Wagner; H.: Die Entwicklung der wissenschaftlichen „Nautik usw.
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wenn man nicht der milderen Auffassung A. Wegeners zustimmen will, daß ihm
nur die Tafeln Zacutos. ohne Titel und Canones in Handschrift vorgelegen ‘hätten:
Vom Almanach perpetuum Zacutos soll nach Hain (16268) eine Ausgabe
Venetiis 1496 existieren, „cum additionibus Alphonsi Hispaliensis ‘de Corduba“,
welche also in dasselbe Druckjahr der in Leiria hergestellten fallen würde... Berthold
Cohn (a. a. O0. S. 104) führt auch deren Titel an, welcher mit dem des in Ste. Genevieve
aufbewahrten Exemplars der Leiria-Ausgabe vollständig übereinstimmt, scheint aber
die Ausgabe nicht selbst gesehen zu haben. R avenstein nennt — auf Grund welcher
Quellen wird. nicht gesagt — weitere in Venedig gedruckte Ausgaben 1498,- 1499,
1500 und 1502. Die Häufung innerhalb so. weniger Jahre ist, zumal bei der Seltenheit
der erhaltenen Kopien, unwahrscheinlich. . Sicher ist aber eine solche von 1502 ver*
bürgt und stand mir, weil der Königl. Universitätsbibliothek zu Göttingen gehörig
(Astron. I 2959), zur Verfügung. ‘ Sie ist, wie so viele damalige Tabellenwerke, von
dem oben genannten rührigen Buchdrucker Peter Liechtenstein’aus Köln gedruckt
und mit einem Privilegium des Staates Venedig für zehn Jahre versehen... Der
Titel lautet: „Almanach zerpetuum exactissime nuper emendatum omnium celi
motuum cum additionibus in eo factis tenens completum cum Gratia: et Privilegio®);
Das Wort „nuper‘“ zeigt an, daß früher das Werk schon dort herausgegeben ist;
vermutlich bezieht sich dies auf die genannte Ausgabe Venetiis 1496, SE
Im Beginn‘ begegnen wir‘ sogleich dem ‘„‚Alfonsus hispaliensis de : Corduba
artium et medieinae doctor“, mit einer Widmung an den Bischof Alfonsus von Evora;
worin der erstere einen Fehler Zacutos richtigstellt. Dies wird Berthold Cohn
veranlaßt haben, den spanischen Astronomen Alfonsus de Corduba auch als Heraus-
geber dieser Venediger Ausgaben anzusehen (a. a. O. S. 120), was wohl ein Irrtum
ist. Zwar zeigt die Bemerkung in -der Widmung des Alfonsus: „rogatus a. Joannis
Lucilio Germano‘“ erneut die frühen Beziehungen, welche in damaliger Zeit zwischen
&panischen und‘ deutschen Astronomen bestanden: Aber als Herausgeber. .des
Almanach von 1502 ist sicher Johannes Michael Germanus Budorensis
(d. h. aus Büderich am Niederrhein) anzusehen, der sich in seiner auf der dritten
Seite anschließenden Widmung an den oben genannten Alfonsus de Corduba zugleich
als Schüler des: Johannes Lucilius bekennt. Die 23 .„„Canones sive problemata“
legen teilweise diejenigen Zacutos zugrunde, geben sie aber in anderer. Anordnung
und erweiterter Fassung. Im übrigen stimmen die. weitaus meisten astronomischen
Tafeln mit: denen der Ausgabe Leiria 1496 völlig überein... Aber die. Tabulae declhi-
nationum sind die ausführlichen Regiomontans aus der Tabula directionum; sie
entsprechen nicht der abgekürzten Tabula declinationis solis. im Almanach
perpetuuma: i
IV. Die Tabulae solis und Tabulae declinationis solis aus dem Ende des
XV. Jahrhunderts, ;
— 16. Die Tabulae declinationis solis und die Schiefe der Ekliptik. : Kehren
wir nach dieser Abschweifung zu den Interessen der Nautiker zurück. Raven-
stein verfolgte sie in seiner. Behaimbiographie nur insoweit, als er behauptete;
daß die Tafeln des Zacuto ihnen alles geboten hätten; um die Deklination der. Sonne
an einem beliebigen Tage zu finden. Dabei verweilt er aber nur bei der Ausnutzung
der Tabula solis und Tabula declinationis ab equinoctiali. Wir kommen darauf zurück.
Im Augenblick beschäftigen wir uns nur .mit letzterer. ” Ein Blick auf dieselbe zeigt,
daß Zacuto als Maximal-Deklination: oder Schiefe der Ekliptik den Winkel von
23° 337
zugrunde legt. Dies spricht für die Vermutung Berthold Cohns (a. a. O. S. 108),
daß Zacuto wohl manche seiner Tafeln nicht neu berechnet, sondern vorhandenen
Quellen entnommen habe. Zacuto weist in der Widmung selbst. auf Abenuerga
Febreus:hin, d. h. auf Jehuda ibn Verga, der (nach Steinschneider) im Jahre.1457
ein astronomisches Lehrbuch schrieb. Mit Sicherheit hat Zacuto die Deklinations-
5%) Das von B. Cohn (a. a. 0. 105) benutzte, der Frankfurter “Stadtbibliothek gehörige
Exemplar des Almanach (1502) ist mit. dem oben beschriebenen völlig identisch.