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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1918,

Zur Charakteristik der Temperaturlage in einer Fleckenmaximalepoche
wurde nicht das Fleckenextremjahr mit dem vorhergehenden und nachfolgenden
zum Mittel vereint, überhaupt nicht so durchweg das Fleckenmaximaljahr selbst
als vielmehr der Abstand vom vorhergehenden und nachfolgenden Fleckenminimaljahr
 zum Richtpunkt der Gruppierung genommen (weil wir eben die Fleckenminima
als die für den ganzen Ablauf der Temperaturperiode bestimmenderen Momente
ansehen wollen), so zwar, daß die jeweilige Dreijahrsgruppe in der Regel einen Abstand
von 2 Jahren von der vorhergehenden, einen solchen von 3 Jahren von der folgenden
Minimalgruppe wahrt (statt 2 und 3 manchmal 3 und 4 oder 1 und 2, je nach der
Länge der einzelnen Periode, die bekanntlich nicht immer elf Jahre umfaßt,
sondern. zuweilen 1 bis 2 Jahre. weniger oder mehr). Es fällt somit das Fleckenmaximaljahr
 (vgl. Tab. 1) meist in den Anfang der als Maximalepoche gefaßten
Dreijahresgruppe, in drei Fällen gar noch ein Jahr vor dieselbe, und: dreimal in
ihre Mitte, z. B. 1882—883—84.
Die so in unseren Vergleichen verwendeten Fleckenepochen gibt Tabelle I
wieder. .
Tabelle I. Perioden der Sonnenflecken,

Jahre

Mittel der ausgeglichenen

Relativzahlen
der Flecken

Minimal-Epoche 1765 66
Maximal- 69 70
Minimal- 4 75
Maximal- 8 79
Minimal- 53 84
Maximal- 29 90
Minimal- 97 98
Maximal- 18503 04
Minimal- MM 10 ı
Maximal- 5 7 38
Minimal- 22 23 24
Maximal- 29 30 31 Ge
Minimal- « 32 33 34 16
Maximal- - 37 88 39 108

Jahre

Minimal-Epoche 18 44
Maximal- ‘8 49 NO
Minimal- 55 56 57
Maximal- 60 61 62
Minimal- 66 67 68
Maximal- 71 72 78
Minimal- {7 78 79
Maximal- 52 83 84
Minimal- 58 89 90
Maximal- 94 95 96
Minimal- « . 1900 01 02
Maximal- 05 06 07
Minimal- « 11 12 13

Mittel der ausgeglichenen

Relativzahlen
der Fliecken

18
97
12
i8
20
HE

£*
©
62
1
Öl

60
3

Es ist sicher, daß das äußere Gewand der folgenden Ergebnisse sich zum "Teil
noch vorteilhafter gestalten ließe; in manchen Fällen könnte z. B. an Stelle der
Jahre 1900—02 die Dreizahl 1899—01 oder 1901—03 einen günstigeren Wert ergeben.
So gut wie nicht in jedem Jahr und an jedem Ort der wärmste Monat der nämliche
st, sondern in der einen Jahresperiode oder Gegend einmal ein früherer, in der anderen
ein. späterer, so ist es offenbar auch in der Sonnenfleckenperiode. Aber um jede
Willkür auszuschließen, wurden die nämlichen Jahre allen Vergleichen zugrunde
gelegt, nur mit folgender Ausnahme: in Fällen, wo das Jahr 1914 schon vorlag,
ist als Epoche 1912—14 gewählt und dazu als vorhergehende 1906—08; wo dagegen
1914 fehlte. sind beide Enoachen um em Jahr zurückgeschoben.

II. Die elfjährige Temperaturperiode auf der amerikanischen Seite.
Von Winnipeg, das auf 50° Br. recht im Herzen Nordamerikas liegt, gibt es
eine Temperaturreihe, die ohne Unterbrechung von 1872 bis 1913 reicht, also gerade
acht Epochen umfaßt, nur daß von der ersten ein Jahr fehlt. Schon im Jahresmittel
der Temperatur ist bei der Winnipeger Reihe die Fleckenperiode deutlich erkennbar;
denn. das regelmäßige, deı Fleckenkurve folgende Auf und Ab der ausgezogenen
Kurve 1 (Taf. 1) ist lediglich an einer Stelle und zwar ganz unbedeutend gestört,
in der Maximalepoche der neunziger Jahre. Während sich nun aber dieser Kurvenverlauf
 der Jahrestemperatur in mittleren Grenzen (etwa 0—3°) hält, weichen die
‚Jahreszeiten (Kurven 2-—5) hiervon teils nach der einen, teils nach der anderen
Seite ab, d. h. in der Temperatur des Spätsommers (Juli— Sept.) kommt die Fleckenperiode
 bei weitem am schwächsten, in der des Winters (Okt. —März) am stärksten
            
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