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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Schuster, F.: Vom Einfluß des tropischen Monats auf den Luftdruck, die Windbewegung usw. 47

Erfahrung erwartet werden durfte und das damit für die Richtigkeit der Grund-Jagen
 spricht, auf denen . die graphische Darstellung des Windverlaufes aufgebaut
 wurde,
Südost- und Nordwestwinde zeigen sich nur gelegentlich. Der wesentlichste
 Unterschied zwischen der Windbewegung zu Höchenschwand und der zu
Karlsruhe‘ besteht, wie schon erwähnt wurde, in der um fast 50 %, größeren
Windstärke an ersterem Orte und in der Drehung des herrschenden Windes von
Südwest zu Karlsruhe nach West in Höchenschwand, was am deutlichsten in den
Hauptmitteln — Bilder 7 — hervortritt, wo sich der herrschende Wind, wie auch
bei den übrigen Bildern, unmittelbar über der Darstellung der Windbewegung
nach Richtung, Windstärke und prozentualer Stärke im Verhältnis der Gesamtwindenergie
 eingetragen findet. -
Im Hauptmittel, besonders deutlich in dem von Höchenschwand, tritt der
Nordostwind in der Zeit zwischen der südlichen Mondwende und der »Gleiche
auf« hervor; dann folgt bis zur Zeit der nördlichen Wende verhältnismäßige
Windstille und dicht anschließend stärkerer Südwestwind, der, das kleine barometrische
 Maximum zur Zeit der »Gleiche ab« berücksichtigend, schwankend in
den Nordostwind nach der südlichen Mondwende übergeht. a
Daß die in den Tafeln 1 und 2 gegebenen Windgänge den zugehörigen
resultierenden Wind der Periode, der über den Bildern in seinen Koordinaten
eingetragen ist, nicht enthalten, ist gesagt. Die Darstellung wurde gewählt, um
eine. möglichst feine Einsicht in das Windsystem zu erhalten,
Wünscht man den wirklichen Wind zu sehen, so hat man nur die Koordinaten
 der Tagesresultierenden R, anstatt derjenigen von R, anzutragen.
Figur 4 enthält das Hauptmittel dieses wirklichen
 Windganges in Höchenschwand im Verhältnis
zum Verlauf des Luftdruckes dortselbst. Die Veränderungen
 im Verlauf des Windganges im Bild 7 der Tafel 2
sind allein durch Einführung der Koordinaten W 18
und N 2 des resultierenden Windes entstanden, Alle
Westwinde sind um 18 größer, als im Bild 7, der
Ostwind, der ebenda nur einmal, am vierten Tage,
die Stärke 19 hatte, ist bis auf die Stärke 1 an
diesem Tage völlig verschwunden. Die Nordwinde
sind alle um »2« verstärkt, die Südwinde um das
gleiche Maß geschwunden, so daß nur Reste davon
übrig bleiben.
Nachdem in dieser Darstellung die Westwinde
ganz entschieden dominieren, so tritt die Bedeutung
des Einsetzens der Nord- und Südwinde für die Bildung
 der Luftdruck-Maxima bzw. Minima besonders
deutlich in den Vordergrund.
Die Windbewegung steht demnach mit dem
Verlauf des Luftdruckes in engster Beziehung. Sie
ist, wie dieser, mondperiodisch, und zahlreiche von
mir vorgenommene Untersuchungen der Windsysteme
aus anderen Perioden als der tropischen, z. B. desjenigen
 aus der 18.6jährigen Mondperiode, führen
zu der Annahme, daß auch die allgemeine Windbewegung
 ein Interferenzprodukt aus verschiedenen
Einzel-Windsystemen ist.

__

Der Windgang in Höchenschwand
 im Vergleich mit dem
Gang des Luftdruckes.

Der Temperaturverlauf.

Die Untersuchung -hat hier von vornherein. damit zu rechnen, daß bedeckter
Himmel und Regenwetter die Temperatur an der Erde im Sommer herabsetzt,
während dieselben Ursachen im Winter regelmäßig‘ eine Temperaturerhöhung
zur Folge haben.
            
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