512 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1917.
faßt werden kann, und die noch zu untersuchen ist, ist ein einheitliches Schema
schon aus dem Grunde erstrebenswert, weil nur die völlige Vertrautheit des
Beobachters mit dem Schema eine durchaus sichere Aufnahme mit dem Gehör
unter schwierigen Umständen gewährleistet. Solche schwierigen Umstände dürften
z. B. vorliegen, wenn die Lautstärke im Hörer wegen großer Entfernung von
der Station nur gering ist, oder wenn einzelne Signalgruppen infolge atmo-
sphärischer Störung oder Störung durch F. T.-Verkehr anderer Stationen ver-
joren gehen. Nur wenn überall das gleiche Schema zur Verwendung kommt,
kann der Beobachter trotz einzelner verloren gegangener Signalgruppen die
richtige Greenwich-Zeit mit Sicherheit erkennen. Wenn auch auf größeren, mit
Berufstelegraphisten besetzten Dampfern der Telegraphist genügend Zeit haben
wird, sich im voraus mit den in den nächsten Tagen zu erwartenden Zeit-
signalen bekanntzumachen, so wird doch auf einer weitaus größeren Zahl von
Schiffen der F. T.-Dienst von jüngeren Schiffsoffizieren nebendienstlich versehen,
die, unmittelbar von ihrem Dienste an Deck kommend, das Zeitsignal ohne Vor-
bereitung aufnehmen müssen. Besonders für diese Fälle wird durch ein einheit-
liches Signalschema eine große Erleichterung geschaffen, wodurch wieder die
Sicherheit der richtigen Erfassung der mittleren Greenwich-Zeit erhöht wird.
Eine gegenseitige Störung der einzelnen Stationen, auch wenn die Signale nach
demselben Schema gegeben werden, wird durch die Abgabe zu verschiedenen
vollen Stunden der mittleren Greenwich-Zeit vermieden,
| Was die einzelnen im Gebrauch befindlichen Signalschemata anbetrifft,
so lassen sie sich nach folgenden Gesichtspunkten unterscheiden:
1. Der Zeitpunkt wird nur durch einen * gekennzeichnet, z. B. Washington;
2. « « den Beginn eines am» gekennzeichnet, z. B.
Norddeich;
durch das Ende einer Gruppe gekennzeichnet,
erst aum, dann e, z. B. Paris;
durch das Ende einer Gruppe gekennzeichnet, erst
Gruppen aus eamme, dann «=, z, B. Choshi-Ko;
werden durch gleichmäßige Pausen getrennt, z. B.
Kapstadt;
werden durch ungleichmäßige Pausen getrennt, z. B.
Norddeich, Washington;
unterscheiden sich untereinander durch ungleich-
artige Zusammensetzung, z. B. Paris,
Dazu ist folgendes zu bemerken: Der durch einen se gekennzeichnete Zeit-
punkt ist mit dem Gehör schärfer zu erfassen als der durch den Beginn oder
das Ende eines «== gegebene, da das auf den Sekundenzeiger gerichtete Auge
geneigt ist, die Mittelzeit zwischen Beginn und Ende des Striches, die beide
durch das Ohr vernommen werden, als Signalzeit festzuhalten; bei der Dauer
eines Striches (etwa 18) entsteht daher eine Unsicherheit von einer halben Sekunde,
Besteht das Signal nur aus Punkten oder nur aus Strichen, z. B. Halifax
und Kapstadt, so wird eine Standbestimmung nur dann ganz zweifelsfrei sein,
wenn alle einzelnen Signale restlos wahrgenommen werden; wenn eins oder gar
in unregelmäßigen Abständen mehrere Signale nicht gehört werden, so läßt sich
die richtige Greenwich-Zeit nicht immer auf Grund von Überlegungen feststellen.
Daraus geht zur Genüge hervor, daß ein gutes Zeitsignal aus Gruppen
bestehen muß, die mit einem Striche beginnen und mit einem Punkte endigen,
wobei es vorteilhaft ist, wenn der Punkt eine besonders gekennzeichnete Sekunde
bedeutet, z. B. eine volle Zehnersekunde, Ob zwischen die einzelnen Signal-
gruppen ‘gleichmäßige oder ungleichmäßige Pausen eingeschoben werden, fällt
weniger ins Gewicht, da man im Falle von Störungen beim Ausfall der
letzten Signale vor der Pause oder der ersten nach der Pause doch nicht aus
der Länge der Pause auf die Zugehörigkeit der gehörten Signale zu einer be-
stimmten Greenwich-Zeit schließen kann. Wohl aber ist es wertvoll, die Signal-
gruppen verschieden zusammenzusetzen, wie es z. B. bei dem Zeitsignal von
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