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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

202 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli/August 1918,

z. B. der Southampton mit mittl. Grenw. Zeit verläßt und sich am nächsten
Mittag in der Zone befinden wird, deren Mittelmeridian 15° W-Lg. ist, brauchte
seine Uhren nur abends gegen 8 Uhr um 30 Minuten und am anderen Morgen
wieder um 30 Minuten zurückzustellen. Würde sich das- Schiff am Mittag des
dritten Tages noch in derselben 15°-Zone befinden, so brauchte die Uhr in dem
Etmal vom 2, zum 3, Tage nicht verschoben zu werden, anderenfalles würde sie
wieder abends und morgens um je 30 Minuten zurückgestellt. Auf Schiffen, auf
denen das 3-Wachensystem besteht, könnte man die Uhr abends, zu mitternacht
und morgens um je 20 Minuten verschieben, so daß keine Wache benachteiligt
würde; man erreicht dann, daß die bisher an Bord oft etwas heikle Frage der
Uhrenverschiebung auf so einheitliche allgemeine Grundlage gestellt wird, daß
allen Nörgeleien der Mannschaften oder Reisenden von vornherein die Spitze
abgebrochen ist.

M
N

Daß die tägliche Berechnung des Betrages, um den die Uhr verschoben
werden muß, damit sie wahre Ortszeit zeigt, dann wegfällt, mag erwähnt werden.
Ferner hätte man aber auch noch den Vorteil, im Verkehr mit anderen Schiffen,
sei es drahtlos oder durch andere Signale, über die gültige Zeit nie in Zweifel
zu sein. Denn für jedes Schiff würde die mittlere Zeit der 15°-Zone gelten, in
der es sich befindet. Sollte die Uhr diese Zeit nicht (noch nicht oder nicht
mehr) zeigen, so können Fehler von halben oder selbst drittel Stunden kaum
gemacht, gegebenenfalles aber leicht aufgeklärt werden. Die Uhren um noch
geringere Beträge als 20 Minuten zu verschieben, würde sich nicht empfehlen,
denn es erschwert die in Gedanken zu vollziehende Beschickung der Uhrzeit auf
die gültige Zonenzeit, Am leichtesten würden solche Beschickungen sein, wenn
man auch auf Uhrverschiebungen von 20 Minuten verzichtete und nur solche
von je 30 Minuten (abends und morgens) einführte, ob sich dies aber dem
3-Wachensystem bequem anpassen würde, scheint zweifelhaft.
Die 15°-Zonen sind so abgegrenzt, daß ihr Mittelmeridian um ein Vielfaches
 von 15° (15°, 30°, 45° usw.) vom Meridian von Greenwich abweicht. In
jeder Zone gilt die Zeit des Mittelmeridians, die sich um volle Stunden
von der mittl. Greenw, Zeit unterscheidet. Zur Veranschaulichung der Zonen
ist eine Zonenkarte beigefügt. Auf dieser sind die Zonen über dem Lande
nicht ausgezogen, weil dort vielfach andere Zeitarten, z. B. in ganz Irland die
mittlere Zeit von Dublin, gelten.
            
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