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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

3920 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1918. 
ist und daher von Nutzen sein. Um die Abweichungen von dem mittleren Zustand 
zu ermitteln, ist der Anteil eines jeden der Faktoren an der Ursache des erhöhten 
Wasserstandes Stunde für Stunde bestimmt worden, so daß die größte erreichbare 
Gezeitenhöhe plus der größten erreichten und als absolutes Maximum angenommenen 
Aufstauung die größte erreichbare. Sturmfluthöhe ergibt. 
Tabelle II, 
Mittlere 
Sturmfluthöhe 
Normal, ...... 
Abnorm .... 
30. September 1911 
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— 
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{m vorliegenden Falle handelt es sich nicht um die Füllung eines Beckens 
oder einer tief einschneidenden Bucht, sondern um eine sich durch das Wasser 
fortpflanzende Welle. Die Annahme, daß die südlich von dem Abschlußdeich 
aufgenommene Wassermenge auch nach dessen Herstellung nördlich davon 
Platz finden müsse, verstößt gegen die gangbare und bewährte Gezeitentheorie. 
Die mit kleiner Amplitude aus dem Ozean kommende und bei den Küsten an 
Höhe zunehmende Gezeitenwelle läßt jetzt bei Erreichung des von N nach S 
laufenden Teiles der friesischen Küste eine gewisse Wassermenge nach dem süd- 
lichen Teil der Zuiderzee strömen, weil in dieser viel später Hochwasser ist. 
Mit Zunahme der geographischen Länge fallen die Zeitpunkte von Hoch- und 
Niedrigwasser der astronomischen Tide später, die dabei in den verschiedenen 
Seegatten mitwirkenden Faktoren tragen nicht zu derselben Zeit dazu bei. 
So hat Haaks-Leuchtschiff‘ 1.1 Stunden früher Hochwasser als das Leuchtschiff 
Terschelling-Bank und 2 Stunden früher als die Ostseite von Terschelling. Je 
östlicher das Seegat, desto später kommt die astronomische Tide an. 
Bei dem durch Sturmflut verursachten Hochwasser tritt ganze oder teil- 
weise Füllung der Zuiderzee aus der Nordsee mit örtlicher, von der Länge des 
Weges und der Tiefe des Seegebietes abhängigen Aufwehung oder Aufstauung 
in der Zuiderzee auf (Tabelle I). Nach erfolgter Abschließung strömt nördlich 
derselben das Wasser nach binnen, bis der Nordseestand erreicht ist, während 
das früher südlich der Abschließung aufgenommene Wasser natürlich außer 
Betracht bleibt. Da der Nordseestand früher erreicht wird, so folgt daraus, daß 
die Aufwehung etwas länger als jetzt dauern wird, die jedoch auf einem kürzeren 
Weg und weniger günstigen Seegehiet wirkt. Die Depressionen der von SW 
durch W nach NW drehenden Winterstürme haben eine OSO-Bahnrichtung, so 
daß die dadurch verursachte Aufstauung am Helder oder bei dem Leuchtschiff 
Haaks früher als weiter östlich auftritt (zwischen diesem und dem Leuchtschiff 
Terschelling-Bank beträgt der Unterschied 2 Stunden). Sowohl Gezeiten wie 
Sturmaufstauung treten somit östlich Terschelling später als westlich davon auf, 
was in Verbindung mit der durch Beobachtungen gefundenen Tatsache, daß 
WNW-Winde zwischen Vlissingen und Vlieland die größte Aufstauung geben und 
weiter nach Osten NW- und NNW-Winde wirksamer sind, sowie in Verbindung 
mit dem großen Abstand von dem Abschlußdeich und dem Umstande, daß die 
Gezeiten wie Aufstauung und Abfluß durch andere Seegaten als die westlich von 
Terschelling ein- und ausströmen, es erklärlich macht, daß die Ostseite von 
Terschelling als Grenze zwischen den Seegebieten anzusehen ist, in denen nach 
Abschließung Veränderungen in dem Wasserstande zu erwarten sind oder nicht, 
Örtliche erhöhte Gezeitenwirkungen oder örtliche erhöhte Aufstauungs- 
erscheinungen werden, wie in Zoutkamp, Delfzyl, Nieuw-Statenzyl, Wilhelms-
	        
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