Mecking, L.: Nordamerika, Nordeuropa und. der Golfstrom in der elfjährigen Rlimaperiode,
Tabelle V. Lufttemperatur an Stationen Nordamerikas.
Edmonfon
53°33'N,
13°30W
Montreal— Quebec
45° 30’ N, 46°4$8' N,
(3°35 W 71°13' W
St. Louis .
389 38’ N, 90° 12’ W
Nain—Hebron‘
56° 33’ N, 58° 12'N,
61° 40’ W162° 37 W
Jan.-Müärz
Jan.-März | Jahr ahres-
A.
Jan,-März | Jahr
' Jan.-März N
Mittel d; Max.-Ep.} — 10.8° | —9.4° ; 45° 18° 12,8°
‘«Min.- « | — 95° | —84° 50° | 259 | 13.09
Periodeneffekt 1.39 1.0° |. 0,59 | 0.79 0.201
210 — 20.0°
200 | — 18,30
1] 3.79
Den gleichen Einflüssen wie dieses weite Binnengebiet untersteht die Küste
von Labrador. An ihr wurden die Stationen Nain und Hebron gewählt und ihre
Werte zu Mitteln vereinigt... Von beiden Punkten sind die Beobachtungsreihen
immerhin schon so lang, um 7 Epochen zu ergeben, jedoch so lückenhaft, daß fast
jeder dieser 7 Weıte mit einer Unvollkommenheit behaftet ist, indem ‚entweder
eins der drei Jahre einer Epoche-fehlt oder ein Wert für eine der beiden Stationen
durch Interpolation gewonnen werden muß. So ließ sich wenigstens eine genügende
Reihe für das Winterquartal Jan.— Fehr. —März, wenn auch notdürftig, herstellen.
aber keine für das Jahresmittel, Die Kurve (13) läßt nun so viel gewiß erkennen,
daß die Periode darinsteckt und zwar im nämlichen Sinne wie an den übrigen Punkten
Nordamerikas. Nur eine Ausnahme, aber nicht von hohem Betrag, liegt vor in
der Maximalepoche der neunziger Jahre, der nämlichen, die auch bei den Reihen
der Binnenstationen zum Teil herausfällt. Der Periodeneffekt ist, wie Tabelle V
zeigt, noch höher als an sämtlichen Binnenstationen, was vermutlich mit der höheren
Breite zusammenhängt.
III. Die elfjährige Temperaturperiode am Rand Nordwesteuropas.
1. London und Orkney-Inseln,: ;
In ziemlich gleicher Breite mit Winnipeg liegt im nordeuropäischen Rand-
gebiet London. Von ihm ließ sich eine besonders lange Temperaturreihe finden.
die, von 1765 bis 1907 reichend, nicht weniger als 26 Sonnenfleckenepochen einschließt.
Eine nicht ebenso lange, aber auch recht erhebliche Reihe, nämlich mit 15 Epochen,
bieten die Orkney-Inseln dar. Beide Punkte sind insofern besonders wertvell.
Klimapeı:iodische Untersuchungen leiden nicht selten in dieser Hinsicht; entweder
sucht’ man die Perioden für längere Zeiträume zu beweisen, muß sich aber dann oft
mit ‚unsicheren Anhalten: wie ‚,warme‘‘ und „kalte“ Winter u. dergl. begnügen,
oder man stützt sich nur auf exaktes Material, das dann eben in der Regel sich nur
über kürzere Zeiten erstreckt, Nur eine lange Reihe genauer Zahlenwerte: jedoch
kann zum wirklichen Prüfstein für den Grad der Gültigkeit von Perioden werden.
Auf Grund einer kürzeren Reihe läßt sich streng genommen nur aussagen: es gibt
Zeiten, in denen die Periode sich durchsetzt. Wenn z. B. durch vier aufeinander-
folgende Perioden hindurch die Epochen ausnahmslos zum Vorschein kommen, so
kann das kaum mehr dem Zufall zugeschrieben werden, läßt aber dennoch die Frage
offen, ob die Zeiten, in denen die‘ Pericde durchkommt, nicht häufig von längeren
Zeiten unterbrochen werden, in denen andere. Klimafaktoren mächtiger werden
und die Periode ganz verdecken. Eine dritte Frage dann ist die; wie groß oder klein
die Ausnahmen sind. .
Auf Grund der Londoner Reihe ist nun kaum mehr zu bestreiten, daß das
Durchgreifen der Sonnenfleckenperiode hier; das häufigere ist. Auf die größte Aus-
nahmestelle wird unten noch näher eingegangen. Unter den 26 Epochen der Londoner
Winter-Kurve (14, Taf. 1) sind es 5, die aus dem regulären Gang herausfallen (was eine
Übereinstimmung von noch 68%, bedeutet), in der Orkney-Kurve. (16) sind es von
15 Epochen 3 (64°/, Übereinstimmung). An der Orkney-Station stimmt die .Jahres-
temperatur ebensogut wie -die Wintertemperatur zur Fleckenperiode, bei London
dagegen nicht, indem hier 10 Ausnahmen auf 26 Epochen kommen.
Im Vergleich mit den amerikanischen Stationen zeigt sich, daß die elfjährige
Temperaturperiode auf der euronäischen Seite in viel geringerer Stärke