Kleinere Mitteilungen,
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des 3. August liegt es über Polen,..am Nachmittag: über Westpreußen, dann zieht
es ebenfalls auf die Ostsee und verflacht, ” |
Das letzte Tief der Reihe (Te) bildet sich am 3, August: in Siebenbürgen,
liegt am Abend in Galizien, am nächsten. Morgen in Polen und wandert dann
ganz langsam nach Osten :ab. . .
An dem Zuge dieser Depressionen erkennen. wir ohne weiteres den. Einfluß
eines starken: Hochdruckgebietes, das ihnen mit seiner antizyklonalen. Drehung
den Weg vorschreibt. Die allgemeine nach ONO gerichtete: Luftströmung, : die
sonst meistens stark bestimmend auf den Lauf mitwirkt, ‘hat in. diesem Falle
versagt, und. das Hoch hat sich :als ‚stärker bewiesen. Dadurch hat. sich eine
Zugrichtung ergeben, welche die Depressionen aus der Adria ‚uns zu ‚unseren
kriegerischen Unternehmungen an der Westfront zur Hilfe herangeführt hat.
2, Zur Didaktik des nautischen Unterrichts. Von Joseph Krauß-Lübeck.
In Heft IX dieser Zeitschrift veröffentlichte Reicke einen kleinen Beitrag!)
zur Methodik des nautischen Unterrichtes, der die Beachtung aller Schulgeographen
und Lehrer der Nautik verdient. Er stellt darin die Forderung auf; die Längenund
Breitenmethode nur. in "engstem Anschluß an die Höhenmethöde zu behandeln,
und zeigt an ein paar hübschen Figuren den Weg dazu. Meiner Ansicht
nach besteht der Hauptwert dieser Abhandlung aber darin, daß in ihr, die astronomischen
Ortsbestimmungen nur als Probleme der sphärischen Trigonometrie auf
der Erdkugel dargestellt werden. © .
—__ In Heft VII dieser Zeitschrift schreibt Prof. Dr. Wendt?), daß dem Anfänger
die astronomische Zeitrechnung »so wesensfremd und widersinnig «
erscheint, daß er erst längerer Zeit bedarf, um sich daran zu gewöhnen. Gilt
das aber nicht von der ganzen kunstvollen astronomischen Aufmachung der
geographischen - Ortsbestimmung‘ im naüutischen Unterricht? Dem Schüler fällt
das beständige Hineindenken in all.die gedachten Linien und Dreiecke an der
Himmelskugel immer. außerordentlich schwer. Darüber darf auch nicht hinwegtäuschen,.
daß die Sache im Examen meistens »geht« und daß zur Not die
Schüler So weit zu bringen sind, daß sie am Tellurium oder der Armillarsphäre
die Kreise und Winkel benennen urd zeigen können. Ein halbes Jahr ‘später
haben sie meistens nur noch eine dunkle Erinnerung, daß “die Geschichte sich
drehte«. Dem Praktiker sind dann ‚später alle astronomischen Koordinatensysteme
furchtbar gleichgültig, ‘Er weiß, wie er die Logarithmen untereinander
schreiben muß, damit bei seiner Rechnung "der verlangte Wert herauskommt, und
das genügt ihm. . . V . .
Das ist eine sehr bedauerliche Tatsache; ‘die Schuld an diesem Mißerfolg
liegt aber — zum Teil wenigstens — sicher darin, daß dem Schüler die einfachen
Aufgaben der geographischen Ortsbestimmung in so schwieriger: astronomischer
Aufmachung dargeboten. werden, ‘Es ist für ihn zu verwickelt, an
dem sich ewig drehenden Himmel sich beständig zwei Kreissysteme_ vorzustellen,
von denen das eine am Himmel fest ist‘ und‘ sich mit. diesem dreht; das‘ andere
für den‘ Beobachtungsort‘ fest ist, aber sich .mit diesem bewegt... Auch der
weitere Gedanke ist-schwer, sich am Himmel ein ‚sphärisches Dreieck vorzustellen,
einzelne. Stücke dieses Dreieckes zu berechnen und dann aus. diesen berechneten
Stücken: am. Himmel, Breite und Länge‘ eines, Ortes auf der Erde
zu finden. Wie gesagt, die einzelnen Teile dieses Gebäudes lernt schließlich ein
jeder, aber der Faden, der ‚alle diese Teile verbindet, wird in der Regel nicht
geistiges Eigentum des Lernenden werden, weil es an Anschaulichkeit fehlt.
Gerade der. Seemann braucht zum Verständnis eine Darstellung fürs Auge und
nicht nur für den. Verstand, en . . .
_ Ich glaube, daß. man im nautischen Unterricht besseres Verständnis
für die Probleme der astronomischen Ortsbestimmung' erzielen würde, wenn man
alle diesbezüglichen Aufgaben als Aufgaben der sphärischen Trigonometrie
auf der Erdkugel und nicht als solche an der. Himmelskugel klarmachte.
ı) Reicke, Ann; d. Hydr. usw. 1917, Heft IX, 8.346 u: EC
% Wendt, Ann. d. Hydr.- usw. 1917, Heft VIL S'241:5 7 HUN
Ann. d, Hydr. usw. 1917. Heft XII.