Thraen, A.: 40 Jahre monatlicher Termin- und Extrem-Mittelwerte der Temperatur in Hamburg. 5921:
Tabelle II. 40jährige Temperaturmittel. in Hamburg, bezogen auf die zugehörigen Jahresmittel.
a —
Jan.
Feb.
März ! April ' Mai
Juni ! Juli | Aug. * Sept.
Okt. !
Nov. | ‚Dez,
4.1 ;—64
—5.04—82
„441 —72
23 = 5.6
| 4.9 | — 8.0
Zum besseren Überblick bilden wir die sogenannten mittleren Ab-
weichungen d. h. die Mittelwerte der vorstehenden Abweichungen, ohne Rück-
sicht auf. das Vorzeichen, und finden die Werte:
sh V. 2hN Eh N m M
55. 61. 586 49 61
Es ergibt sich also, daß. die mittleren Abweichungen. für das . Maximum
und. den: 2b N-Wert ganz gleich und für die Morgen- und Abendabweichung‘ fast
gleich sind, Das Minimum zeigt die geringste durchschnittliche Schwankungsgröße.
Ähnliches. zeigt‘ uns die Amplitude der Jahresperiode oder der
Unterschied zwischen der größten. positiven Abweichung (Juli) und der. kleinsten
negativen (Januar) Abweichung. Für diese Amplitude finden wir: .
8hV 2hN 8N m M ; ;
16.9... 189 ° 174 . 15.6; 18.7 a 0 .
Hier zeigt also der‘ 2h N-Wert die. größte Weite ‚der Schwankung; im
übrigen zeigen die Werte genau ihre alte Rangordnung.‘ © ©.) N
Für die einzelnen. Monate ergibt Tabelle II das ähnliche Bild: Im positiv-
extremen Monat Juli zeigen der 2hN- und der M-Wert die gleiche Zahl, des;
gleichen der Morgen- und Abendwert, während der. Wert .für die m-Messung
unter beiden bleibt. Der negativ-extreme Monat Januar weist dieselbe Rangfolge
der Werte wie. die Amplitude der Jahresperiode,, Die anderen Monate nehmen
mittlere Stellungen. ein... ; ı
Das Wichtigste an unserer Tabelle I ist der Umstand, daß sie Schlüsse
zuläßt. auf den Grad der Genauigkeit, der der üblichen Gesamt-Mittelbildung
aus den monatlichen Terminwerten zugesprochen werden darf. Bekanntlich
ist. die Kombination von‘ Beobachtungsterminen, wie sie die Seewarte . seit
Gründung ihres. Stationsnetzes unbeirrt beibehalten hat, die von 8° V, 2hN und
8: N, nicht so ‚gebräuchlich, wie manche’ andere Kombination, z. B. die der
Termine 7h V, 2hN, 9h N, und da mit den Terminen sich auch die Formel für
die Bildung eines angenähert richtigen Tagesmittels ändern muß, sei auf diese
Frage hier einmal eingegangen. ;
Das Meteorologische Jahrbuch der Deutschen Seewarte berechnet aus den
Termin- und Extremmitteln der einzelnen Monate. ihre Gesamt-Monatsmittel in
der Weise, daß für die Monate Mai bis August die Formel .:
Mitiel — SV +8BN + m +M ;
sh V
2hN
ah N
m’
M
| a 8
_ „2
|
De
23 75
45 | 8.0
3.7 | 75
23 | 6.2
48 | 80
€
78 4.6 a9
8,5 58 | 07
8.1 |. 5.2 0
7.5 48 | (
88 B6 | 024
benutzt wird, während für die übrigen Monate die andere. Formel in Gebrauch ist:
8b VA 8hN | 8bV-+ RN + SON
‚2 3
A 2
4 Hiernach erhalten wir :.aus der Tabelle I folgende Monatsmittel der
Temperatur für Hamburg: N ; #482
Jan, Feb. März April. Mai. Juni Juli‘ Aug, Sept. Okt.‘‘ Nov. ‘ Dez. ‘Jahr.
— 0.2* 1.1 3.3 7.5 119. 15.7 170 . 164. 13.6: 90 4.2 15 83
Die zur Mittelbildung benutzten obigen Formeln gründen sich auf der Er-
fahrung, die die Seewarte an einigen Seestädten unter Vergleich mit stündlichen
Ablesungen gemacht hat, wie aus dem Vorwort zum Jahrgang 1877 des Meteoro-
logischen. Jahrbuches hervorgeht; Es dürfte nun interessieren zu .wissen, wie
weit die Mittel nach. dieser und jener Formel voneinander abweichen. Sie mögen
deshalb hier einander gegenübergestellt. sein: