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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

Möller, J.: Zur Didaktik des nautischen Unterrichts, 
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keit zur Darstellung bringt, Boltes neues Handbuch der Schiffahrtskunde und 
das neue Lehrbuch für den Unterricht in der Navigation an der Kaiserlichen 
Marineschule verzichten ganz darauf. | 
Im folgenden will ich versuchen, aus der Veränderung der Lage der 
Höhengleiche zunächst die Fehlergleichungen zwischen dt, dg und dö und im 
Anschluß daran einige Beziehungen zwischen den Änderungen des Azimuts und 
anderen Bestimmungsstücken des astronomischen Grunddreiecks anschaulich ab- 
zuleiten. 
1. Einfluß eines Fehlers in 6 auf g. 
In Figur 1 sei Gy die Projektion eines Gestirns von der Deklination d auf 
die Erde, der Kreis mit dem Halbmesser G,B, die der beobachteten Zenitdistanz z 
entsprechende Höhengleiche und Bj der dem. Stundenwinkel t entsprechende 
Beobachtungsort. Ändert sich nun ö um .den Betrag GyG= dd, so verschiebt 
sich der Mittelpunkt Gy, der Höhengleiche um Fig. 1 
denselben Betrag dd auf dem Meridian von G, m 
nach Norden für positive, nach Süden für 'nega- 
tive Werte von dö, mit anderen Worten: die 
Höhengleiche.dreht sich um den sphärischen Pol 
des Meridians PGy um den Winkel dö (wie sie sich 
bei einer Änderung der. Greenwicher Zeit um 
den Pol des Aquators um einen Winkel dreht, 
der gleich der Zeitänderung ist). Jeder Punkt 
der Höhengleiche verschiebt sich dann auf einem 
Nebenkreise der Erdkugel parallel zum Meridian 
GoG, der Ort By beispielsweise von By nach D. 
Das Stück B,D ist, auf das Maß des größten 
Kreises reduziert, gleich dd cos e, wo e = B,E 
den sphärischen Abstand des Punktes By vom 
Meridian GogG bedeutet, Der dem neuen Wert 
von 6 entsprechende Beobachtungsort liegt auf 
dem Schnittpunkt B des neuen Kreises mit dem 
Meridian von B..° B,B=de. ist die Breiten- 
änderung, die bei gleichbleibendem Stundenwinkel 
der Deklinationsänderung entspricht. Bezeichnen 
wir in dem kleinen Dreieck B,BD, das als eben 
angesehen werden darf, X BB,D mit ß; so ist, da 
X BoBD= 90° — Az, X BiDB = 90° + (Az— pP), 
wo Az das von Süden rechts herum gezählte Azimut bedeutet. Dann ist 
2 dp==dö-cose-cos(Az— f)-8ec AZ. .... +04 0. I) 
„In dem sphärischen Dreieck B,EG, ist aber X EBoGy = 90° — (Az — ß), 
X. EG;,B,y == qq, .also, cos.e == cos q : cos (Az — ß), folglich‘ 
‘° dp=dö-cosq:cosAz . . . : .- . 04 0 0042) 
Zählt man ‚aber, wie es in der Kaiserlichen Marine üblich ist, das Azimut 
von Norden über, Osten bis 360°, so tritt überall an Stelle von Az der Wert 
Az‘ = 180° + Az. Dann lautet die Formel: . ; 
dy=—döcosq:cos Az! ‚0... 0. 0.s 
Aus der Betrachtung dieser Gleichung geht hervor, daß das Vorzeichen 
von äg außer von dem von dö auch von dem Quadranten abhängt, in dem q 
und Az liegen, Für die Festigung anschaulichen Verständnisses ziehe man im 
Unterricht hier die Betrachtung der Drehung eines Kreises auf der Kugel heran, 
die so erfolgt, daß der Kreismittelpunkt auf einem Hauptkreise entlang wandert, 
Auch für das Verständnis der Beziehungen im sphärisch-astronomischen Grund- 
dreieck, z. B. unter welchen Bedingungen q und Az gleichzeitig spitz sein können, 
und anderer, ist diese Betrachtung lehrreich.
	        
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