Brennecke, W.: Ozeanogr. Ergebnisse d, zweiten franz., d. schwed. u, d, schott. Südpolarexpedition, 177.
sofort durch J. Rouch der Salzgehalt mittels Chlortitration bestimmt. Die meisten
der Proben sind von der Oberfläche geschöpft und gestatten dem Verfasser ein Bild
der Dichte-Verteilung in dem vom ‚„Pourquoi-Pas ?‘© befahrenen Gebiet zu ent-
werfen, das in Figur 1 wiedergegeben ist. Das Maximum der Dichte, etwa 1.02725,
liegt nach dem Kärtchen in etwa 65° S-Br., während südwärts die Dichte wieder
erheblich abnimmt auf 1.02650, trotzdem hier im hohen Süden möglichst Wasser
von eisfreien Flächen geschöpft wurde. Dies steht im Gegensatz zum Weddell-
Meer, wo auch im höchsten Süden noch Dichtewerte über 1.02725 beobachtet
wurden. Sehr gut kommt in dem Kärtchen die schnelle Abnahme der Dichte
bei Annäherung an Kap Horn zum Ausdruck, wo in Landnähe Werte von 1.02505
beobachtet wurden. In den Kanälen von Feuerland ist infolge erheblicher Süß-
wasserzufuhr die Dichte noch geringer, es wurden hier Werte von etwa 1.02300 ge-
messen. Die Anreicherung des Oberflächenwassers mit Salz infolge der Bildung
von Meerwassereis zeigt sich gut bei den während der Überwinterung auf Peter-
mann-Insel gemachten Chlorbestimmungen, das Minimum (im April) lag unter 18% /99,
das Maximum (im August) betrug etwa 18.74 °%,, Chlorgehalt.
Die Bestimmungen des Salzgehalts in den Tiefenschichten sind wenig zahl-
reich und leider nicht sehr vertrauenerweckend. So findet sich z. B. für nicht weit
auseinanderliegende Stationen für 500 m Tiefe ein Wert von 34.56°%,, und von
33.98 %% 2, dies sind aber Unterschiede, wie sie in einem einheitlichen Gebiet in
solcher Tiefe nicht mehr vorzukommen pflegen. Im allgemeinen deuten die
Beobachtungen darauf hin, daß der Salzgehalt der Tiefenschichten westlich von
Graham-Land etwas höhere Werte erreicht als im Weddell-Meer.
B. Die Ergebnisse der schwedischen Südpolarexpedition 1901/03‘).
Die von 0. Nordenskjöld, dem Leiter der schwedischen Südpolarexpedition,
herausgegebene Veröffentlichung der ozeanographischen Ergebnisse bietet trotz der
verhältnismäßig geringen ozeanographischen Beobachtungstätigkeit der Expedition
viel Wertvolles durch die äußerst übersichtliche und ansprechende kartographische
Zusammenfassung der bisherigen Forschungstätigkeit in den südlich und östlich
von der Südspitze Amerikas gelegenen Gebieten. Auf einer geologisch-bathymetrischen
Karte (1: 5C00 000) sind sämtliche Lotungen der neueren Expeditionen vereinigt
und hiernach Isobathen gezogen, bei den Landgebieten ist die geologische Be-
schaffenheit durch Farbtönung angegeben. KEine weitere Karte für die Graham-
Region (1:1 000 000) zeigt das Bodenrelief und die Eisbedeckung des Festlandes
sowie die Tiefen des umgebenden Meeres. So geht der Inhalt der Karten weit über
das Gebiet der eigentlichen ozeanographischen Forschungstätigkeit heraus, was
aber nur mit Dank begrüßt werden kann, da solchergestalt die ozeanographischen
Messungen in das geographische Bild des Gebiets eingegliedert und die Beziehungen
zwischen den einzelnen Landgebieten durch die Reliefformen des Meeresbodens
wesentlich der Deutung nähergebracht werden.
Wie in der Einleitung ausgeführt wird, war die ozeanographische Ausrüstung
in vieler Beziehung mangelhaft; die Beobachtungen wurden von verschiedenen
Wissenschaftlern ausgeführt, da ein Fachmann nicht an Bord war. Da sämtliche
Wasserproben von der zweiten Fahrt mit dem Schiff verloren gingen, so hat hier-
durch das Material eine wesentliche Einbuße erlitten. Auch die Bearbeitung hat
nicht in einer Hand gelegen, sie wurde von J. G. Andersson begonnen und nach
seiner Behinderung durch 0. Nordenskjöld beendet.
1. Die Ergebnisse der Lotungen. Für die Tiefseelotungen war zunächst
nur eine Hanfleine von 8000 m Länge vorhanden, was die Lotungen sehr zeitraubend
gestaltete, auch bewirkte, daß die Zahlen wegen der größeren Abtrift sämtlich etwas
zu hoch sind. Für Lotungen und sonstige Arbeiten in geringerer Tiefe war noch
eine Drahtlitze von 500 m Länge vorhanden, die sich auf einer Handwinde befand.
Auf der zweiten Fahrt erhielt das Schiff auch eine Lucas-Lotmaschine.
Die Lotungen in dem Gebiet zwischen den Falklands-Inseln, Shag Rocks
und Süd-Georgien suchten die Beziehungen zwischen Süd-Georgien und den Shag
' Wiss, Ergebnisse d. schwedischen Südpolarexpedition, Bd. I, Lieferung 2. Die ozeanogr.
Ergebnisse von Otto Nordenskijöld. Stockholm 1917.