MA
N
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März/April 1918.
Beispiel 4: Die Stabilitätsverhältnisse im Atlantischen Ozean, Breite
28° 37’ N, Länge 19° 8‘ W, 28. Mai 1910.
Dieses Beispiel ist in der früher erwähnten Arbeit von H. U. Sverdrup
und mir behandelt worden. Es ist dort ausführlich behandelt, wie man die Stabilität
im Meer berechnet. Wir werden deshalb hier nur das Resultat der Berechnung
wiedergeben. ;
Tabelle 5.
Stabilitätsverhältnisse im Atlantischen Ozean, Breite 28° 37”N, Länge 19° 8' W, 28, Mai 1910.
Tiefe | Temperatur | Salzgehalt | 100 E
°C. 9/90
‚J
5
00
‚50
200
300
400
500
500
300
1000
1200
400
2000
3000
4000
3000
19.2
19.31
19.34
19.24
18.65
18.24
7.50
16.45
14.52
13.08
11.85
10.80
3.09
3.01
1.27
3,40
4.52
284
2.48
2.49
36.37
85
33
79
9
Ay
"7
59
a7
42
35
5
34.32
30
‚90
— 440
— 150
> 13
610
390
34
270
60
120
So
‚20
‚0
RQ
4
BB
39
„1.2
7.6
8
Aus der Tabelle sieht man, daß von der Oberfläche bis etwa 50 m Tiefe negative
Stabilität vorhanden ist, weil die Temperatur rasch mit wachsender Tiefe zunimmt
und der Salzgehalt abnimmt. In 50 bis 75 m Tiefe ist die Stabilität sehr groß. In
Fig. 5 einer Fläche in ungefähr 50 m Tiefe
" ist also das Gleichgewicht indifferent.
Station 67 “ Ein Teilchen, das sich von dieser Fläche
an wenig aufwärts bewegt, wird an die
Jberfläche steigen, während ein Teil-
zhen, das sich abwärts bewegt, zu der
Ausgangslage zurückgetrieben wird.
Unterhalb etwa 50 m Tiefe nimmt die
Stabilität im großen und ganzen regel-
mäßig ab und nähert sich dem Wert
Null. Zwischen 4000 und 5000 m Tiefe
hat man den Fall des konstanten Salz-
gehalts. Die Temperatur nimmt hier
mit der Tiefe zu. Trotzdem hat man
stabiles Gleichgewicht, weil die Tem-
peraturzunahme kleiner als die adia-
batische Temperaturzunahme ist. Die
Stabilität ist aber sehr klein.
Die in diesem Beispiel gegebene
Verteilung der Stabilität ist recht
typisch. In den Wasserschichten nahe
der Oberfläche wechselt die Stabilität
sehr. Es kommen oft ganz kleine oder
sogar negative Stabilitäten in der Nähe
von Schichten mit großer Stabilität
20 vor. Unterhalb der Oberflächeschichten