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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1918. 
Die Sturmfluten längs den Nordsee- und den Zuiderzee-Küsten 
in Verbindung mit der Abschließung der Zuiderzee, 
Gegen die nunmehr von den Generalstaaten beschlossene und zur Aus- 
führung gelangende Abschließung und teilweise Trockenlegung der Zuiderzee 
durch einen Seedeich von der Nordholländischen Küste über die Insel Wieringen 
nach Piaam an der Friesischen Küste (siehe Fig. 1) ist von verschiedenen Seiten 
der Einwand erhoben, daß die bei Sturmfluten zwischen den Nordsee-Inseln ein- 
strömenden Wassermassen bedeutend höhere Stände gegen die Friesische. und 
Groninger Küste als jetzt verursachen würden, so daß die Sicherheit der beiden 
zugehörigen Provinzen dadurch ernstlich gefährdet werde. Von den diese Frage 
behandelnden Untersuchungen ist die des Herrn P. H. Galle, Adjunkt-Direktors 
bei der Abteilung „Ozeanographie und maritime Meteorologie“ des Königlich 
Niederländischen Meteorologischen Instituts in De Bilt von ganz besonderer 
Wichtigkeit, indem sie in einer ausführlichen, von der Zuiderzee-Vereinigung 
herausgegebenen Abhandlung: Stormvloeden langs de Noordzee- en de Zuiderzee- 
Küsten door P. H. Galle (Buchhandlung von E. J. Brill, Leiden 1917) den Ur- 
sachen und Folgen der Sturmfluten längs den genannten Küsten auf Grund der 
Unterlagen von 100 Jahren nachforscht und von den höchsten Sturmfluten und 
den dabei beobachteten Erscheinungen offizielle Ziffern mit vergleichenden 
Tabellen und Karten gibt. Die systematische Erklärung der Tatsachen und der 
streng logische Aufbau der Schlußfolgerungen zur Lösung der Frage auf wissen- 
schaftlichem Wege tragen dazu bei, bezüglich der Gefährdung der genannten 
Provinzen beruhigend zu wirken. 
Zunächst werden die beiden, die Sturmfluthöhe hervorrufenden Ursachen, 
nämlich die vorher zu berechnende astronomische (die Gezeiten) und die meteoro- 
logische, sowie die Rolle, die die Gezeitenbewegung dabei spielt, einer Unter- 
suchung unterworfen. Die auf Rechnung der meteorologischen Einflüsse kommende 
Erhöhung oder die Aufstauung wird durch entferntere und örtliche Einflüsse 
verursacht. 
Zur Ermittelung der entfernteren Einflüsse, die ihre Entstehung an unseren 
Küsten dem allgemeinen Witterungszustand über dem nordöstlichen Teil des Nord- 
atlantischen Ozeans örtlich und zeitlich verdanken, wird mit Hilfe der von der 
Deutschen Seewarte seit dem 1. März 1904 für jeden Tag um 8b Vm veröffent- 
lichten Wetterkarten des Nordatlantischen Ozeans von diesem Zeitpunkt bis zum 
1. August 1914 in einem durch die Breitengrade von 35° und 65° und die Meridiane 
von 30° W und 20° O begrenzten Gebiet für 55 Schnittpunkte von Meridianen 
Fig. 1 und. Breitengraden der Luftdruck 
VL _ durch Interpolation bestimmt, und 
Amelana__ x 6 zwar an jedem Sturmfluttag sowie 
AB „ 1und 2 Etmale vorher, Diese Unter- 
Toptaxijl Fstaatenz” lagen werden schließlich gemittelt und 
re in eine Karte gebracht, wodurch ein 
Bild der die Hochwasser verursachen- 
den meteorologischen Umstände er- 
halten wird. - 
Der örtliche Einfluß kann in zwei 
Unterteile zerlegt werden, nämlich: 
a) Wasseranhäufung in der Nordsee 
nahe oder an der Holländischen 
Küste und damit zusammenfallend 
Überfüllung der Zuiderzee; 
Wasseranhäufung in einem Binnen- 
meer (Zuiderzee), in Seearmen 
(Schelde, Dollart) und inden unteren 
Stromstrecken (Wasserweg nach 
Rotterdam). 
Zypern.
	        
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