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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

Schneider, J.: Die Meyer-Seemannsche Taftdruckschwankung usw. 
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Deklinationsebenen beider Geraden verlegen sich also im Laufe eines Jahres um 60° 
zueinander. Sie kommen sich selbst gegenüber immer wieder in die gleiche Stellung, 
wenn der von ihnen gebildete Winkel auf 360°angewachsen ist, d.h. nach je sechs Jahren. 
Diese. Feststellung bietet im Verein mit der Ermittlung von Herrn Köppen 
den bedeutsamsten Anhaltspunkt für die weitere Aufklärung der Meyer-Seemannschen 
Luftdruckschwankung.. Sie gibt uns die Möglichkeit, dieses merkwürdige Phänomen 
aufs neue mit dem Mondumlauf in Verbindung zu setzen und in seinem absonderlichen 
Verhalten besser verständlich zu machen. 
Erfüllt vonder Größe und Wichtigkeit dieser Aufgabe, habe ich mich zunächst 
bemüht, . das Vorhandensein einer sechsjährigen Luftdruckperiode zahlenmäßig 
sicherstellen zu helfen. Mit den von Seemann für die Jahre 1844— 1889 gefundenen 
Werten, wie sie in der Abhandlung von. Meyer mitgeteilt sind, wollte mir dies nicht 
recht gelingen. Ich versuchte es daher mit den Zahlen, welche meinen beiden Arbeiten!) 
über die Luftdruckverteilung in Mitteleuropa zugrunde lagen. Die Prüfung konnte 
sich indes, da sie sehr zeitraubend war, nur auf einzelne Örter des Beobachtungs- 
gebietes erstrecken; ich wählte deren zwei aus, Sie liegen auf dem Längengrad 
durch die Mitte des Kartenfeldes und bilden. den nördlichsten und den südlichsten 
seiner untersuchten Punkte. Diese Stellen schienen zur Prüfung hervorragend 
geeignet. Für sie hatten sich nämlich durch Abmessung des Mondeinflusses recht 
hohe Prozentzahlen ergeben. Es war daher auch anzunehmen, daß sich bei ihnen vor 
allen anderen die Abhängigkeit der Luftdruckänderungen von der erwähnten sechs- 
jährigen Mondperiode besonders deutlich zeigen müßte. 
Die Untersuchung wurde so geführt, daß auch andere mehrjährige Perioden 
des Luftdrucks dabei zum Vorschein kommen konnten. Sie stützt sich auf die Tat- 
sache, nach welcher die Dauer einer Periode dem zeitlichen Abstand zweier zusammen- 
gehörigen Maximal- und Minimalwerte einer Veränderlichen entspricht. Nun lassen 
sich aber in einer Reihe von Barometerständen die aneinander gebundenen Extrem- 
beträge im allgemeinen nicht so ohne weiteres erkennen. Wegen dieser Unsicherheit 
tut man gut; jeden vorkommenden. Außerstwert jedem anderen sich vorfindenden 
Betrag gleicher Art als’ zugeordnet anzusehen. Bei der Auszählung der für eine 
bestimmte Periodenlänge sich ergebenden Fälle wird dann in deren Summe die 
Zahl der scheinbaren. und der wirklichen. Perioden zusammen enthalten sein. Es 
ist klar, daß diejenigen Gesamtzahlen, in welchen nur zufällige Perioden gezählt sind, 
geringer ausfallen müssen als diejenigen, bei welchen außerdem noch die in der Natur 
begründeten wirklichen Perioden. mitgerechnet ‘ wurden. Aus der‘ verschiedenen 
Häufigkeit des Vorkommens bestimmter Periodenlängen müssen sich demnach 
berechtigte Schlüsse ziehen lassen bezüglich des wirklichen oder des nur scheinbaren 
Vorhandenseins der einen oder anderen Periode. ; 
Von diesem Gedanken geleitet, berechnete ich die den untersuchten Orten 
eigentümlichen mittleren Luftdruckwerte aller. Mondstellungen des synodischen 
Umlaufs zu jedem bürgerlichen Monat der einzelnen Jahre 1887—1906. Für diese 
beiden Jahrzehnte ergaben sich so, da ich acht -Stellunzen im synodischen Monat 
zugrunde legte, 96 zu prüfende Reihen, eine jede bestehend aus zwanzig Gliedern. 
Die ersten und letzten Glieder dieser Reihen konnten nur dazu dienen, zu entscheiden, 
ob die zweiten und zweitletzten Glieder Maximal- oder Minimalwerte des Luftdrucks 
darstellten. Es ließen sich so mit meinen Zahlen alle Perioden erfassen, deren Dauer 
den Zeitraum von; einem bis zu siebzehn Jahren umspannt. ; 
Dabei war noch ein anderes beachtenswert. Mit der Länge einer bestimmten 
Periode hängt die theoretische Möglichkeit ihres Vorkommens auf das engste zu- 
sammen: die siebzehnjährige Periode konnte in jeder Reihe nur einmal, die sechzehn- 
jährige höchstens zweimal und allgemein die n-jährige günstigstenfalls (18 —n)-mal 
auftreten. Beim Fehlen jeder Periodizität müßte der theoretischen Häufigkeit einer 
Periode die praktisch feststellbare entsprechen. Daß dem in unserem Fall aber nicht 
so ist, ergibt sich aus der folgenden Zusammenstellung, 
‘1) J. Schneider, Die jährliche und die monatlichen Anderungen der Luftdruckverteiluug über 
Mitteleuropa. Ann. d. Hydr. u. Mar, Meteorol, 1913. ; N . 
J. Schneider, Die Wiederkehr der jährlichen und monatlichen Anderungen des Luft- 
drucks über Mitteleuropa. Ann. d. Hydr. u, Mar. Meteorol. 1917,
	        
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