR(de u dr 2) 
Soweit der Austausch genügend konstant ist, wird also in den Schichten 
2 . 
mit positivem Li d. h. solchen, in denen sich die senkrechte Temperatur- 
zunahme nach oben steigert bzw. die Temperaturabnahme sich verringert, Arbeit 
gegen den Luftdruck, also letzten Endes gegen die Schwerkraft geleistet, und 
zwar wird diese Arbeit auf dem Umweg über die ungeordnete Bewegung der 
geordneten Strömung, der einzigen Quelle mechanischer Energie, entzogen. 
Umgekehrt leistet in den Schichten mit negativem Az also mit nach 
oben sinkender Temperaturzunahme bzw. verstärkter Temperaturabnahme, die 
Schwerkraft Arbeit, doch findet diese höchstens in einer Verstärkung der un- 
geordneten Bewegung einen Ausdruck, sie kann aber nie auf solchem Umweg 
der geordneten Bewegung zugute kommen. 
Betrachten wir nun die mittlere Temperatur in der Troposphäre, wie sie 
uns etwa durch die internationalen Aufstiege gegeben ist, so treffen wir in 
Bodennähe rund ein Temperaturgefälle — 4.5 . 10—5° C/em, in der Schichte 
stärkster Temperaturabnahme in etwa 7 bis 8 km hat es seinen höchsten Wert 
3 
von etwa —7,5° C/em. Von Bodennähe bis dort hinauf ist A im ganzen negativ; 
mit R— 2.89 -10° und A = 50 würde die Schwerkraft in der Troposphäre die 
Arbeit von 2.89.10-°. 50.3.1075 = 4340 Erg/cm®* sek leisten, die der un- 
geordneten Bewegung zugute kommt, nicht aber dem Wind. 
2 .. 
In einzelnen Teilen ist jedoch Sn positiv, so z. B. beim Übergang zur 
Troposphäre oder wegen der nie ausgeglichenen Temperaturverteilung auch 
über kürzerer Höhenerstreckung in tieferen Schichten, insbesondere an der 
unteren Begrenzung von Inversionen. Das sind die Stellen starken Energie- 
verbrauchs auf Kosten der ungeordneten Bewegung, und zwar handelt es sich 
da um Beträge, die bis auf ein Mehrfaches der früher gerechneten ansteigen 
können. Da diese ihre Wirkung auf engerem Gebiet äußern, folgt aus solchem 
Zustand sofort eine entsprechende Herabminderung der Windgeschwindigkeit, 
in weiterer Folge des Austausches; wir haben dann annähernd die Verhältnisse, 
die wir beim ersten, weitläufig gerechneten Beispiel für die untersten boden- 
nahen Schichten fanden. Auf diese selbst ist die Formel in der Form nicht an- 
wendbar, denn die Annahme konstanten Austausches wiche zu sehr von der 
Wirklichkeit ab. 
Vergleich von Arbeitsleistung und Arbeitsverbrauch. 
Wir haben nun wichtige Glieder im Haushalt der Lufthülle an mechanischer 
Energie bestimmt: 1) die Energiemenge, die der mittleren theoretischen Wind- 
verteilung entnommen und in lebendige Kraft der ungeordneten Bewegung ver- 
wandelt wird; 2) die Energiemenge, die wieder der ungeordneten Bewegung 
entnommen wird und Arbeit gegen die Schwerkraft leistet, und zwar bloß jenen 
Teil davon, der durch die Erwärmung und Ausdehnung ganzer Schichten wirkt. 
Der andere, auf die Bewegung der einzelnen Luftmassen gegen die stabile 
Lagerung verwendete Teil wurde nicht erfaßt.
	        
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