176 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai/Juni 19168,
Auslösung durch einen Propeller bewirkt wurde. Wenngleich diese Auslösung durch
Propeller wegen der Temperaturschichtung in polaren Meeren wenig zu empfehlen
ist, machen die gemessenen Temperaturen doch einen exakten Eindruck und
stimmen gut zu dem, was wir sonst über die Temperaturschichtung in benachbarten
Gebieten wissen. So bestätigen die Messungen im Bransfield-Sund die von der
schwedischen Expedition gefundene Homothermie der Tiefenschichten; ferner
zeigen die Messungen in vielen Fällen deutlich das unter der Oberfläche vorhandene
Minimum der Temperatur, entstanden durch die winterliche Abkühlung mit folgen-
der Erwärmung der obersten Schicht im Frühjahr. In allen Fällen (mit Ausnahme
in den abgeschlossenen Buchten) weisen sie aber die warme Tiefenschicht auf, die
unter der kalten Oberflächenschicht aus wärmeren Gebieten südwärts vordringt.
Das vorhandene Beobachtungsmaterial ist in nachstehender Tabelle zusammen-
gefaßt, um die Hauptunterschiede in der regionalen Verteilung der Temperaturen
zum Ausdruck zu bringen.
Tiefe
m
100
200
300
500
750
‚000
68° S-Br.
70° W-Le.
8
),20
0.49
0.69
20
691°
/4° S-Br.
809° W-Lg. |
d m
‚50
70
7°
io
Yin
IV
691/29 S-Br. | 70° S-Br. |
105° W-Lg. | 118° W-Lg.
4% DC
oO
9
1,39
0.3°
1,59
1.3°
1.15°
>
°o
661° S-Br.
119° W-Lg.
0.6°
— 1.0°
0.39
1.75°
1.99
Station I liegt auf dem Schelf bei Alexander I.-Land, Station [I am Schelf-
rand, Station III und IV schließen sich westlich in etwa gleicher Breite an und
Station V liegt bedeutend nördlicher im offenen Meer. Sehen wir von den wechselnden,
durch das Eis beeinflußten Temperaturen der Oberfläche selbst ab, so treffen wir
mit Ausnahme von Station. I das Temperatur-Minimum in 100 m Tiefe. Bei
Station I und II nimmt die Temperatur sodann bis auf 0.8° in 500 m Tiefe zu, bei
den anderen Stationen ist die Temperaturzunahme bedeutend größer, am größten
bei der am nördlichsten gelegenen Station V. Wir können dies dahin deuten, daß
auf dem Schelf und an seinem Rande der warme Unterstrom sich nicht so voll ent-
wickeln kann wie über größeren Tiefen, sondern stark untermischt wird mit kälterem
Wasser vom Schelf. Ob die Unter-
schiede in der Tiefe von 1000 m
zwischen Station III und IV reell
sind, ist auf Grund der ver-
einzelten Messungen schwer zu
sagen, ebenso wie die, Einzel-
Messungen in den Buchten schwer
zu deuten sind. Was aber klar
und deutlich aus den Messungen
der Stationen III und IV hervor-
geht, ist, daß hier westlich von
Graham-Land der warme Unter-
strom um über 1° höhere Tem-
peraturen aufweist, als sie 12
Breitengrade nördlicher in der
Weddell-See beobachtet worden
sind. In 58° S-Br. 33° W-Leg.
wurde als höchste Temperatur
von mir in 400 m und 600m + 0.76°
gemessen, während in gleicher
* S-Br., 107° W.Lg, die Temperatur 1.8° beträgt!
4. Die Bestimmungen des Salzgehalts und der Dichte. Auf den Reisen wurden
über 200 Wasserproben gesammelt und nach der Ankunft in Montevideo wurde