Thraen, A.: 40 Jahre inonatlicher-Termin- und: Extrem-Mittelwerte der Temperatur in. Hamburg. 519.
40 Jahre monatlicher Termin- und Extrem-Mittelwerte der Temperatur
in Hamburg.
Von Dr. August Thraen. ©
, Den. Mittelwerten. der Termin-: und Extrembeobachtungen wird in klimato-
logischen Veröffentlichungen kaum einmal ‚ein besonderer; Raum gewährt, und
zwar. wohl‘ vorwiegend. aus folgenden zwei Gründen: . ..
1. Die täglichen Beobachtungen der Temperatur, die gewöhnlich dreimal
angestellt. werden, gelten ebenso wie die Extrem-Temperaturen nicht, als :selb-
ständige: Elemente, sondern. nur als.:Mittel zum :Zweck..der. Bildung! von an-
nähernd richtigen. Tagesmitteln: Sie sind. im: Grunde nur. ein Behelf; da :die
Möglichkeit, die Temperatur jede Stunde oder auch nur alle zwei Stunden ab-
jesen: zu. lassen, an‘ der praktischen Schwierigkeit scheitert...” .
2. Eine Untersuchung über die durchschnittliche Höhe und die unperio-
dischen Schwankungen von Termin- und. Extremwerten der Temperatur hat zur
Voraussetzung eine ganz besonders peinlich. durchgeführte Homogenität einer
solchen. Terminwerte-Reihe. Eine geringe Änderung: der‘ Ablesezeit oder der
Thermometeraufstellung macht die Reihe ‚schon inhomogen.... .. 0
Die Zentralstation der Deutschen Seewarte iin Hamburg‘ besitzt nun eine
Temperaturreihe, die auch scharfer Kritik‘. bezüglich. ihrer Homögenität ‚er-
freulich standhält. Nur einmal hat die Station in‘ der stattlichen - Jahresreihe
von 1876 bis 1915 — der ‚unserer: Uutersuchung zugrunde liegenden Beobach-
tungszeit. — ihren Platz geändert, als sie am I. August 1881 von der Seehöhe
H = 19.7 m auf die Seehöhe H = 26.0.m überführt. wurde. '.:Eine.. aus ‚diesem
Anlasse angestellte längere Parallelbeobachtung am alten und neuen Standorte
ergab, ‚wie im Vorwort ‘zum: Jahrgang 1881 ‘des Meteorologischen .Jahrbuches
vom System der Deutschen Seewarte festgestellt wird, daß ein nennenswerter
Unterschied‘ der Angaben ‘nicht bestanden‘ habe.: ‘ ©.
_ Seit dieser Zeit hat es die Seewarte verstanden, der Hamburger Temperatur-
reihe die Homogenität vor allem dadurch Zu bewahren, daß sie konsequent jeder
Regung widerstand, die Beobachtüungstermine zu ändern; vielmehr hat sie ihre
täglichen: Beobachtungstermine: von 8b V, 22 N, 8% N beibehalten, auch seit dem
1. April 1893, wo die M. E. Z. eingeführt wurde, was also heißen will, ‚daß die
Ablesungen nach der Ortszeit; stattfinden. *. © N .
N Nach‘ dem“ Vorstehenden‘. ist‘ also‘ die: Hamburger Temperaturreihe von
einer denkbar guten Homogenität, und ‚es seien deshalb hier der näheren Be-
trachtung monatlicher Termin-: und Extremmittel . einige Zeilen gewidmet.‘ - Das
Material‘ wurde den meteorologischen Jahrbüchern der Deutschen Seewarte
entnommen. . Die” Werte. für:das Jahr 1915 .wurden "durch. gütige Vermittlung
der Deutschen Seewarte für‘ den. Verfasser den Original-Beobachtungstabellen
der. Station entnommen, .da ‚die Ergebnisse dieses Jahrganges. bis zum Abschluß
dieser Arbeit noch.nicht im' Druck erschienen waren, “2 I
Der jährliche Gang der Temperatur nach monatlichen: Termin:
and Extremmitteln erhellt aus der nachstehenden Tabelle, die.die 40jährigen
Mittel enthält, und zwar nach absoluten Werten (Grad Celsius). ‘
Tabelle I. 40jährige Temperaturmittel in: Hamburg.,
Jan.
81V, | — 6.7* ]
2h N. | + 0.8*:
Sh N. | — 0.0*
m {| —2.1%*
M 1] 4 200*
Febr. | März | April)’ Mai. | Juni | Juli] Aug.
402 201 611 113
426) 5.4: 10.2 £ 45.1.
+14 37. | 78 | 124
09 0.7 1.39 | 17.9
ı-E351..86.2.1 11.0 | 15.9 |
15.0
18:6 |
16.2
11.8 |
19.6
16.2; 15.3
19.7 | 19.1.
17.4 | 16.8:
18.5}. 18.1:
20.7] 20.2
Sept. | Okt. }Nov. Dez. | Jahr
12.1.
16.4
29
10.4
b 47.2
77
110
‚1
: 65
12.0
|
|
84, 1.1 75
5.6 | 2.4 | 10.6
43 | 1.51 °87
2.3 | 0.0 | 5.6
6.71 8.6 | 11.6.
„. Eine. graphische Auswertung dieser. 40 jährigen :Mittel ‘zeigt .uns :’einen
schönen regelmäßigen Verlauf der jährlichen‘ Temperaturperiode :zu allen Beob-
achtungsterminen und bei. den beiden Extremen,