Mecking, L.: Nordamerika, Nordeuropa und der Golfstrom in der clfjährigen Klimaperiode. 15
Am Eingang zum. Nordmeer aber liegt recht im Golfstrom ein geeigneter Beobachtungsposten:
Thorshavn auf den Färöer. Auch hier erweist sich den Maximalzeiten
der Sonnenflecken die höhere Wasserwärme zugecrdnet (Kurven 33--34),
und zwar bringt der Spätwinter den Höhepunkt des Einflusses, während dieser
im Sommer nachläßt und auch in der Jahreskurve wieder abgeschwächt erscheint.
Das beste Vergleichsmaterial bieten die norwegischen Küstenstationen.
Sie seien darum genauer analysiert. Ihre Kurven sind auf Tafel 1 mit allen ‚übrigen
Wassertemperaturkurven zusammengestellt. Es sind an der ganzen Küste Norwegens
drei Regionen auseinandergehalten. : In der südlichsten sind die Orte Torungen
(58° 25’ N, 8° 48’ O0), Udsire (59° 18‘ N, 4° 53 0) und Hellisoe (60° 45’ N, 4° 43’ 0)
vereinigt; auf sie beziehen sich die Kurven 35—40. Eine mittlere Regicn ist vertreten
durch die Station Ona. (62° 53’ N, 6°.33’ O0) mit den Kurven 41—43, die nördlichste
durch Andenes (69° 20’ N, 16° 8’ O0) mit den Kurven 44—46. Für letzteren Punkt
mußten die Werte zum Teil schon stark interpoliert werden.
Auf allen drei Abschnitten der Küste kommt die Periode im Jahresmittel
mit voller Schärfe durch. Eine Störung zeigt dabei nur die letzte der 7 Epochen,
die nämliche, die auch in vielen unserer Lufttemperaturreihen herausfel, Würde
man aber hierbei z. B. den Wert 1913—1915 statt 1912— 1914 einsetzen, so würde
sich auch dieses letzte Glied richtig einfügen; es liegt demnach eine verhältnismäßig
kleine Unregelmäßigkeit vor. Für die südliche Gruppe sind außerdem die
Kurven von vier Jahresabschnitten hergestellt (35—38). Hiernach bringt der Spätwinter
(Febr. — April) den Fleckeneinfluß am meisten in gleichmäßiger
Stärke, im Sommer ist er etwas ungleichmäßiger, und in den Übergangsjahreszeiten
verschwindet er fast. Im Winter tritt er mit einer Festigkeit auf, daß selbst
gain einzelner Monat, der Februar, ihn in voller Regelmäßigkeit bekundet (Kurve 40).
Nordwäits scheint sich die Jahıeszeit der stärksten Reaktion zu verspäten; denn der
Einzelmonat, der diese am besten zeigt, ist hier, d. h. bei Ona und Andenes, nicht
mehr der Februar, sondern der April (Kurven 43 und 46). Dieselben Regeln wie in
den Kurven sprechen sich in der Tabelle XII aus, beim Vergleich des Periodeneffekts
in den einzelnen Jahresabschnitten und in den verschiedenen Regionen. In allen
16 Spalten chne Ausnahme ist der Pericdeneffekt negativ, durchweg also ist mit dem
Fleckenreichtum die größere Wärme verbunden.. Ferner verrät sich ein
Anwachsen des Periodeneffekts von Süden nach Norden, besonders im
Jahresmittel, wie es sich auch zu Lande bei den schwedischen Stationen ergeben hatte.
Tabelle XII. Wassertemperatur an Küstenstationen,.
N-Br.
Le.
"Horns Riff| Thorshavnl Torungen-Udsire-Hellisoe | Ona
55034 162° 581, —603/,9 620 53%.
70 200! 69° 44’ W' 48 ,— 884,90 60830
Yebr.| 7... Tobr.‘ or Mai | TE a Febr. rn Fobr
Ati] Jahr Dei Jahr April! Juni !Sept.| Der. ‚Jahr J ehr ei Jahr April x OP Jahr April
Andenes
69° 20’
16% YO
ar a
d, Max.-Ep. | 3.7° 9.20 6.00; 799
d. Min.- Ep, | 3.1°| 9.00% 5.7°: 7,8°
Perioden- Es y ; ; ' ; ' ;
Ei arckt Lo 600.20 0.30!_0.10l_0.70l0.30'-0.40.0.100.801.0.8°]_0.50l_0.60 0.60] 090 .0.79 .1,29
Im Barentsmeer läßt sich die Eisgrenze auf ihre Breitenlage untersuchen.
Solche Abschätzungen sind nun naturgemäß etwas dem subjektiven Empfinden
unterworfen. Darum trifft es sich gut, daß Werte hierfür schon von anderer Seite,
sogar von zwei verschiedenen Autoren aufgestellt sind, so daß ich dieselben, ohne
eine subjektive Beeinflussung durch meine bis hierher bereits gewonnenen Vorstellungen
befürchten zu müssen, nur zu gruppieren und.zu mustern brauche.. Aus den von
E. Lesshaft!) für jedes Jahr des Zeitraumes 1895—1910 fixierten Werten der Eisgrenze
sowie den vom dänischen meteorologischen Institut?) berechneten Arealen
der Eisbedeckung erhielt ich die Tabelle XIII. Sie besagt in schöner Klarheit.
'y Ann, d. Hydr. usw. 1914, S. 65.
?) Isforholdene i de arktiske Have. 1917. S. 23.