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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1917.
genommen war, viele Stimmen laut, die sich hiervon eine großartige Verbesse-
rung der Vorhersagen versprachen. Wenn diese Erwartungen sich nun auch
nur zum kleinen Teile erfüllt haben, so glaube ich doch nicht, daß heute jemand
wieder auf die isländischen Beobachtungen verziehten möchte, da sie in vielen
Fällen zu einer richtigen Auffassung der Lage sehr beigetragen haben und ihr
Wert mit der größeren Erfahrung, die mit der Zeit erworben wird, sicherlich
noch steigen wird. Ein Fortschritt auf dem schwierigen Gebiete der Wetter-
vorhersage wird eben nur sehr langsam erzielt, und auch die neuesten Erfolge
bei der Erforschung der oberen Luftschichten haben vorläufig für die Vorher-
sage nur verhältnismäßig geringe Vorteile gebracht, Indessen ist auch hier die
Hoffnung für die Zukunft groß. Die zwei Wege: weitere Erforschung der
oberen Luftschichten und planmäßiger Ausbau der Wetterkarte sind
es, die uns vorwärts bringen werden. Wir müssen versuchen, auch in der prak-
tischen Meteorologie den »Kirchturmstandpunkt«, wie ihn Hann einmal genannt
hat, zu verlassen und die gleichzeitigen Witterungsvorgänge auf der
ganzen Erde betrachten, um weitere theoretische Grundlagen zu gewinnen.
Wenn auch vielversprechende Anfänge in dieser Richtung gemacht sind und
auch die Fortschritte der drahtlosen Telegraphie zur Verwirklichung solcher
Pläne viel beitragen können, so wird infolge des Krieges die Kostenfrage wohl
viele Wünsche zum Scheitern bringen.
Auch die Erfahrungen der Kriegsjahre haben bestätigt, daß im Sommer
ein möglichst dichtes Stationsnetz in Deutschland und seiner näheren Umgebung
von Vorteil ist, während im Winter mehr Wert auf möglichst weit entfernte
Stationen zu legen ist, um bei der größeren Schnelligkeit des Fortschreitens der
Witterungsänderungen diese noch rechtzeitig erkennen zu können. Da eine Ver-
mehrung der Anzahl der Stationen, deren Beobachtungen den einzelnen Wetter-
dienststellen telegraphisch zugänglich gemacht werden, über den Friedensstand
hinaus sich nach dem Kriege wohl kaum ermöglichen lassen wird, so ist viel-
leicht eine verschiedene Zusammensetzung der Nachrichten im Sommer
und Winter in Betracht zu ziehen, in der Weise, daß in der warmen Jahres-
zeit die Zahl der entfernteren außerdeutschen Stationen etwas vermindert
und die der deutschen entsprechend vermehrt wird, während man sich im
Winter mit einer geringeren Anzahl von inländischen begnügt und dafür
die äußeren Grenzen möglichst weit hinausgeschoben werden.
Groils flächentreue Wandkarten der Ozeane.
Wenige Wochen vor Ende des Jahres 1916 starb in Berlin der Kartograph
des Instituts für Meereskunde und Lektor für Kartographie an der Berliner
Universität Dr. Max Groll, dessen treffliche und von allen Seiten als aus-
gezeichnete Leistung gerühmten Tiefenkarten der drei Weltmeere Prof, O. Baschin
in dieser Zeitschrift 1912 ausführlich besprochen hatl)lı Die im Maßstab
1:40000000 entworfenen Karten dienen dem Handgebrauche des einzelnen
Forschers und überschreiten, auf Fernwirkung nicht berechnet, die Blattgröße
von rund 50 X 50 cm nicht; in der Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu
Berlin 19183, Nr. 5, Taf. 3, findet man einen in manchen Einzelheiten verbesserten
Neudruck der Tiefenkarte des Stillen Ozeans im selben Maßstab 1: 40 000 000.
Groll hatte nun während der auf 1912 folgenden zwei Jahre in Verbin-
dung mit dem geographischen Verlage von.George Westermann (Braunschweig,
Berlin, Hamburg) auch Wandkarten der Ozeane im Maßstabe 1: 20 000 000
vorbereitet und die Ausgabe dieser drei großen Wandtiefenkarten der Ozeane
bald nach dem Ausbruche des Krieges, im Jahre 1915, erreicht?). Leider haben
‘) Annalen der Hydrographie u. 8. w. 1912, S, 537 bis 541.
2) Dr. Max Groll, Ozeankarten in 1:20 000000. Verlag von G, Westermann. 3 Wand-
karten, jede aufgezogen und mit Stäben. Preis je 15 4; alle 3 Karten 40 4.