Schuster, F.: Vom Einfluß des tropischen Monats auf den Luftdruck, die Windbewegung usw, 45
Bildet man aus den erhaltenen Tagessummen je ein Kräftepolygon, indem
man z,. B. wie in Fig. 3: für den zweiten Tag unserer Periode die Winde: SW 7,
WSW 5, WNW 3 und NNO 4 in einem beliebigen Maßstab — hier ist ein jeder
Grad. der Windstärke zu 1 mm angenommen — und in der natürlichen Folye
in ihrer Richtung anträgt, so erhält man durch Verbindung des Anfangspunktes
mit dem Endpunkt dieser Konstruktion eine Resultierende R,
welche die mittlere Richtung und in ihrer Länge auch die zugehörige
Windstärke in Prozenten zur Gesamtwindstärke an diesem
Tage angibt.
Die Summe der Windwege am zweiten Tage unserer Periode
beträgt 33 m, die Resultierende R hat die Länge von 11 mm
= 11m, der resultierende Wind’ faßt also 33'/, °/, der Gesamtwindstärke
dieses. Tages. ; .
Als ich im Winter 1911/12 nach diesem Verfahren die
Drachen- bzw. Ballonaufstiege in der Drachenstation am Bodensee
vom Dezember 1908 bis mit November 1910, getrennt nach
Jahreszeiten in bezug auf Windrichtung und .Windstärke untersuchte,
ergab sich, daß der Wind, welche Richtung auch nahe der Erdoberfläche
festgestellt wurde, mit Zunahme der Höhe nicht nur mehr und mehr in die
west-Östliche Richtung überging, sondern
daß auch dessen Stärke gradatim wuchs.
. Nebenstehende Tabelle gibt die so
aus 204 Aufstiegen in der Zeit vom Dezember
1908 bis mit November 1909 {festgestellten
Mittelwerte, In 395 m Höhe, am
Seespiegel, betrug dabei die mittlere Wind- N
energie R nur 28°%, aller. Windstärken, 98
während sie in 4000 m Höhe. 54 %% der- :95
selben ausmachte,. 202
Nach den Beobachtungen der im 178
aeronautischen Observatorium zu Linden-. 81 |
berg im Jahre 1911 aufgelassenen Registrierballons,
die allein noch von 35 im Jahresbericht verzeichneten Aufstiegen in über
10000 m Höhe beobachtet wurden, stellte sich die Windrichtung und Windstärke
bis 8000 m Höhe wie folgt:
m
Aufstieg
in Taufm
Landung
Beobachtet in Höhe von m.
2000 | 4000 | 6000 1! 8000
am
116 | 1000
6. IV.
4. V.
3, VIT.
1, FT
N77W
N280
333 W
“006
5600
5500
12500
73500
37200
DAN
36.500
390 5 N650 1°."
SO 4) iS6W
0 50 [N400
NW 201350
30zS 2.0:3310
39W 64 348W
MC 7A IQ 780
620
531 W
N730
N2W
N560
562 W
QERC
a3
N68W 68
517W 12,5
N440 63
N27W 17.4
NUW 2
3654W 7
Sal Wr
342W 7.0
335W 14.1
N70 6.4
N12W 22.0
N58W 5°
S74W 7
S57W 109
S47W 8.6
S25W 16.1
N70 . 33
NNW 27.0
N41W 14.1
S81W 11.7
S49W 15.2
12.6
>
xp
zz
is
5.
IA
Mittlere Geschwindigkeit m 4.6! 59
63
74
R8
In den Kolumnen für die Höhenbeobachtung ist jeweils die Windrichtung
und anschließend die Windgeschwindigkeit eingetragen,
Die Winde, die am Erdboden verschiedene Richtungen einhalten, drehen,
mit einer Ausnahme, in allen Fällen nach SW bzw. NW, und die Geschwindigkeit
wächst im Mittel von 4.6 nach und nach. bis auf 12.6 m.
. Beobachtungen über 8000 m Höhe hinaus sind selten und wenig zuverlässig.
Sobald starker Wind weht, der nach oben hin noch zunimmt, entschwindet,
auch beim klarsten Wetter, ein jeder Ballon bald aus dem Gesichtskreis.
Aus acht Registrierballonfahrten der meteorologischen Zentralstation
München, die im Jahre 1908 bis zu einer Höhe von 9000 m die Windstärke