Die Zeit an Bord.
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II. Kurzer Auszug aus dem Bericht über die Konferenz
betreffend Zeit auf See. °
Auf Veranlassung der Admiralität wurde unter Leitung des Konteradmirals
J. F. Parry am .21. Juni 1917 eine Konferenz abgehalten, um zu untersuchen,
ob’ es ratsam sei, ein System von Zeit-Zonen für die Rechnung der Zeit auf See an-
zunehmen, und dies mit dem französischen Hydrographen Renaud unter Berück-
sichtigung des kürzlich bei der französischen Marine eingeführten Systems zu
beraten. Anwesend waren eine Anzahl von Vertretern verschiedener Behörden
und wissenschaftlicher Gesellschaften. Weitere Versammlungen fanden am 22.
and 26. Juni und am 3. Juli statt.
In der ersten Versammlung kam man zur Einigung, daß die ausschließliche
Annahme der mittleren Greenwich-Zeit als Einheitszeit auf See gegenwärtig, nicht
zu empfehlen sei, daß aber die Annahme einer Einheitszeit auf See von Vorteil für
die Seeleute und für die nautische Wissenschaft sein würde, weil sie Einheitlichkeit
in die Zeitrechnung bringen würde. Man prüfte zuerst die verschiedenen Punkte des
französischen Systems und überreichte folgenden Bericht den Lords Commissioners
of the Admiralty: |
Auszug. Auf englischen Schiffen wurden in See zwei verschiedene Zeiten
gebraucht, nämlich: Uhrzeit nach Chronometer, mittlere Greenwich-Zeit anzeigend,
wurde für-die Navigation gebraucht, und wahre Sonnenzeit nach der Schiffsuhr
für den Bordbetrieb und für die Tagebuch-Eintragungen. Auf letztere Zeit beziehen
sich die vorgeschlagenen Änderungen.
Auf See stellte man gewöhnlich die Uhr mittags bei Meridiandurchgang
der Sonne; wenn jedoch von Mittag zu Mittag große Änderungen in der Länge vor-
kamen, stellte man zu beliebiger Zeit die Schiffsuhr ohne bestimmte Regel ent-
sprechend ein. Somit waren die Zeitangaben der Schiffe auf See nicht einheitlich
und darum nicht brauchbar zu gegenseitigen Vergleichen, so daß Schwierigkeiten
entstanden, wenn eine genauere Ermittelung der Zeit vermittels der Schiffsuhr
bei Vorfällen auf See nötig wurde.
Die Konferenz war der Ansicht, daß, außerhalb der heimischen Gewässer,
den Zeit-Zonen am Lande entsprechende: Zonen auf See einzurichten seien, da so
am besten Einheitlichkeit in der Zeitrechnung auf See herbeigeführt werden könne.
Nach Prüfung der von Renaud ausgearbeiteten „Planisphere des fuseaux horaires‘“
wurde die Annahme der darin abgegrenzten Zonen empfohlen. In der französischen
Marine sind diese Zonen bereits im Gebrauch ; hoffentlich kommen sie später allgemein
zur Annahme.
Die‘ Konferenz fand die von den Franzosen benutzte Zählung der Zonen
aber nicht empfehlenswert, sondern. war der Meinung, daß die Angabe der Zonen
die unmittelbar anzuwendende Verbesserung geben sollte, um die Zonen-Zeit in
Greenwich-Zeit und Datum zu verwandeln, und daß ferner die Null-Zone 7*/,°
östlich und westlich vom Greenwich-Meridian liegen solle. Die Zonen westlich von
der Null-Zone sollten mit plus 1, plus 2 usw. bis plus 12 bezeichnet werden, und
die Zonen östlich von der Null-Zone mit minus '1, minus 2 usw. bis minus 12, und
der Meridian von 180° müßte als Trennungslinie der beiden Zwölf-Uhr-Zonen gelten.
- Sollten obige Vorschläge angenommen werden und zur Einführung kommen,
so müsse eine Karte, ähnlich der „Planisphere des fuseaux horaires‘“ mit dem oben-
genannten Änderungen entworfen werden,
Über die Frage der Sommerzeit einigte man sich, daß deren Einführung
auf hoher See von keinem Vorteil wäre.
“ Zur Ausführung des empfohlenen Plans wurden. von der Konferenz folgende
allgemeine Regeln vorgeschlagen:
a) Die Änderung der Zeit der Schiffsuhren solle immer eine Stunde betragen
und unmittelbar in das Schiffstagebuch eingetragen werden; es sei aber nicht
erforderlich, daß der Zeitpunkt der Änderung genau übereinstimme mit dem Zeit-
punkt, in welchem das Schiff von der einen Zone zur anderen übergeht.
b) Die Zonen-Angabe, d. h. die Verbesserung zum Übergange auf mittlere
Greenwich-Zeit, solle immer klar an den Uhren entweder durch Zettel oder sonst-
wie kenntlich gemacht werden.