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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

Neuere Veröffentlichungen. 
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Der Schlußteil erweitert den Blick auf die großen Zusammenhänge im Luftmeer, auf die 
/irkulationssysteme höherer Ordnung: die regelmäßigen, wie Passate, Monsune (Zirkulation mit jähr- 
licher Periode), Land- und See-, Berg- und Talwinde (Zirkulation mit täglicher Periode), sowie die un- 
regelmäßigen, die mehr den Charakter von Störungen tragen; es sind das einmal die großen wandernden 
/irkulationssysteme, die in den gemäßigten Zonen der allgemeinen Westdrift eingelagert sind und als 
varometrische Hoch- und Tiefdıuckgebiete unser »Wetter« bedingen, andererseits die mehr lokalen 
Störungen, Böen, Gewitter, Wirbelstürme, über deren Wesen der praktische Flieger trotz der gebotenen 
Kürze doch mit aller wünschenswerten Klarheit unterrichtet wird. Derselbe gesunde physikalische 
(jeist durchzieht auch die Abschnitte über Wetter, Wettervorhersage und praktischen Wetterdienst 
and wird hoffentlich die Erwartung bestätigen, daß mit Strömungslinien, Konvergenz- und Divergenz- 
aunkten, Guilbertschen Regeln, anch schon beim Anfänger tieferes Verständnis für die Wetterkarte 
zu erzielen ist. 
Der durchaus gelungenen Anlage und Durchführung des Ganzen gegenüber fallen Einwände 
zegen Einzelheiten nicht erheblich ins Gewicht. Zu wünschen wäre neben einer übersichtlicheren 
Gliederung des Stoffes ein Ersatz der in der Mehrzahl wenig brauchbaren Wolkentafeln, der Umdruck 
einiger Tabellen (S. 36), ferner an Stelle der für den Leserkreis des Buches wohl überflüssigen Ab- 
yildungen und Gebrauchsanweisung des Höhenbarographen lieber die nähere Besprechung einiger 
moderner Anemometertypen, insbesondere aber des wichtigsten Windmeßgerätes, des Pilot-Theodolits. 
Überhaupt ist das Maß an vorausgesetztem physikalischen Wissen nicht durchweg das gleiche. 
Wenn z. B. der elementare Satz vom Wegeparallelogramm nicht als bekannt angesehen wird, darf das 
mit den Gasgesetzen erst recht nicht geschehen; ohne diese aber bleibt dıe Ableitung der baro- 
metrischen Höhenformel, zumal wenn dabei die Größe « = 3 überhaupt nicht erwähnt wird, un- 
verständlich. Auch wichtige Fachausdrücke wie Isobaren, Isothermen, Gradient werden nicht oder 
nicht rechtzeitig erläutert; in der Definition des Gradienten fehlt die Beziehung auf 1 mm Hg-druck, 
bei der Erörterung der . begrenzten Aufnahmefähigkeit der Luft für Wasserdampf die Beziehung auf 
] cbm. Bei der Behandlung des Grundproblems der Navigation kann die nicht erwähnte Zweideutigkeit 
der Lösung unter Umständen irreführend wirken. Neben »Höhenwinkel« wird unnötigerweise auch 
noch »KElevation« eingeführt. 
Von Druckfehlern seien noch erwähnt: S,5 unten fehlt in der Formel auf der rechten Seite 
ler Faktor F; S, 6 und 11 oben muß es heißen « statt a; S. 24, 25 treten im Text die Buchstaben 
HTG auf, die in der Abbildung fehlen; S. 27 Z. 20, 21 soll es heißen: in der gewöhnlichen Celsius- 
3kala statt: in Celsiusgraden; in Figur 9 müßte €’, B2 = C,B, sein. 
Aber diese Ausstellungen sollen den Wert des Buches nicht mindern, sondern einen Beitrag 
zu seiner weiteren Vervollkommnung bieten. Denn das Amtliche Zukunftswerk, auf das der Verfasser 
hofft, »das für den Flieger von der gleichen grundlegenden Bedeutung sein wird, wie es das vom 
Kaiserlichen Reichs-Marine-Amt herausgegebene Lehrbuch der Navigation für den Seefahrer ist«, wird 
von dem Geist dieses kleinen Werkes ein gut Teil in sich tragen müssen, Wenn daher seiner Be- 
sprechung hier mehr als der übliche Raum gewidmet worden ist, mag es durch diese Überzeugung des 
Referenten von seiner methodischen Bedeutung gerechtfertigt werden. 
[m Felde. November 1917. Alfred Postelmann. 
B. Neueste Erscheinungen im Bereiche der Seefahrt- und der Meeres- 
kunde sowie auf verwandien Gebieten. 
a. Werke. 
Witterungskunde, 
Schneider, R.: Tabellen zur statistischen Wettervorhersage für Niederösterreich und an- 
grenzende Landstriche. Nach dem Verfahren von Stephan Kaltenbrunner, Weltpriester 
in Linz, zusammengestellt. Winter (Dezemb.-Febr.), 10 Tabellen samt Erläuterungen. Heraus- 
. gegeb. von der k. k. Zentralanstalt für Meteorologie u. Geodynamik in Wien. 2Kr. 
Löppritz, A.: Die Richtigkeit der Martin Zieglerschen Wetterprognosen, bewiesen an Gegen- 
wart, Vergangenheit und Zukunft, 4° 128. Stuttgart 1917. Selbstverlag. 2,50 MM. 
b. Abhandlungen in Zeitschriften, sonstigen fortlaufenden Veröffent- 
lichungen und Sammelwerken. 
Witterungskunde. 
Kaltenbrunners statistische Wetterprognose. V. Engelhardt. »Weltall« 18. Jahrg., Hft. 3/4. 
Die Struktur des Windes. R. Seeliger. »Naturwissenschaften« 1917, Hft. 51. 
Fraphische Darstellung der Windhäufigkeit, gezeigt an den Windverhältnissen der deutschen 
Seeküste. A. Thraen. »Das Wetter« 1917, Nr. 11. 
Radiometerbeobachtungen. O. Meißner. »Das Wetter« 1917, Nr. 11. 
Fischerei und Fauna. N 
Der nationale ünd der internationale Schutz der Seefischerei. R. Dittmer. »Österreich- 
Ungar, Schiffahrtszeitg.« Nr. 6 (1. I. 18). 
Die Ihlandfischerei und ihre wirtschaltsgeographische Bedeutung. W.Geiser. »Mitteilg, 
d, Dtsch. Seefischerei-Vereins« 1917, Nr. 11/12, 
Seefischereistatistik der nordeurondischen Staaten für die Jahre 1911 u, 1912. Ehrenbaum. 
»Fischerbote« 1917, Nr. 11/12, 
Deutschlands Beteiligung an der Barentseefischerei. A. C. Reichard. Ebenda, 
Über die Seefischerei in den osmanischen Gewässern. (Yortsetzg,) Ehrenbaum, Ebenda, 
Die Entwicklung der Krabbenfischerei in Curhaven. F. Duge. Ebenda, .
	        
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