Mecking, L.: Nordamerika, Nordeuropa und der Golfstrom in der elfjährigen Klimaperiode, 13
Küstenpunkten gleicher Breite in den Jahren um das Fleckenmaximum größer aus-
fallen als um das Fleckenminimum. In der Tat ist dies am Beispiel von Hebron
und Göteborg unverkennbar, wie folgende Reihe für die Jan. —März-Temperatur
veranschaulicht.
Jahre. ......... 1873 1878/79 1883/S1 1888/90 1894/96 1900/02 1905/07 1911/12
Fleckenstand ... . . . + — + — +
Temperaturdifferenz zwischen
Göteborg und Hebron . . 201° 17.2° 227° 17.99 18.2° 15.9° 20.7° 205°
4, Spitzbergen und Nowaja Semlja.
Von den nördlichsten Vorposten Europas liegen nur so lückenhafte Temperatur-
beobachturigen vor, daß man sie für sich allein nicht zum Nachweis einer Periode
würde verwenden dürfen. Da sie sich aber in unsere für Skandinavien an längeren
Reihen so klar erwiesenen Gesetzmäßigkeiten einordnen, so stehe ich nicht an,
diese vereinzelten Werte der Polarstationen zu folgender Tabelle (X) zu gruppieren.
In ihr stellen sich an jeder der drei Örtlichkeiten die Jahre in der Nähe der Flecken-
Tabelle X. Lufttemperatur Februar-April auf Spitzbergen und Nowaja Semlja,
80° N | 778 — 781,9 N
; 16—17° 0 141/,—15%,° 0
Mossel-Bai . Eisfjord bzw. Bellsund
| bzw. Treurenbery-Bai | bzw. Green Harbour
781,—740 N
541/,_543/,° O0
Matotschkin Scharr
bzw. Seichte Bali
Minimum Ü
Maximum ...
Maximum ...
Maximum .
1834/35
‚838/39
873
1883
899
‘900
301
003
905
412
78
'4
1a15
16.8°
15.19
19.50
10.79
2». 1°
Minimum ...
Maximum ...
Minimum .
220°
18.5°
14,9°
15.6°
22.5°
1610
\Iittlere Differenz zwischen
Minimum und Maximum
| — 1,79
— 4A
$
maxima als die wärmeren, die um die Fleckenminima als die kälteren heraus;
die Temperaturwerte der letzteren sind durch Fettdruck hervorgehoben. Während
sonach Spitzbergen und Nowaja Semlja offenbar dem Gesetz noch unterworfen sind,
scheint es hingegen für Franz-Josefs-Land, von dem auch mehrere Epochen vorliegen,
nicht mehr zu gelten; der Archipel ist der Golfstromherrschaft schon entrückt.
5. Nordwesteuropäische Randgewässer.
In seinem Handbuch der Ozeanographie sagt Krümmel*): „Zurzeit ist
man außerstande, die kurze Periode der Sonnenflecken... in der Thermik der
offenen Ozeane zu verfolgen.“ Erst Köppen?) hat einige Wassertemperaturwerte
im ‚Hinblick aut die Fleckenperiode zusammengestellt; sie betrafen die Dampter-
wege vom Kanal nach New York und vom Kanal zum Äquator, lieferten aber (da
nicht nach Jahreszeiten geschieden) ein noch wenig befriedigendes Ergebnis. Im
folgenden soll versucht werden, in Wärme- und Eiserscheinungen, zwar meist
in Küstennähe, jedoch in einigen Fällen auch weiter draußen, den Fleckeneinfluß
aufzudecken und damit zugleich die enge Verbindung zwischen Land und Meer
in unserer Frage nachzuweisen und der cben entwickelten Theorie über die Bedeutung
der Golfstromzirkulation für den Einfluß der Sonnenflecken auf Nordwesteuropa
eine noch festere Stütze zu geben.
ı) Bd..T, S. 496.
4 M. Z% 1914, S: 320.