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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1917,

Das jährliche Minimum liegt überall ausgesprochen im Januar. Das
Maximum der Temperatur zeigt überall der Juli, dessen Werten jedoch der
August recht nahe kommt. Wir werden uns hierdurch der Tatsache bewußt,
daß unsere Station als seenah dem Einfluß des Ozeans schon stark unterliegt
und deshalb auch die Tendenz zum Spätsommer-Maximum verrät.
Für den Laien dürfte besonders der Vergleich zwischen den 8h Vund
 den 8 N-Mitteln eine Überraschung sein: Die Ablesezeit des Morgentermines
 ist dem Kulminationstermin der Sonne noch einmal so nahe wie die
Ablesezeit des Abendtermines, und doch soll der Abendtermin durchweg wesent;
lich höhere Zahlenwerte ergeben?
Behufs näherer Untersuchung bilden wir einmal die Differenz zwischen
dem 8: V- und dem 8% N- Mittel für alle Monate, Wir finden die folgenden Werte:

Jan. | Feb. | März | April| Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt..| Nov. | Dez. | Jahr
ghN—_8h V |+ 0.7 +12 +17 41.7] +11 +1.21+1.2] +15 4+18|+ 1.4) 40.04 0.4 +19
Hiernach ist die Temperaturdifferenz am größten in den Sommermonaten,
am kleinsten während der Wintermonate. .
Weiterhin interessiert hier der Unterschied zwischen dem 8 V.-Mitte]l
und dem Minimum, Es ergeben sich die folgenden Werte:

Jan. | Feb. | März | April | Mai | Juni | Juli ! Aug. |

Sept. ' Okt. | Nov. | Dez. | Jahr

83 V—m | 14 | 11 | 13 | 22 | 84 | 82 | 27 | 22 [17 | 12 | 11 | 11 | 1.9

Die vorstehenden Werte zeigen eine schön regelmäßige Jahresperiode.
Das Maximum liegt im Gegensatz zu dem vorhergehenden Falle im Frühsommer
bzw. Vollfrühling (Mai), von dem ab sich der Abfall nach dem Winter hin allmählich
 vollzieht. Gerade die Zeit des Vollfrühlings ist ja wegen der sprunghaften.
 Zunahme der Temperatur bekannt.
Das Gegenstück zu der letzten Differenzenreihe ist der Unterschied
zwischen dem Maximum und dem 2b%N.-Mittel. Er ergibt die folgenden
Werte:.

Jan, | Feb. | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez, | Jahr

Man | 18 | 09 | 08 | os | os | 10 | 10 | 141 |o8 | 10 | 11 | 12 | 1.0

Den höchsten Betrag zeigt hier der Januar, während eine charakteristische
Periode kaum herausspringt. Vielmehr liegen alle Werte um den mittleren
Jahreswert von 1° C. herum. .
Eine schönere Periode ergibt wiederum der Unterschied zwischen
Maximum und Minimum. Wir erhalten folgende Wertereihe:

Jan. ! Feb. | März | April ' Mai | Juni | Juli | Aug,

Sept. !

Okt. | Nov. | Dez. | Jahr

41 | 44 | 55 | 71 | 80 | 78 | 721] 71 | 68 | 55 | 44 | 3.6* | 6.0
Das Maximum liegt wiederum (wie bei der Differenzenreihe 8h V, — m)
im Mai, also in der Jahreszeit der größten Temperatursprünge, Von hier fallen
die Werte allmählich bis zum Vorwinter (Dezember) ab, wo sich das Minimum
findet. Von da ab steigen sie wieder bis zum Mai, regelmäßig, aber schneller
als beim Abfall.
Tabelle I gestattet uns die Betrachtung der absoluten Temperatur nach
Terminen und Extremen. Die innere Struktur der jährlichen Periode erhellt
jedoch erst genauer aus der Tabelle II, in der die Jahresperiode der Temperatur
 nach monatlichen Relativwerten, bezogen auf die zugehörigen
Jahresmittel, dargestellt ist.

M—m }
            
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