Defant, A.: Die Verteilung des Luftdrucks über dem Nordatlantischen Ozean usw. 59
Tabelle 6 gibt einen Auszug aus der ausführlichen Zusammenstellung in der Original-
arbeit; Fig. 3 enthält Linien gleicher Jahresschwankung von 1 zu 1 mm.
Tabelle $.
Amplitude der jährlichen Druckschwankung (Hauptmaximum — Hauptminimum)
(in mm).
Länge
EL
„ Breite
7
20
5 |
20
15
0
mr.
800 W700. | 800 ! z0° [40° | 80° | 20° | 10° | 0° [10001 20° I 800 | 40°
6:2*
5‘7*
61
5°7
4:6
1
2-6
‘0
3:8
3:9
dr
7°)
72
v4*
5:0 |
3:0
»9*
25%
4 9*
3,0%
2
"A
z0
8:9
73 |
447
5%
5
8 |
4
‘8
“7
67%
I0
96
5
71
49
51
4:8
45
2:9
5
29
25
92:4
70
10:9 |
10:6
79
66
88
8:0
”z
a]
1
101
128
10:9
. T6
6:1
6?
52
WI)
97 107
11 16
22 112
96 | 88
0! 54
37 „1*
va 8
at AD
2-8*| an
Yo
5
7
1:0
1.5
115
106
69
48
3:6
A:5
n
4
10:4
72
18%
H*
50
48 |
3:2*
4:0
4:9
Sa
@3 |
4
4
1
3
59
37
3'5°
48
10:6
7:6*
4:3*
3-7 /
5:2
8:8
6:4
6:0
64
8:8
0:9
8:2
47
a3
=)
8
‚7
3:0
9:2
R-Q
4.5)
(8:
m
A
I
FA
do
|
Sm
I
0-2
|
!-0
Die Haupterscheinung ist die Zunahme der Jahresschwankung mit Zunahme
der geographischen Breite. Bildet man Mittelwerte für jeden Breitenkreis, so erhält
man folgende Zahlen:
WS
Breite N 14100 [150 | 200 [25° | 300 | 850 ! 400 1 45° | 500 | 55° [60° | 650 | 700 | 750
Druckschwankung in tom . . | v9] 23| 28] 3.3144] 43] 451 49| 48] 55| 69] 8:6| 92| 92
Die Zunahme ist, von einem kleinen Rückgang in 35° Br., der durch etwas
kleinere Werte im Gebiete des Mittelmeeres bedingt ist, abgesehen, sehr regelmäßig
und kräftig. ‚Im Gebiete Europas ‚bildet das Mittelländische Meer eine Störung,
indem im ganzen Bereiche desselben die jährliche Druckschwankung kleiner ist
als an den Küsten und auf den angrenzenden Ländern.
Eine zweite wichtige Erscheinung ist das Auftreten des Maximums der
Druckschwankung im zentralen Teile des Atlantischen Ozeans; mit Annäherung
an die Küste nimmt nach beiden Seiten der Betrag der Druckschwankung ab und
erreicht nicht unweit von der Küste ein Minimum. Landeinwärts nimmt mit
zunehmender Kontinentalität die Jahresschwankung wieder zu. Verbindet man
alle jene Orte, die einerseits das Maximum im zentralen Teil des Ozeans, ander-
seits das Minimum in der Nähe der Küste auf einen Breitenkreis aufweisen, durch
eine Linie, so erhält man die ausgezogenen Linien in der Mitte des Ozeans und auf
beiden Seiten desselben in Fig. 3. Die erstere fällt zusammen mit der Achse des
Atlantischen Ozeans, die anderen folgen in auffallender Weise den Küsten,
Sie trennen aber auch, wie wir uns durch einen Blick auf die Karte, welche
die Verteilung der Eintrittszeiten auf den Atlantischen Ozean darstellt (Fig. 2),
überzeugen können, jene Gebiete, die vorwiegend dem ozeanischen Typus des
jährlichen Luftdruckganges angehören, von jenen, die den kontinentalen Typus
aufweisen. Aus diesem Grunde sind auch diese Linien tatsächlich meteorologische
Grenzen.
Beide Karten (Fig. 2 und 3) weisen aber deutlich auf die Ursachen des jähr-
lichen Luftdruckganges hin; würden keine Kontinente vorhanden sein, wäre der
jährliche Luftdruckgang sehr einfach. Er wäre bloß bedingt durch die Jahres-
schwankung der Ferrelschen Zirkulation. Die Amplitude der Luftdruckschwankung
würde nach einem einfachen Gesetze mit der geographischen Breite zunehmen
und am Pole ein Maximum erreichen. ;
Die Kontinente stören diesen Prozeß; durch die allmähliche Erwärmung
der Luftmassen über den Kontinenten in den Frühlings- und Sommermonaten
5