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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

182 * ı“ Annalen der Hydrographie ind Maritimen Meteorologie, Mai/Juni 1918, 
in den obersten 800 m der Weddell-See werfen. Die zahlreichen von der schottischen 
Expedition ausgeführten Bestimmungen des spezifischen Gewichts: habe ‘ich :un- 
berücksichtigt lassen müssen; trotzdem’ Bruce in der Einleitung ausführt, daß er 
selbst gut bewandert in Physik und Chemie und der eigentliche Bearbeiter, Wilton, 
ein gelernter Physiker sei, dessen Messungen absolut zuverlässig seien.‘ Die Be- 
obachtungen sind mittels Aräometer gemacht, stets mehrere Male wiederholt und 
schließlich gemittelt, aber die Ergebnisse zeigen, daß sie nicht genügend genau 
sind, um weitere Schlüsse, als ich sie bei der yorläufigen Bearbeitung aus dem 
deutschen Material gezogen habe?), zu gestatten. So finden wir als krasses Beispiel 
für Station 300/301 folgende x,-Werte: 0 m 26.47, 183 m 27.97, 366 m 28.03, 549 m 
27.98, 914 m 27.95, 2743 m 28,14, 3658 m 28,82, 4517 m 27.87. Der Wert für 4517 m 
ist: exakt (Salzgehalt 34.66°% 7), wie der Vergleich‘ mit den Bestimmungen der 
„Deutschland“ zeigt, während die Werte für alle anderen Tiefen mit Ausnahme 
der Oberflächenbestimmung zu hoch sind. Immerhin werden sich namentlich aus 
den sehr zahlreichen Oberflächenbestimmungen noch gewisse Schlußfolgerungen 
ableiten lassen, aber, da in der Veröffentlichung weder der Chlor- noch der Salz- 
gehalt ausgerechnet ist, läßt sich das wenig übersichtlich zusammengestellte Material 
nicht ohne weiteres überblicken. 
Die Isothermenkarten für .die verschiedenen Tiefenstufen sind in Tafel 6 
zusammengestellt. Die Verteilung der Temperatur an der Meeresoberfläche. haben 
wir schon früher besprochen und haben nur hinzuzufügen, daß auch im südlichsten 
Teil der Weddell-See die Oberflächentemperatur im Sommer stets unter 0°, meist 
unter — 1° liegt. Für die Tiefen von 200 m, 400 m und 800 m sind die von den 
verschiedenen Expeditionen gemachten. Temperaturbeobachtungen ohne. Auswahl 
in die Kärtchen eingetragen. In einzelnen Fällen mußten die Werte aus Werten 
benachbarter Stufen interpoliert oder Werte benachbarter Tiefen selbst: genommen 
werden, so von der schottischen Expedition die Werte von 183 m für die 200 m-Tiefe 
sowie von 366 m für die 400 m-Tiefe und von 732 m oder 914 m für die 800 m-Tiefe. 
Auch sind die Beobachtungen ohne Rücksicht auf die Jahreszeit, in der sie gemacht 
worden sind, zusammengestellt, was vielleicht die Lage der Isothermen in einzelnen 
Fällen etwas beeinflussen kann. 
Das Kärtchen für 200 m Tiefe. Die höchste Temperatur 4,3° liegt im: Nord- 
westen, östlich der Falkland-Inseln: die niedrigsten Temperaturen —1.7° bis —1,8° 
finden sich auf dem Schelf oder in seiner Nähe im Weddell-Meer. Die Isothermen 
von 1° bis 4° verlaufen in Richtung Südwest— Nordost, und die Isotherme von 1° 
scheidet die warmen vom Stillen Ozean beeinflußten Gebiete von dem kalten Gebiet 
der Weddell-Region, dessen 200 m-Schicht durchweg Temperaturen unter .1° auf- 
weist. Trotz der. geringen Temperaturunterschiede in letzterem Gebiet‘ zeigt die 
Temperaturverteilung aber doch Eigenheiten: Ein relativ kaltes Gebiet‘ südlich 
des Südorkney-Sandwich-Rückens und ein relativ warmes Gebiet in etwa 70° S-Br. 
Das wirkliche Vorhandensein dieser Unterschiede unterliegt keinem Zweifel, man 
vergleiche nur die Temperaturen in 70° und 68° S-Br. (0.65°.von der „Deutschland“, 
0.8° von der „Scotia“ beobachtet) mit den Temperaturen unter 0° in 65° bis. 60° S-Br. 
Ja selbst nördlich und östlich von Süd-Georgien ist die Temperatur der 200 m-Schicht 
niedriger als in 70° S-Br. Im übrigen sei noch auf die relativ hohen Temperaturen 
westlich von Graham-Land aufmerksam ‚gemacht, denen relativ niedrige im 
Bransfield-Sund gegenüberstehen. 
Das Kärtchen für 400 m Tiefe zeigt im Westen fast die gleichen Temperaturen 
wie das Kärtchen für 200 m Tiefe, während in der Mitte und im Osten fast durchweg 
eine Zunahme der Temperatur festzustellen ist. Die Grundzüge der Temperatur- 
verteilung sind die gleichen geblieben. Die niedrigsten Temperaturen finden sich 
wieder auf dem Schelf der Weddell-See, während in der Mitte in etwa 65° S-Br. 
die Temperatur unter 0.5° liegt, lehnt sich im Osten in etwa 70° S-Br. an den. Schelf 
ein Gebiet mit Temperaturen über 0.5° an, das ‚sich in 40° W-Lg. nordwärts bis 
66° S-Br. ausdehnt. . 
Das Kärtchen für 800 m.: Die Temperaturunterschiede haben sich gegenüber 
den geringeren Tiefen ausgeglichen. Nur im Bransfield-Becken finden wir das durch 
X Vel. Zeitschr. d. Ges, f. Erdk. zu Berlin, 1914 Nr. 2.
	        
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