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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli/August 1918. 
In bezug auf die Änderung der Zeit wird keine Verwirrung entstehen. Die 
Schiffsuhr kann zu irgendeiner gelegenen Zeit berichtigt werden, die dem inneren 
Dienst und den Gebräuchen auf dem Schiff am besten entspricht. Die Änderung 
kann man entweder vor oder nach Passieren des teilenden Meridians vornehmen, 
wenn man nur deutlich im Schiffstagebuch vermerkt, wann diese Änderung statt- 
fand, so daß vor der Änderung eingetragene Zeiten auf die zugehörige Zone bezogen 
werden können. 
Es liegt keine Schwierigkeit vor, die Änderung von einer Stunde zu machen, 
sie kann entweder um Mitternacht und gleichmäßig verteilt auf beide Wachen oder 
zu irgendeiner anderen passenden Zeit ausgeführt werden. Wenn z. B. ein Schiff 
westwärts dampft und seine Zonen-Zeit zu ändern wünscht, kann es so eingerichtet 
werden, daß die Wache an Deck nicht vor 12h 30m Vm abgelöst wird und daß 
dann die Uhr auf 11h 30m Nm zurückgestellt wird. Wenn das Schiff ostwärts dampft, 
würde das Verfahren umgekehrt sein, die Wache wäre um 11h 30m Nm abzulösen 
und die Uhr auf 12h 30m Vm vorzustellen. 
Einführung der bürgerlichen Zeit für astronomische Veröffent- 
lichungen. 11. Es würde zum Vorteil der Seeleute sein, wenn der ‘bürgerliche Tag 
für nautische Veröffentlichungen anstatt des astronomischen "Tages angenommen 
würde. 
Es scheint kein Grund für die Beibehaltung des astronomischen Tages vor- 
zuliegen, wenn dessen Gebrauch dazu führt, nur Verwicklungen in Veröffentlichungen 
hervorzurufen, die doch so einfach wie möglich gehalten sein sollten. Es ist immer 
eine Anomalie gewesen, daß der astronomische Tag 12 Stunden hinter dem bürger- 
lichen zurück war, obgleich, genau genommen, der Astronom sein Jahr 12 Stunden 
vor dem bürgerlichen Jahr beginnt. 
Die Berechnung der Ephemeriden nach bürgerlichem Datum würde die Not- 
wendigkeit der Verwandlung des bürgerlichen Datums in das astronomische Datum 
überflüssig machen und, wenn dazu noch die Zonen-Zeit angenommen wird, so 
könnten die verbesserten Elemente für alle gewöhnlichen Aufgaben der nzutischen 
Astronomie, berechnet nach bürgerlicher Zeit, aus dem Abridged Nautical Almanac 
entnommen werden, ohne jede Berechnung seitens des Nautikers. 
Zusammenfassung. Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, daß viele 
Vorteile durch die Annahme eines Systems von Ein-Stunden-Zeit-Zonen auf See 
zu erhalten wären, und nicht zum wenigsten wichtig wäre die größere Genauigkeit 
beim Sammeln von Statistiken über Schiffsleistungen. Alle Unterabteilungen in 
Zeit würden nach Einheiten der mittleren Sonne gemessen, das heißt, der Tageslauf 
würde eine bestimmte Anzahl mittlerer Sonnenstunden umfassen und die mittlere 
Fahrt des Schiffes würde darum viel leichter und genauer berechnet werden können. 
Die Umdrehungsanzeiger würden eine viel zuverlässigere Schätzung der abgelaufenen 
Distanz geben, in gleicher Weise auch die nach Patentlog abgelaufenen Distanzen. 
Die Berechnungen der Gezeiten würden erleichtert, wenn man sich der Küste nähert. 
Zeit-Azimute würden frei sein von Fehlern, die aus ungenauer Kenntnis des auf die 
Beohachtungszeit anzuwendenden Uhrstandes entstehen, und eine richtige gegen- 
seitige Übereinstimmung zwischen der Schiffszeit und der Zeit am Lande würde 
in allen den Ländern gesichert sein, die das System von Zeit-Zonen benutzen, das 
jetzt von der Mehrzahl der zivilisierten Länder der Erde angenommen ist, 
Es wird also in kurzen Worten von dem Seemann verlangt, daß er die Zeit 
seiner Schiffsuhr nach der mittleren Zeit gewisser festgelegter Meridiane durch 
Vergleich mit seinem Chronometer einstellt, anstatt daß er die Einstellung täglich 
im wahren Mittag nach der Zeit eines Meridians vornimmt, dessen Länge oft nur 
unsicher bestimmt werden kann. Die ausgewählten Meridiane, welche 15° aus- 
einander liegen, haben den Vorteil, daß alle Zeitänderungen in Vielheiten von genau 
einer Stunde erfolgen, so daß die Angaben aller Uhren, soweit die Minuten und 
die Sekunden in Betracht kommen, überall die gleichen sind und mit der Zeit der 
Null-Zone (mittlerer Greenwich-Zeit) übereinstimmen.
	        
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