Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1915,
Nicht nur das Ausmaß, sondern auch die strenge Regelmäßigkeit des Flecken-
einflusses ist bemerkenswert: sie stach schon in einigen der Kurven hervor, möge
aber noch nach zwei Methoden zum Ausdruck gebracht werden. Man kann fragen:
auf welche Einzeljahre fallen abwechselnd die maximalen und die minimalen Jahres-
temperaturwerte der ganzen Reihe von 30 Jahren. und um wieviele Jahre entfernt
tiegen dieselben von den ‚Jahren der Fleckenmaxima und -minima? "Tabelle III
antwortet hierauf, daß sowohl die wärmsten Winter wie auch die wärmsten Jahre,
wenn nicht genau in den Jahren der Meckenminima, dann .höchstens ein ‚Jahr,
selten zwei Jahre entfernt liegen, und ebenso die kältesten ‚Jahre und Winter sehr
nahe mit den Jahren der Fleckenmaxima zusammenfallen. Auch dieses Ergebnis
fällt also recht günstig aus,
Tabelle ILL. Extreme Winter- und Jahresmiftel der Temperatur in Winnipeg.
"Temperatur
Tan. Vebr. März
Jahr
Jahres-
temperatur
Jahr
Max. - 5.2?
Min. - -20.1°
Max. -- 12.5°
Min, 20.09
Wax, - 9.69
Min. 37.40
1875 : = im Jahre d, FL-Min,
8585 = 2 Jahre nach F,-Max.
‚389 == im Jahre d, Fl.-Min,
803 == » . « » Max.
02 — 1 Jahr nach FlL-Min..
904 — 1 —2 ‚Jahre vor FL-Max
Max, 46°
Min. — 1.5°
Max. 2,39
Min, — 1,39
Max. 3.1°
1578 -= im Jahre d. FL-Min,
1883 =— « & « Max.
1889 — « « « Min.
1893 — « & - Max.
1902 == 1 Jahr nach Fl.-Min.
Schließlich habe ich in der Tabelle IV den Periodengang der Jahresmittel-
temperatur dargestellt, ähnlich wie man geläufig z. B. den Jakresgang der Temperatur
bildet. Obwohl er aus der Übereinanderlagerung von nur 2?/, lückenlosen Pericden
hervorgegangen ist, stellt er sich schon in voller Regelmäßigkeit heraus. Das wärmste
Jahr fällt mit 3.1° (ausgeglichen 2.6°) genau in das Fleckenminimum, das kälteste
mit 0.0° in die Mitte der Periode bzw. etwas näher dem Anfang. Die mittlere Am-
plitude hat mit 3.1° (ausgeglichen 2.6°) einen sehr hohen Betrag.
Tabelle IV. Periodengang der Jahrestemperatur von Winnipeg.
Normale Fleckenperiode
Min.
2 3- 14
Max.
Min.
[Ampli-
3
0
5
ö 7 8 9 10 121
|
tude
Femperatur ohne Ausgl.
ausseelichen
' !
31 14° 0.65° 04” 00° 0.1° 0.0° 0.6° 0.39 0.27 10° 31°) 3.2?
26° 1.6° 0.8° 0.47 01° 0.0° 02° 0.49 03° 0,6° 16° 26° | 2.6°
Daß eine derart markante Erscheinung eng auf Winnipeg begrenzt sein sollte,
ist von vornherein unwahrscheinlich. Um die weitere Verbreitung festzustellen,
wurde im Abstand von etwa 1500 km im Westen, Süden und Osten je ein Punkt,
der die geeignete Zahlenunterlage bot, gewählt: im Westen Edmonton, im Süden
St. Louis, im Osten Montreal und Quebec (zusammengefaßt). Die zugehörigen
Werte sind in den Kurven 7—12 (Taf. 1) dargestellt. Für St. Lcuis konnte eine
längere Reihe von 13 Epochen verwendet werden. In ihr weichen schon 3 Epochen
vom regulären Gang ab, was immer noch eine Übereinstimmung von 67°, mit dem
(ijang der Sonnenflecken bedeutet. Bei den anderen, aber kürzeren Reihen ist dieselbe
größer. Auch ist der Parallelismus sowohl im ‚Jahresmittel wie im Winterquartal
vorhanden und wieder im Winter (nach Ausweis der Tabelle V) mit zwei- bis dreimal
so großem Periodeneffekt wie im ‚Jahresmittel. Bemerkenswert ist, daß in St. Louis
der Perindeneffekt sowohl im Winter- wie im Jahresmittel kleiner ist als in Winnipeg
und den anderen nördlicheren Punkten; dieses Abflauen der Erscheinung nach Süden
hin wird bei der Erklärung des Ganzen mit zu beachten sein. Für St. Louis war
auch eine bequeme Zusammenstellung der Jahresminima (allerdings nur in ganzen
Graden F.) erreichbar: auch hierin spiegelt sich, wie Tabelle V und Kurve 12 dartım,
die Fleckenperiode, mit Ausnahme der fünfziger Jahre.