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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1918.
4. Auch die relative Stärke des jährlichen Ganges, die Größe a, : ag, nimmt
nach Osten hin ab, wenn auch nicht in dem Maße wie die absolute Stärke.
Allerdings ist dabei die schon früher hervorgehobene Abhängigkeit der Stärke
der mikroseismischen Bewegung vom Erdboden der Station zu berücksichtigen.
Dieser ist aber gerade in Sibirien von sehr gleichmäßiger Beschaffenheit.
6. Die Ursache der jährlichen Periode der mikroseismischen Bewegung.
Da nach den Ergebnissen des vorletzten und ganz besonders des letzten
Abschnittes weder der Seegang in Norwegen noch überhaupt der Seegang des
Weltmeeres als die Ursache der Jahresperiode der mikroseismischen Bewegung
angesehen werden kann, erhebt sich die Frage, was denn sonst als Ursache an-
gesehen werden muß. Es liegt nahe, an die Unruhe des Luftmeeres zu denken,
die ja auch eine entsprechende jährliche Periodizität besitzt; diese wäre somit
als primäre Ursache sowohl für die Jahresperiode der mikroseismischen Be-
wegung wie die des Seeganges anzusehen, wodurch der ja unzweifelhafte
Parallelismus beider Erscheinungen eine ganz natürliche Erklärung fände; auch
die gelegentlich vorkommenden starken Unstimmigkeiten hätten dann nichts
auffallendes mehr. Diese Ansicht ist denn auch schon wiederholt ausgesprochen
worden, z. B. von Mazelle auf Grund von Beobachtungen in Triest, von Klotz
in Kanada, von Folie in Brüssel u.a. Nur über die Art, in der der Luftdruck
die mikroseismische Bewegung beeinflußt, herrscht noch keine Übereinstimmung.
Ziemlich sichergestellt ist es bisher, daß es jedenfalls — in Europa wie in Nord-
amerika — die Depressionen sind, die starke mikroseismische Bewegung her-
vorrufen; dies geht u, a, mit großer Deutlichkeit aus den von mir!) entworfenen
nebenstehend wiedergegebenen Isobarenkarten für Tage mit großer und für Tage
Isobaren für Tage
mit starker mikroseismischer Bewegung. ohne mikroseismische Bewegung.
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mit verschwindend kleiner mikroseismischer Bewegung in Potsdam hervor. Folie
findet die Stärke der mikroseismischen Bewegung proportional den Luftdruck-
Jifferenzen in einem festen Ring um die Station, was mit meinen Ergebnissen ‚wohl
in Einklang zu bringen ist. Ein direkter Einfluß der Windstärke an der Station, wie
ihn Hecker?) für die mikroseismische Bewegung von 30 bis 40 Sekunden Periode
gefunden hatte, ist bei unseren Wellen nicht vorhanden, wohl aber begreiflicher-
weise ebenfalls ein gewisser Parallelismus.. Daß an Küstenstationen der See-
gang auf die Örtliche mikroseismische Bewegung von großem Einfluß ist, ist
natürlich selbstverständlich; hier lassen sich die Einflüsse von Luftdruck und
Seegang nicht trennen.
Beiträge ‚zur Geophysik, 13. Bd., S. 206 und 207.
Seismometrische Beobachtungen in Potsdam 1905 S. 20.