'"n
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai/Juni 1918.
Fig. 2.
Temperatur und Salzgehalt in den Tiefenschichten östlich von Graham-Land,
‘Nach Nordenskjöld.)
5-Br
W-Lg.
Im x
300
OO
300;
300.
An
9
643
50°3
66
48.4
A 2 04
———— A“ TA
Im
200
0
00
300
‚000
200
4090
‚500
- 1800
2600
sie bei Annäherung an den Schelf an vertikalem Ausmaß abnimmt und auf dem
Schelf selbst nicht mehr vorhanden ist (siehe Fig. 2).
Die Beobachtungen ergeben also, daß die Zufuhr von warmem Tiefenwasser
nicht an der Westseite des Weddell-Meeres stattfindet, daß also nicht etwa der
Zutritt warmen Tiefenwassers aus dem Stillen Ozean die warme Zwischenschicht
im Weddell-Meer bewirkt. Das Tiefenwasser auf dem Schelf östlich von Graham-
Land wies bis zum Boden Temperaturen unter —1° auf, am Schelfrand in 900 m
Tiefe wurden etwa — 0.8° gemessen, während Arctowski und Rouch auf dem Schelf
an der Westseite von Graham-Land auch in größeren Tiefen meist Bodentemperaturen
von 0° bis 1° gefunden haben. Die höheren Temperaturen auf dem Schelfboden
an der pazifischen Seite von Graham-Land zeigen hier die Zufuhr warmen Wassers
auf den Schelf an, während in der Weddell-See nicht nur am Westrand, sondern
auch am Südrand kein warmes Wasser auf den Schelf tritt. Wenn wir annehmen,
daß das kalte, relativ schwere Wasser auf dem Schelfboden in die Tiefen des an-
lagernden Ozeans absinkt!) und hierbei seine Temperatur durch Mischung mit dem
wärmeren, dem Steilabfall anlagernden Wasser noch erhöht, so würden sich zwang-
los die höheren Bodentemperaturen der Tiefsee westlich von Graham-Land gegen-
über den niedrigen Temperaturen der Weddell-See erklären.
Auch zwischen den Falkland-Inseln und Süd-Georgien liegen einige Reihen-
messungen der schwedischen Expedition vor, die im Westen eine regelmäßige Ab-
nahme der Temperatur mit wachsender Tiefe ergeben, während zwischen Shag
Rocks und Süd-Georgien die Temperatur zunächst bis zu einem Minimum in etwa
200 m Tiefe abnimmt und unterhalb 200 m wärmeres Wasser lagert. Diese polare
Schichtung zeigt uns, daß in diesem Gebiet der Einfluß des Abtransports von Wasser
aus höheren Breiten sich geltend macht.
Hingewiesen sei noch auf eine Tabelle, in der die Messungen verschiedener
Expeditionen in 55° bis 70° S-Br. vergleichend zusammengestellt sind; der Wärme-
1) Im südlichsten Teil derWeddell-See schließt eine Schwelle das Schelfbecken gegen die
Tiefsee ab, auf dem Steilabfall zur Tiefsee wurden Bodentemperaturen über 0° gemessen. so daß hier
keine Bildung des kalten Bodenwassers stattfindet.