536 Annalen der Hydrographie und Märitimen Meteorologie, Dezember 1917.
4., 13., 25., 26., außerdem für die Nordsee der 12. und 27.; auch sonst an anderen
Tagen wurden noch häufig an einzelnen Stationen stürmische Winde gemeldet.
Nebel- war ebenfalls häufig und trat verbreitet an der ganzen Küste am 1.,20., 21,,
im übrigen strichweise während des ganzen Monats auf, Gewitter waren nur
vereinzelt. Zu Beginn des Monats lag über Mitteleuropa ein Kern hohen Druckes,
dem ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien und dem Nordmeer gegenüberlag.
Schon im Laufe der ersten Tage zog sich das Hochdruckgebiet südostwärts
zurück, während das Tiefdruckgebiet langsam folgte. Unter dem Einfluß seines
Ausläufers, der sich am 4. bis zur deutschen Küste erstreckte, frischten die Winde
an diesem Tage überall stark auf und wehten stürmisch meist aus Westen. Nur
an der Küste Ost- und Westpreußens waren sie südlich und hatten hier nur teilweise
stürmischen Charakter. Das Wetter, das vorher teilweise heiter gewesen
war, wurde jetzt trüb, gleichzeitig setzten Niederschläge ein, die durchweg bis
zur Monatsmitte anhielten, die Temperaturen waren mild, fast warm. — Während
der Tiefausläufer schnell nordostwärts abwanderte, erholte sich bis zum 7. das
Hochdrückgebiet über Mitteleuropa wieder langsam; auch über Skandinavien
bildete sich ein schwacher Hochdruckkern, zwischen ihnen erstreckte sich über
Südschweden eine schmale Tiefdruckrinne von der Nordsee bis Finnland. Am 8.
erfuhr diese Wetterlage eine durchgreifende Änderung. Ein Tiefdruckkern, der
sich schon am Abend vorher im äußersten Westen gezeigt hatte, zog entlang der
deutschen Küste von Westen nach Osten. Der Barometerfall blieb nicht auf die
deutsche Küste begrenzt, sondern war sehr verbreitet, so daß am 10. ein Tiefdruckgebiet
von der Nordsee her fast den ganzen Kontinent bedeckte. Die Winde
wehten während dieser Zeit an der Nordsee aus westlicher Richtung, an der
Ostsee waren sie zunächst südöstlich bis südlich, drehten dann aber ebenfalls
nach Westen. Sie waren allgemein lebhafter, jedoch kam es nur im Westen teilweise
zu stürmischer Luftströmung. Die Temperaturen nahmen ab, waren aber
trotzdem noch ziemlich hoch. — Nachdem vom 12, bis 14. ein neuer Kern tiefen
Druckes an der Nordsee in nordöstlicher Richtung nach Nordskandinavien gezogen
war, stellte sich bei steigendem Barometer bis zum 16. sehr gleichmäßiger
Druck über dem Kontinent ein. Unter dem Einfluß des Tiefdruckkernes wehten
am 13. an der ganzen Küste stürmische Winde aus Süden bis Westen. Sie flauten
jedoch bald ab. und waren-dann .nur schwach bei etwa gleichbleibender Richtung.
Vom 17. bis 21. wechselten in schneller Folge Hoch- und Tiefdruckgebiete ihre
Lage, da jedoch die Gradienten im allgemeinen nur sehr schwach waren, so blieb
die Witterung während dieser Zeit ziemlich unverändert: Seit dem 15. etwa
hatten die Niederschläge nachgelassen — nur am 18. und 19. fiel an der östlichen
Ostsee Regen —, und es kam, wenn nicht Nebel auftrat, der allerdings besonders
am 20. und 21. häufig war, vielfach zu heiterem Himmel. Die Luftbewegung
war während dieser Zeit nur schwach und vorwiegend südlich. — Am 22, bereitete
sich "ein Umschwung der Wetterlage vor. Von Norden her drang ein Tiefausläufer
bis zur Nordsee und wanderte entlang der deutschen Küste ostwärts,
wo er noch am 24. über Ostpreußen erkennbar war. Ihm folgte bereits am 265.
ein neues, sehr umfangreiches Tiefdruckgebiet, das sich über das ganze Nordseeund
Ostseegebiet erstreckte, während über Südeuropa ziemlich hoher Druck lag.
Während dieser Zeit herrschte an der ganzen Küste stürmisches, regnerisches,
ziemlich kaltes Wetter, die Winde wehten an der Küste aus Süden bis Westen.
Am 28, hatten sich die Gradienten sehr gemildert, der Luftdruck über Mitteleuropa
war niedrig, doch ziemlich gleichmäßig verteilt, Ein Kerntief, das schon
am Abend des 28. über Süddeutschland sichtbar war, zog im Lauf des 29. schnell
nach Norden, kreuzte die deutsche Ostseeküste und lag am 30. bereits über Nordskandinavien.
Unter seinem Einfluß frischten die Winde an der Ostsee stark
aus östlicher Richtung auf, wurden jedoch nur vereinzelt stürmisch. An der
Nordsee blieb die Windrichtung vorwiegend südlich, die Luftströämung wurde
auch hier am 30. stark infolge eines Nordseetiefs, das mit einem Ausläufer die
deutsche Küste streifte. — Infolge der ozeanischen Luftströmung blieb das
ganze deutsche Küstengebiet im Oktober noch von Frost frei,
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