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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Schuster, F.: Vom Einfluß des tropischen Monats auf den Luftdruck, die Windbewegung usw. 43 
Der Luftdruck. 
Daß der Verlauf des Luftdruckes im tropischen Monat zu der hier unter- 
suchten Jahreszeit mondperiodisch sei, wurde bereits in den Abhandlungen in 
dieser Zeitschrift, 1914, S. 437 bis 483 und 1916, S. 442 bis 444 nachgewiesen. In 
dem vorliegenden Falle ist deshalb nur der Vergleich zwischen Fie. 2 
den Luftdruckverläufen der sechs Wintermittel von be- Mittel der wi 
sonderem Interesse, } Talbiahre. 
In diesen zeigen sich zunächst zwischen den Er- . 
gebnissen von Karlsruhe und von Höchenschwänd nur ge- 
ringe Unterschiede, aber in Höchenschwand ist die Energie 
der Wellenbewegung um etwa 15° geringer als in Karlsruhe. 
Die größten Unterschiede in den Wellenhöhen betragen 
an erstgenanntem Orte in den sechs Wintern der Reihe 
nach 15.0, 10.1, 11.2, 11,3, 9.4 und 7.9, im Mittel also 10.8 mm, 
während sie in Karlsruhe zu den gleichen Zeiten 15.1, 14.2, 
14.7, 12,8, 13.0 und 6.9, im Mittel demnach 12.8 mm betragen, 
Überblickt man die Luftdruckkurven der Bilder 
1 bis 6 der Reihe nach, so erweisen sich die vier ersten 
derselben ohne weiteres als mondperiodisch. Die Kurven 1, 
2 und 4 sind deutlich einphasig. In der einen Hälfte dieser 
Monate steht ein geschlossenes Maximum, das in den Bildern 1 
und 4 im Steilabfall unmittelbar zur Zeit der nördlichen 
Mondwende, im Bild 2 zu den Zeiten der Gleichen in das 
Minimum der anderen Mondhälfte übergeht, in dem sich 
allemal, anscheinend als Einschlag aus der Wirkung des 
synodischen Monats ein rudimentäres Maximum bemerklich 
macht, 
In der Kurve Bild 3 tritt dieses zweite Maximum als 
solches deutlicher hervor, so daß der Luftdruckverlauf 
doppelphasig erscheint. Im Bild 5 ist sogar eine Drei- 
spaltung der Welle eingetreten, jedoch ist das tiefe Minimum 
zur Zeit der nördlichen Wende erhalten, während im Bild 6 
ein Fall, ähnlich dem des Verlaufes 6 in Figur 1 vorzuliegen 
scheint: Das. Maximum aus dem tropischen Monat ist in 
das Minimum zur Vollmondszeit, dieses großenteils aus- 
füllend, eingetreten. . 
Ordnet man die sechs Mittelkurven, wie zum Beispiel 
in Figur 2 die von Höchenschwand, untereinander, so zeigt 
sich sogleich die zeitliche Verschiebung auch dieser Kom- 
bination und es wird der Grund ersichtlich, weshalb. die 
Luftdruckmaxima in den Bildern 1 und 4 vor der nördlichen 
Wende liegen, während das Maximum im Bild 3 erst hinter 
diesem Mondwechsel erscheint. . 
Daß das Hauptmittel aus den sechs Wintern, Bild 7 
(Tafel 1 und 2), unter‘ diesen Umständen verhältnismäßig 
schwächlich ausfällt, mit nur 5.1 mm größter Wellenhöhe 
zu Karlsruhe und 4.5 mm in Höchenschwand, ist natürlich, 
Es enthält indessen die wesentlichen Merkmale des Luft- 
druckverlaufes im tropischen Monat: Das Maximum in der 
einen Monatshälfte und den Druckabfall zur Zeit der nörd- 
lichen Wende mit dem anschließenden Minimum. 
Eigentümlich ist in dem Hauptmittel zu Höchenschwand 
die Lage des höchsten Luftdruckes gerade zwei Tage nach 
der südlichen, des niedersten Luftdruckes zwei Tage nach 
der nördlichen Wende, sowie abgesehen von einigen Schwankungen, die Druck- 
ab- und zunahme zwischen diesen Extremen, 
Es ergibt sich also für den tropischen Monat auch hier die einphasige 
Luftdruckwelle, wie sie schon in Figur 1 oben nachgewiesen ist. 
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