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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte.  —  55.  Bd.,  Nr.  2

Der  Verzerrungsfaktor  k  wird  also  durch  eine  Cassinische  Linie  dargestellt,  deren  Brenn*
punkte  vom  Mittelpunkte  um  1  auf  der  y*Achse  abstehen,  also  die  Ecken  des  Quadranten*
dreiecks  sind.  Die  Kurven  (45)  sind  die  rechtwinkligen  Schnittkurven  der  Hyperbeln  (43),
wie  später  gezeigt  wird.  Die  Reziproken  von  (45)  sind  die  rechtwinkligen  Schnittkurven
von  (44).  Dazu  gehört  auch  der  Meridian  X  —  45°,  d.  i.  eine  gleichseitige  Hyperbel.
Die  Haupt*  und  Nebenkreise,  die  Kreise  durch  0  und  w,  sind  im  allgemeinen  die
Reziproken  von  Pasca/schen  Schnecken  jsiehe  das  Netz  q  =  tang 2  ^  j.  Aus  dem  Kreisnetz
sind  fünf  winkeltreue  Netze  hervorgegangen.
Ist  eine  A*Azimutgleiche  in  die  Karte  eingezeichnet,  so  wird  man  die  entsprechenden
B*Werte  erhalten,  indem  man  auf  der  ^»Ellipse  entlang  geht  und  den  Punkt  X'  =  90 3  —  X
aufsucht,  wie  aus  (39)  hervorgeht;  man  nennt  diesen  Vorgang:  Spiegelung  gegen  die
gleichseitige  Hyperbel  X  =  45°.  In  gleicher  Weise  erhält  man  k,  denn  der  Abstand  eines
Punktes  vom  Mittelpunkt  der  Karte  ist  a  —  )'sec 2  (f  —  cos 2 Z  Die  Längen  der  Azimut*
gleichen  A  geben  also  den  Verzerrungsfaktor  k.  Ist  daher  das  Netz  der  Meridiane  und
Breitenkreise  gezeichnet,  so  kann  man  die  B*Hyperbeln  mit  ihren  rechtwinkligen  Schnitt*
kurven  punktweise  einzeichnen.  Die  a*Kreise  sind  Azimutrestgleichen.  In  ähnlicher
Weise  erhält  man  aus  den  «*  und  h*Kreisen  die  Bernoullischen  Lemniskaten  C  nebst
ihrer  Orthogonalschar.  Durch  die  Spiegelung  gegen  den  Einheitskreis  ergeben  sich  diese
Kurven.
d)  Tangenten  und  Asymptoten.  Die  Azimutgleichen  A  schneiden  die  X*Achse
unter  dem  Winkel  jt=180°  —  A.  Die  Linien  7t—  1°,  2°,  3\  .  .  .  sind  die  Asymptoten
der  Meridianhyperbeln  1°.  2°.  3°.  .  .  .  In  einem  Kegelschnitt  ist  die  Halbierungslinie
des  Winkels  zwischen  den  Brennstrahlen  die  Tangente  an  die  Hyperbel  und  die  Normale
der  Ellipse.  Legt  man  durch  den  Berührungspunkt  und  die  Brennpunkte  einen  Kreis,  so
schneidet  er  die  kleine  Achse  in  zwei  Punkten.  Verbindet  man  den  Berührungspunkt
mit  diesen  beiden  Punkten,  so  hat  man  im  Berührungspunkt  die  Tangenten  an  die  Hy*
perbel  und  die  orthogonale  Ellipse  gezogen.  Diese  Konstruktion  ist  von  Archibald  Smith
1838  angegeben.  Bei  der  Beschäftigung  mit  der  Azimutmeßkarte  findet  man  diese  Kon*
struktion  leicht  wieder.  Verfasser  hat  sie  1912  in  der  Zeitschrift  für  Mathematik  als
Aufgabe  gestellt,  worauf  Lampe  den  Hinweis  auf  Smith  machte.  Da  der  Mittelpunkt  des
Kreises  auf  der  X*Achse  liegt,  kann  der  Kreis  ohne  den  Punkt  —  1  gezeichnet  werden.
H.  Maurer  fand  rechnerisch  (Ann.  d.  Hydr.  1905,  S.  129),  daß  die  Hvperbel*Tangente  mit
der  kleinen  Achse  einen  4-  y  einschließt,  der  aus  tang  y  =  sin  cp  tang  X  folgt.  Dieser  Winkel
ist  vom  Verfasser  später  mit  tp  bezeichnet  und  ist  der  Winkel,  den  die  Tangente  an  die
Azimutgleiche  mit  dem  Hauptkreis  zwischen  Berührungspunkt  und  Funkbake  (Stern)
bildet;  er  spielt  in  der  Funkortung  eine  große  Rolle.  Im  vorliegenden  Fall  ist  die  Y*Achse
die  große  Achse,  die  X*Achse  die  kleine  Achse  der  Kegelschnitte.  Nach  den  elementaren
Lehrbüchern  der  analytischen  Geometrie  schneidet  die  Ellipsentangente  die  große  Achse
unter  dem  tf>  und  es  ist
y  cos 2  (p
tangt/,=  9)13115L  (39)
Auf  Seite  14  bei  der  Konstruktion  der  Tangente  an  die  Cassinische  Linie  war  ebenfalls
gefunden  tang  y  =  sin  (p  tang  X.  Da  die  Azimutgleichen  A,  B,  C  auf  der  Kugel  die  gleichen
Kurven  sind,  werden  die  X-'/'i  und  xp 2  die  entsprechenden  Tangentenwinkel  der  Azimut*
gleichen  B  und  C  sein.  Die  Tangente  an  B  wird  mit  dem  Hauptkreis  co  den  X  i/A  und
die  von  C  mit  dem  Hauptkreis  a  den  4-^2  einschließen.  Leicht  kann  man  daher  die
Tangenten  an  alle  6  Kurven  und  ihre  senkrechten  Schnittkurven  ziehen.
            
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