accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

Brennecke, W.: Ozeanogr. Ergebnisse d. zweiten franz,, d. schwed. u. d.-schott. Südpolarexpedition. 179

(aufen. (Auf einer Manuskript-Karte geht bei mir im Sommer die 0°-Isotherme
sogar zwischen den Süd-Sandwich-Inseln hindurch, da in dieser Richtung der Haupttransport
 der Treibeismassen erfolgt.) Ferner kommt gut zum Ausdruck die Drängung
 der Isothermen, so südlich von Feuerland und nordwestlich von Süd-Georgien.

Die Beobachtungen südlich der Shetland-Inseln wurden in der Zeit vom
11. I, bis 26. II. und vom 24. XI. bis 21. XIT. 1902 ausgeführt. Im Branfield-Sund
und der de Gerlache-Straße lag die Oberflächen-Temperatur im Januar zwischen
0° und 2°, Ende Februar zwischen 0° und —1°, im November fast stets unter 0°,
Jedenfalls kann man für die Hochsommerzeit hier: Temperaturen über 0° annehmen.
 Östlich von Graham- Land lag die Temperatur mit vereinzelten Aus-1ahmen
 unter 0°, zeitweise unter —1°. In der Drake-Straße ist der große Unterschied
 zwischen den Beobachtungen im Januar/Februar und im November 1902
bemerkenswert. Im November lag die Temperatur des Oberflächenwassers um
3° bis 4° unter der im Januar/Februar beobachteten Temperatur, was vielleicht
eine Folge des abnormen Sommers mit großer Eistrift ist. Die Beobachtungen
der Oberflächentemperatur zwischen den Falkland-Inseln und Süd-Georgien im
April 1902 ergaben eine schnelle Abnahme der Temperatur zwischen 51° und 49°
W-Lg. von 6° auf 3.7° und weiter östlich auf 2°. Gleicherweise wurde nördlich von
Süd-Georgien im Juni 1902 eine sprunghafte Zunahme der Oberflächentemperatur
und des Salzgehalts festgestellt; so wurden in 49° S-Br. und 421/,° W-Lg. 3.9° und
33.96 %/00, in 481/,° S-Br. und 421/,° W-Lg. 7.9° und 34.31 °% 9 gemessen.
Die Salzgehalts-Beobachtungen sind nicht sehr zahlreich. In der Drake-Straße
 ergaben die Beobachtungen einen Salzgehalt von 33.5 bis 34.0°% 0, in der
Bransfield- und de Gerlache-Straße meist über 34°%,., Östlich von Graham-Land
33 bis 34°/,o, vereinzelt 34.1 ° 9, und in 66° S-Br. 32.4 % 00-3.
 Die Temperatur- und Salzgehaltsbestimmungen in den Tiefenschichten.
Die Messungen der schwedischen Expedition im Bransfield-Sund führten zu dem
schon. aus früheren Veröffentlichungen bekannten Ergebnis, daß hier ein allseitig
abgeschlossenes Tiefenbecken vorliegt, in ‚dessen unteren. Schichten wesentlich
niedrigere Temperaturen vorkommen, als wir sie aus den Tiefenschichten des offenen
Ozeans kennen. Im westlichen Teil des Beckens beträgt die Temperatur in 700 m
bis 1450 m Tiefe —1.65°, im östlichen Teil —1.1° bis —1.55°, es herrscht in den
Tiefenschichten also annähernd Homothermie. Die weiter westlich von Rouch
am Eingang der Bransfield-Straße in 1320 m Tiefe beobachtete Bodentemperatur
von — 0.55° zeigt an, daß diese Tiefe nicht mehr zum Bransfield-Becken gehört,
sondern zu einem besonderen Tiefenbecken. Trotzdem- die Temperatur der Tiefenschichten
 im Bransfield-Becken fast durchweg unter —1° liegt, zeigt sich doch
vereinzelt eine warme Zwischenschicht in etwa 300 m Tiefe mit einer Höchsttemperatur
 von -+0.02°. .
Die Beobachtungen östlich von Graham-Land geben uns einige recht. wertvolle
 Beiträge zur Kenntnis der Temperaturverhältnisse der Tiefenschichten im
westlichen Teil des Weddell-Meeres. Der von O0. Nordenskjöld entworfene Schnitt,
der sich von: Jason-Land in ostnordöstlicher Richtung bis 44° W-Lg. erstreckt,
ist in Fig. 2 wiedergegeben. Die Isohalinen sind in der Figur nicht mitgegeben
worden, da die Salzgehaltsbestimmungen mir nicht exakt genug zu sein scheinen.
Bei Nordenskjölds östlichster Station in 63° 36’ S-Br., 45° 14’ W-Lg. beträgt
der Salzgehalt z. B. in 300 m und 500 m Tiefe 34.90 °%/,,, weiter westlich in 50° 20’
W-Lg. in 300 m Tiefe 35.03 °, und westlich hiervon in 54° 35’ W-Lg. in 300 m
etwa 34.65 % 9, in 500 m 34.69%.0. Da auf der „Deutschland‘“-Expedition, auch im
westlichen Teil der Weddell-See (45° W-Lg.), äußerst gleichförmiger Salzgehalt
im den Tiefenschichten mit einem Höchstbetrage von 34.70 °/,, angetroffen wurde,
so halte ich die höheren Werte der schwedischen Expedition vor der Hand nicht
für einwandfrei. Die Temperaturbestimmungen der Tiefenschichten schließen
dagegen gut an die „Deutschland‘“-Bestimmungen an und zeigen klar die warme
Tiefenschicht mit Temperaturen über 0° in unterhalb 200 m Tiefe. Wertvoll ist
nun die Tatsache, daß hier im westlichsten Teil der Weddell-See die warme Zwischenschicht
 niedrigere Temperaturen aufweist als in hohen südlichen Breiten und daß
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.