Wagner, H.: Die Entwicklung der wissenschaftlichen Nautik usw. :933
vn „Tem saberas que ho graäo do norte e sul he de dezasete Ueguoas € mean
(d. h. 17!/2 Leg.) e asy asde saber que sesenta minutos fazem hulm grado.‘“
Ehenso sagt Enciso im Fol. XXI der Suma de geographia (Ausgabe 1530):
„grado que vale aqual grado diez y siete leguas e media de camino.‘“. Und eich
zu Anfang (Fol. IV) heißt es bei ihm: „La equinocial tiene de lögitud trecentos. y
sessanta grados de a diaz y seys leguas y media cada grado.‘ Daraufhin scheint
Bensaude (S. 148, Anm. 4) den Vorwurf gegen Varnhagen%) erhoben zu haben,
dieser sei im Unrecht, Enciso als Anhänger des Erdgrades von 16%/, leguas hingestellt.
zu haben, denn das von Enciso adoptierte Maß sei in der Ausgabe von 1519
vielmehr 171/, und nicht 16?/, L. Mir lag leider die Ausgabe der Suma de geographia
von 1519 nicht vor. Aber in derjenigen von 1530, auf welche Varnhagen
sich gestützt haben wird, findet sich (Fol. VI verso) ein längerer Passus über die
Größe der Erde, in welchem durchweg der Erdgrad zu 16?/, L. berechnet wird;
nämlich Umfang der Erde = 360° zu 16?/, L. = 6000 L.; Entfernung von St. Thom6
bis Malacca 102° — 1700 L.; weiter bis nach Cattigara 42° = 700 L., zusammen
2400 L. Anderseits bis zum äußersten entdeckten Punkt im Westen, dem Puerto
de las figueras 117° = 1950 L. Figueras ist also von Cattigara 261° = 4350 L.
entfernt. Es bleiben also vom Äquator zu entdecken noch 99° = 1650 L., damit
man zu den 6000 L. des Umfangs kommt.
Mittlerweile war der Streit über die Teilung der Erde und über die Lage der
Molukken entstanden, der auf der‘ Konferenz von Badajoz 1524 zum Austrag
gebracht wurde. Für diese Frage kam die Größe der Erde sehr wesentlich in Betracht,
denn je nach der Größe des Erdgrades fielen diese Inseln, deren Entfernung
in Leguas weniger bestritten wurde, in die spanische oder portugiesische Erdhälfte.
Genug, wir sehen einen Reflex dieses Streites darin, daß beide Maße bei Enciso
vorkommen und Francisco Faleiro, der Portugiese, der seine Arte del marear,
1535 jedoch in spanischer Sprache herausgab, zwei Windrosen mit Umschrift der
Marteloio-Werte abbildet und durch Unterschriften erläutert: ®)
„Para los que quisieren sequir la opinion de. 17. leguas y media por cada grado
se none esta figura sigwiente‘‘. Ferner: „EM norque parecera a los que carecem de la
pratica desto que ay contradicion en lo que se dixo que entran mas lequas en vun
grado por vun rumbo que por olro auiendo dicho que cada grado vale 0 Hene. 16. lequas y
dos tercios d’legua.
Von Wert ist für die von mir seit lange vertretene Anschauung, daß das
Festhalten an den verhältnismäßig richtigen Annahmen der Größe der Erde —
denn unter: Zugrundelegung der römischen Meile für die italienische Migle erhält
der Erdgrad von 70 M. 103 600 Kilometer (statt 111 000), oder nur 7%, zu wenig —
ein Verdienst der Nautiker sei, auch der Satz, mit dem Pedro Nunes die Marteloioregel
1537 einleitet®): „Nauegando do norte € sul dizem 08 nauegantes (sic) que
respondem ao grao dez e sete legoas e mea.‘“ ; ; .
Daß übrigens auch zu jener Zeit noch immer geschwankt wurde: zwischen
1° = 171 und 1°= 16%/,, zeigen die widersprechenden Angaben bei Nunes, der
bald die Portugiesen (Lusitani), bald die Spanier als die Anhänger eines der beiden
Werte hinstellt. In der lateinischen Ausgabe des Tratado (De duobus problematis
circa navigandi Artem, cap. 2)%) sagt Nunes im Anhang: „Contineß autem
unus gradus cireuli maximi in terrestri superficie leucas 17. cum semisse ut Lusitani
(sic) aiunt. Inter quos tamen sunt qui arbitrantur sedecim tantum comprehendere
cum duabus tertijs unius leucae, ut sint.in toto circuitu leucae 6000.“ Später
(a. a. 0. 8. 185) heißt es: „„Quoniam inter Hispanos (sic) sunt, qui Leucas 17 cum
demidio, uni gradui maximi circuli tribuant in terreno circuitu: alij uero 16. cum
duabus tertiis etc.“ (Schluß folgt.)
38) Examen de quelques points sur.l’hist. de Bresil. 1858, 22,
39) Faksimile-Ausgabe, München 1915. p. 76 u. 77.
%) Tratado em defensam etc. Faksimile-Ausgabe 19153, p. 170.
9) P. Nonli Opera Basileae 1566, p. 28.
Ann. d. Hydr. usw. 1918, Heft VII/VIMNL.