132 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März/April 1918.
würde das die Gegensätze nur verschärfen, Allzuviel wird dies aber kaum
wirken, denn A kommt nur unter dem Wurzelzeichen vor,
Die Annahme gleichförmiger Dichte erscheint schließlich vollkommen be-
rechtigt, da sich (vgl. Tabelle I) alles Wesentliche innerhalb der untersten
1000 m abspielt. E .
Die Zahlen dürften also ohne weiteres einen brauchbaren Maßstab für
mittlere Verhältnisse abgeben.
Die hier abgeleiteten Gegensätze sind im allgemeinen bekannt;. man kam
zu ihnen aus Vorstellungen, die großenteils auf den Guldberg-Mohnschen
Gleichungen beruhen. Diese beziehen sich aber bloß auf den Wind in einer
einzigen, dem Boden benachbarten Schicht, müssen also überall dort versagen,
wo die Verhältnisse in verschiedenen Höhen den Ausschlag geben. Tatsächlich
würden sie, auf die erste Vergleichsgrundlage, d. i, gleichen Gradientwind in
allen Breiten, angewandt, die Geschwindigkeit in der Richtung des Druckgefälles
proportional dem Sinus des doppelten Ablenkungswinkels liefern, demnach ein
Maximum in mittleren Breiten; mit jenem k, das am besten mit Loomis’ Werten
für den Ablenkungswinkel stimmt, etwa bei 30°1). Erst auf Grund überall des-
selben Druckgefälles folgt ein größerer Betrag ausgleichender Bewegung in
niedrigen Breiten — der Gegensatz zu den höheren ist aber erheblich geringer
als hier gerechnet, .
Zusammenfassung. Unter dem Einfluß der Bodenreibung treten in den
untersten Luftschichten ausfüllende, in der Richtung des Druckgefälles vor sich
gehende Bewegungen auf; sie reichen in Aquatornähe am weitesten empor, bis
gegen 2000 m. Ein bestimmter Gradientwind, noch mehr ein bestimmter Wind
in Bodennähe, verbraucht deshalb hier bedeutend mehr Energie als in höheren
Breiten. Um vollends dasselbe Druckgefälle dauernd zu erhalten, muß unter
10° Breite der hohe Druck ständig mit etwa der zehnfachen Luftmenge gespeist
werden wie unter 50°. Im selben Verhältnis schneller gleichen sich Störungen
aus. Die Breite von etwa 30° bis 35° bildet eine schärfere Grenze; von dort bis
zu den Polen sind die Verhältnisse angenähert unter sich einheitlich,
Wien, k. k. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.
Zur Höhenberechnung.
Von Prof. Dr. Teere in Kiel.
Die Ausführungen des Herrn J. Krauß im Dezemberheft 1917 dieser
Annalen: »Neue Tafeln zur Berechnung der Höhe« veranlassen mich, da daselbst
mein Name genannt wird und ich in den Jahren 1903 bis 1905 in diesen Annalen
eine lange Auseinandersetzung mit Herrn Dr. Wedemeyer über eine Höhen-
formel gehabt habe, zu den folgenden Bemerkungen,
Die verwendete Formel
sin? > = cos? 24. sin? x + sin? a . cost 5
stammt meines Wissens von Delambre, es ist aber das große Verdienst von
Dr. Wedemeyer, in einer Arbeit: »Zur Höhenberechnung«, Ann, d. Hydr. usw,.,
Mai 1908, und in einigen Fortsetzungen in den folgenden Heften zuerst auf die
große Bedeutung dieser Formel für scharfe Rechnung hingewiesen zu haben:
Tatsächlich kommt für die direkte Höhenberechnung mit vierstelligen Logarithmen
fast nur diese eine Formel in Betracht, wenn gewisse in dem Folgenden zu be-
sprechende Bedingungen erfüllt sein sollen. Nur das vorgeschlagene Rechnungs-
schema und die Einrichtung der Tafeln erscheint neu: Es sollen die Logarithmen
') Hann, Lehrbuch, 3. Aufl,, S. 754,