148 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März/April 1918,
Diagramm so lange, bis für Vormittagsbeobachtungen der obere Punkt @ = 28°,
für Nachmittagsbeobachtungen der untere Punkt 9 = 28° mit dem vom Schiffsort
aus nach Norden verlaufenden Meridian zusammenfällt, Markiert man dann auf
der Seekarte den andern Punkt 28° des Diagramms, so erhält man die Richtung
nach dem Gestirn, indem man auf der Karte den markierten Punkt mit dem
gegißten Schiffsort S verbindet. Nach dem Gebrauch kann man Punkt P auf
dem Zelluloid wieder verwischen. Daß die Genauigkeit für praktische Verhält-
nisse genügt, zeigt das obige Beispiel: selbst das kleine Diagramm der Figur 2
ergibt für das Azimut 92°, während man durch Rechnung 92° 14’ findet,
Vor dem bekannten Weirschen Azimutdiagramm hat das vorgeschlagene
Diagramm, da nur gerade Linien und Kreise, nicht aber die viel umständlicher
zu zeichnenden konfokalen Ellipsen und Hyperbeln verwendet werden, den Vorteil
einfacherer Herstellbarkeit, wenn auch nicht gerade den Vorteil größerer Hand-
lichkeit voraus. Denn natürlich kann man auch mit dem Weirschen Diagramm
genau so wie oben ohne Rechnung und Transporteur auskommen, wie mir denn
scheint, daß der Vorteil der Azimutdiagramme nur dann voll zur Geltung kommt,
wenn sie in der beschriebenen Art unmittelbar zur Konstruktion der Standlinie
herangezogen werden... 4 Prof. Dr. Teege, Kiel.
2. Spiegelinstrumente in Handels- und Kriegsmarine. Auf S. 97 dieser
Zeitschrift habe ich unter dem Eindruck, den mir einige der neuerdings kon-
struierten Zeigersextanten machten, ein Urteil über dieses Instrument im all-
gemeinen gefällt, das der Berichtigung bedarf. Die Zeigersextanten, die ich bei
der Abfassung im Auge hatte, zeigten u. a. den Nachteil, daß die festgeklemmte,
mit der Zeigervorrichtung verbundene Alhidade sehon bei nicht allzuheftigen
Schleuderbewegungen ihre Stellung veränderte, und daß Beschädigungen des Limbus
nach meiner Schätzung Kosten verursachen mußten, die den Kosten für Trommel-
sextanten-Reparaturen wenig nachstehen. Die Firma Haecke in Berlin baut jedoch
Zeigersextanten, die mir den erst erwähnten Nachteil zu vermeiden scheinen ‚und
vor den Trommelsextanten einige Vorzüge haben. Erstens sind sie billiger, dann
auch in der Handhabung leichter als die Trommelsextanten, ferner ist ihr Zahn-
kranz geschützt, so daß er weniger leicht verletzt werden kann als der des
Trommelsextanten. Da seine Ablesung sehr viel bequemer ist als die des alten
Noniussextanten, so sind Versuche mit Haeckeschen Zeigersextanten an Bord
zu empfehlen, um festzustellen, ob sie sich in der Praxis bewähren,
Dr. .J. Möller.
Neuere Veröffentlichungen.
Neueste Erscheinungen im Bereiche der Seeiahrt- und der Meereskunde
sowie auf verwandten Gebieten,
a. Werke.
Witterungskunde.
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