Schmidt, W.: Ausfüllende; im‘ Sinne des Druckgefälles verlaufende Luftströmungen usw. 131
Die höchste Geschwindigkeit, u = 0.322 vo, hat die ausfüllende Bewegung
in der Höhe z/4a; diese ist in: der zweiten Zeile von Tabelle II für die ver-
schiedenen Breiten gerechnet. .
Tabelle Il.
Breite I
10° | 20° | 300 | 50° | 70° | 90°
Maximum von u in:
534
4 08 Vo
68
381° 315
291 vol 241 vo
49 40°
256
195 Yo:
33 |
230
Transport in Masse )
a AO
har (bei vo=20 m/sek}
u . . .
40 Gradienten x 89} x ga
gleichem (a io-+em- gsi 3.32 | 1.20 | 0.68 | 0,36 | 0.26 |
176 vo
29
294
171 v-
28
0.24
m Höhe ü,d, Bod.
Gramm/sek
m3/sek‘
kg/sek
Die ausfüllenden Bewegungen nehmen nur Schichten bis zu einigen hundert
Metern vom Boden ein, mehr in Äquatornähe, weiter davon weniger. Die ge-
samten. durch sie quer über 1 cm Isobare geschafften Luftmassen folgen aus -
Q = führ = vo/2a cm3/sek
0 -
= voo/ß2a g/sek. ,
Die hohen Sehichten tragen dazu schon wegen der geringen Werte des u
wenig bei, dann aber auch; weil sich die Bewegungen gegenseitig aufheben. Dies
oO
ist von jener Höhe ab der Fall, für die zuerst ; / udz gleich Null wird, d. i. für
Z— 78a, gleich der 3,5fachen Höhe des Maximums, Tabelle I bietet also
vollkommen ausreichende Übersicht.
Q ist in Masse und Volum. (schon für vo = 20 m/sek) in Zeile 3 und 4
in Tabelle II angeführt. Nur deshalb, weil die ausfüllenden Bewegungen unter
niedrigen Breiten weiter emporreichen :als in. hohen, wird dort der Transport
erheblich größer, Um Wind der gleichen Geschwindigkeit in der Höhe zu unter-
halten, ist unter 10° eine doppelt so‘ große ständige Nachfuhr von Luftmassen
notwendig wie unter 50°, Trotzdem sind in Bodennähe dje Windgeschwindig-
keiten dort nur halb so groß wie hier (Tabelle I); die entsprechenden Gradienten
unterscheiden sich noch mehr, verhalten sich wie 1:4,5.
Noch schärfer ‚treten die. Gegensätze der einzelnen Breiten hervor, wenn
man die Transporte für denselben Gradienten rechnet, z. B. für einen von
2.63 « 10-4 cm— g sek—2, der unter 45° vo = 20 m/sek liefern würde. Es ist dann
(Tabelle II, Zeile 5), um dasselbe Druckgefälle zu unterhalten, unter 10° die zehn-
fache ständige Nachfuhr zum hohen Druck notwendig wie unter 50°.
Yu Ar
Wie weit lassen sich nun diese Überlegungen auf die tatsächlichen Ver-
hältnisse anwenden? Was zunächst die Theorie betrifft, so setzt sie. stationären
Zustand voraus; die Wirklichkeit weicht davon ab, einmal im einen, einmal im
andern Sinn. Offenbar stimmt aber. der allgemeine Ansatz im Mittel genügend
mit der Erfahrung — man vergleiche etwa die von Hesselberg und Sverdrup
für Lindenberg aus Beobachtungen abgeleiteten Vektordarstellungen mit den
berechneten‘). ; .
„Der zugrundegelegte Wert des A dürfte auch angemessen sein: er ist höher
als der mittlere für Lindenberg gefundene, niedriger als der über Paris 2). Wenn
die von Sverdrup über dem Passatgebiet des Atlantischen Ozeans erhaltenen
Werte®) allgemein für ein größeres A in niedrigen Breiten sprechen sollten, so
1) Veröff. Geophys. Inst., Leipzig, zweite Serie, Bd. 1, Heft 10, S. 241.
?) Äkerblom, Nova Acta Upsal., Ser, 4, 2, Nr.2.
3) Veröff. Geophys. Inst., Leipzig, zweite Serie,. Bd. 2, Heft 1.