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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

Wagner, H.: Die Entwicklung der wissenschaftlichen Nautik usw, ; 229 
1. Regimento (München) | 2, Regimento (Evora) | 3. Heutige Karte 
Cabo bramco 
CO. das barbas 
Amgra dos Ruynos 
CO. do bojador 
, alegramca 
. salluagem 
. de Cem 
. da madeiräa 
‚ da porto samcto 
ÖO. de espartell 
Calez 
C. de sam UVicemte 
C, de espichell 
Berlögua 
Aueiro 2 
Porto de portoguall 
CO. de fimsterra 
201 
202 
63 
590 
D i 
310 
325 A 
251 ° 
30h 
en 
1 
381-9 
40170 
er 
430 
Cabo branco 
C. das barbas 
C. de bojador 
I. das saluage&s 
I. da madeyra 
Porto setö 
C. de sam vicente 
Berlögas ilha 
Porto de portugal ‘ 41° 
C. de finisterra 450 
21° 
296 
20° 48 
22° 20 
240 47 
26° 7 
29° 25 
30° 4 
MO 11 
Madeira (Funchal) 32° 38 
[. Portosanto 339° E’ 
oe Spartel 35° 387 
Cadix 369° 31’ 
Kap S, Vicente 3709 1 
Kap Espichel 38° 25’ 
[. Berlengas 39° 25’ 
Aveiro 40° 40 
Porto 41° 9 
Kap Finisterre 420 53 | 
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Man sieht, daß die Mehrzahl der Breiten. bereits auf weniger als + !/4° von 
der wahren Lage abweicht. Nur bei den Guinea-Inseln ist der Fehler noch auf- 
fallend groß. Im übrigen ist eine Gewähr, daß man es bei den Angaben im Münchener: 
Regimento durchweg mit unmittelbaren Ergebnissen astronomischer Breiten- 
bestimmungen zu tun hat, damit freilich noch nicht gegeben. Es ist möglich, 
daß dabei bereits Ausgleichungen der Kartenzeichner mit zur Geltung gekommen sind. 
$ 28. Die terrestrische Navigation im Regimento. Die Kunst, aus den Ele-- 
menten des wechselnden Kurses und der während Einhalts einer solchen durch- 
segelten Distanz den beabsichtigten Weg einer Fahrt auf die Karte zu übertragen, 
war von der italienischen Schiffahrt im Mittelmeer bereits so vollkommen. aus- 
gebildet, als es den damaligen Hilfsmitteln entsprach. Man besaß den Kompaß, 
war aber zur Feststellung der durchsegelten Wegstrecke noch ausschließlich auf 
die Gissung, d.h. die Schätzung, angewiesen. Im eigentlichen Zeitalter der Ent- 
deckungen kamen neue Hilfsmittel nicht hinzu. Denn man ist jetzt allgemein der 
Meinung, daß Kenntnis und Anwendung des Logs oder der Logge sich nicht vor‘ 
der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nachweisen läßt, 
Die Italiener und Katalaner übertrugen als die Lehrmeister ihre Erfahrungen 
in der terrestrischen Navigation unmittelbar auf Portugiesen und Spanier, Aber die- 
neue Zeit bedingte mancherlei Änderung der Formen der Lehren. Das tritt deut- 
lich aus den kurzen Andeutungen hervor, welche das Regimento do estrolabio über die 
Schätzung des. durchlaufenen Weges gibt. In der älteren Fassung der Münchener 
Ausgabe schließen sie sich ohne besonderen Titel unmittelbar an die eben erörterte 
Breitentafel an, in der Evora-Ausgabe ist das Kapitel wie folgt überschrieben 
(Bensaude p. 235): 
Regimento pera saberes quantas legoas entram por grao per cada hula destas sete quartas 
abayxo scriptas. KW isto do Norte e Sul. 
Das Neue gegenüber der früheren Zeit liegt hier wesentlich in den Worten 
„per grao‘“. Bensaude analysiert (a. a. O. p. 147—154) die nachfolgende Tafel 
ausführlich, ohne jedoch ihren Zusammenhang mit der alten Marteloio - Tafel ganz 
richtig zu erfassen. Und doch läßt sich gerade aus diesem ein neues Glied in der 
Entwicklungskette der Nautik entnehmen, das im Rahmen unserer Betrachtungen 
schärfer hervorgehoben zu werden verdient. 
Wir knüpfen dabei an die Aufklärungen an, welche vor einem Menschenalter 
Arthur Breusing über das in der italienisch-katalanischen Schiffahrt übliche 
Verfahren der „Koppelung der Kurse‘ #) gab. Er legte dabei die Täfelchen zugrunde, 
welche sich auf einem der Blätter des Atlas von Andreas Biancho (1436) finden 
8) La toleta de marteloio u, die loxodromischen Karten. Zeitschr, f, wiss. Geogr., Lahr, II, 1881. 
129—.133. 180—183.
	        
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